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27. Juli 2016

Informations- und Medienkompetenz: eine Schlüsselqualifikation - auch und besonders für Nationalräte

Informationskompetenz und Medienkompetenz sind zwei zentrale Kompetenzen der Informationsgesellschaft, eine Schlüsselqualifikation.

Die Informationskompetenz beschreibt die Fähigkeit "mit beliebigen Informationen selbstbestimmt, souverän, verantwortlich und zielgerichtet umzugehen". Für den Nutzer "gelten daher als grundlegende Prinzipien der ethische und verantwortungsbewusste sowie der ökonomische, effiziente und effektive Umgang mit Information(en)".

Ein Aspekt ist die Bewertung von Informationen bzw. Informationsquellen. Auch unsere Studierenden lernen im Rahmen des wissenschaftlichen Arbeitens u.a. wie sie die Qualität der diversen Quellen für ihre Arbeit bewerten können. Jeder, der Informationen nutzt, sollte, bevor er sie weiterverbreitet oder weiterverarbeitet, sich über die Qualität der Informationen und notabene der Quelle bewusst sein. Vor allem erwarte ich das von Personen, die qua Profession mit Informationen arbeiten und Menschen beeeinflussen {wollen|können|sollen}, also z.B. Journalisten, Finanzdienstleister, Wissenschaftler und natürlich Politiker. Sicher, auch Politiker sind keine Übermenschen, aber an sie habe ich besonders hohe Erwartungen bezüglich des Umgangs mit Informationen. Wie ein gewählter Volksvertreter diese Grundsätze beachtet hat, oder auch nicht, hat sich gestern Abend auf Twitter gezeigt.

Ein Vieltwitterer postet folgenden Tweet:

Screenshot 27.7.2016, 20:00
(Originalquelle)
Immerhin 32 Retweets. Und zwei spontane Reaktionen, von @MarcelBaur und mir.

Die hier verbreitete Nachricht stammt aus einer Quelle, die nach kurzem Hinsehen mehr als zweifelhaft ist. Ein bekanntes Publikationsorgan scheint die Website nicht zu sein, jedenfalls nicht für mich. Von der Impressumspflicht haben die Betreiber der Website noch nicht gehört, nirgends ein namentlich Verantwortlicher oder eine Adresse. Die Redaktion sitzt nach eigenen Angaben in "Kolotschau/Kalocsa, Ungarn", das liegt etwa 100km südlich von Budapest.

Die Whois-Abfrage ergibt, dass die Domain in Russland registriert ist, als Kontakt lediglich eine Postfachadresse, kein Name.

Der Beitrag selbst, der hier verbreitet wurde, wurde (angeblich) auf der Website von Nouvelles de France zuerst publiziert, in französisch. Auch hier habe ich kein Impressum o.ä, entdeckt. Im Whois-Eintrag findet man als Kontakt den Namen Ano Nymous.

Egal wie perfekt die Nachricht auf solch einer Website in mein Weltbild passt, ich würde sie nicht weiterverbreiten, zu gross wären die Zweifel an der Seriosität der Quelle.

Nachdem also der Vieltwitterer offenbar selbst gemerkt hat, dass das vielleicht nicht die seriöseste Quelle war, legt er nach, addressiert an Marcel und mich:

Screenshot 27.7.2016, 20:00
(Originalquelle)
Meine Reaktion blieb nicht aus: Das Berlin Journal ist ebenfalls nicht über alle Zweifel erhaben, um es mal vorsichtig zu formulieren.

Das Medium hat seinen Sitz in den USA, genauer gesagt in Lewes, Delaware. Auf Google Street View kann man sich den schmucken Firmensitz auch ansehen. Die angegebene Adresse ist der Sitz der Firma Harvard Business Services, Inc. mit der vielsagenden Webadresse delawareinc.com. Also eine typische Briefkastenfirma, vermute ich. In den Panama Papieren erscheint diese Adresse ebenfalls.

Im Whois-Eintrag der Domain ist als Kontakt ein Durty Harry angegeben.

Chefredaktuer ist ein Bodo Hering. Sucht man nach dem Chefredakteur im Web, findet man im Prinzip nichts, ausser einer Website mit einer Geschichte, die man leicht als Verschwöhrungstheorie einordnen könnte und der ich nicht über den Weg traue: Angeblich ist der Name des Chefredakteurs einer von mindestens zwei Fantasienamen eines ehemaligen Redakteurs der B.Z., der in Oranienburg leben soll und gegen den wegen Betrugs ermittelt wird/ wurde, und der Beziehungen haben soll zu einer zwielichtigen Gestalt aus Berlin, die Firmen um ihr Geld bringt in nicht ganz legaler Weise. Und: Angeblich beobachtet der deutsche Verfassungsschutz das Berlin Journal (oder hat beobachtet).
Von einem Journalisten, der sich als Chefredakteur einer Onlinepublikation ausgibt, sollten doch eigentlich ein paar mehr Informationen im Netz zu finden sein - allein dass das nicht so ist, würde mich schon stutzig machen.

Alles das kann man innerhalbt weniger Minuten über eine Quelle herausfinden, sollte man Zweifel an ihrer Seriosität haben - das Aufschreiben hat ein Vielfachen an Zeit gekostet (aber die war es mir wert).

Jeder urteile selbst, ob er solche Quellen weiterverbreiten würde.

Von einem Nationalrat erwarte ich, dass er seine Quellen seriös anschaut und nicht weiterverbreitet, nur weil sie gerade schön ins eigene Weltbild passen.


PS. Ich habe bewusst auf Links verzichtet, da ich diesen windigen Websites eigentlich keine weiteren Traffic bescheren möchte.

Bildquelle: flickr.com/mellyjean (CC Lizenz) 

10. Dezember 2014

#stparl - Ein Lehrstück in offener und transparenter Demokratie: Wie das stgaller Stadtparlament live via Twitter informiert

Quelle: tagblatt.ch
Gestern diskutierte und verabschiedete das stgaller Stadtparlament das Budget 2015; dazu gibt es einen ausführlichen Bericht bei tagblatt.ch.

Seit Anfang 2012 wird live aus den Sitzungen des stgaller Statdtparlemtents getwittert. Live Tweets aus einer Parlamantsdebatte schaffen Transparenz und erlauben Interessierten das Verfolgen der Sitzung. So auch gestern. Und wie.

Während der mehr als sechstündigen Sitzung wurde laufend via @sanktgallen über den Verlauf der Budgetdebatte getwittert. Ein grosses Lob gebührt ^sh von der Kommunikation der Stadt St. Gallen.


Sechs Stunden lang eine Debatte zu verfolgen, die wichtigsten Beiträge, Diskussionen und Entscheide in 140 Zeichen zu verpacken, das ist Knochenarbeit.

Und wen  es einmal eine Unklarheit gab, wurde sie sofort korrigiert.


Aus dem Parlament selbst twitterten (nur) zwei Abgeordnete: @angelozehr @stefangrob76 und @hugentoblersg. Die Frage nach weiteren twitternden Abgeordneten blieb leider offen. Auch das Account der Abgeordneten @BAFrei blieb nach der Stadtratswahl auffällig ruhig.

@marcelbaur hat inzwischen eine Liste aller twitternden Stadtparlamentarier angelegt. (ergänzt 10.12., 11:30)

Eine Sammlung aller Tweets, die mit #stparl getagged waren, gibt's bei storify.

Aber auch ausserhalb von #stparl gab es Diskussionen und Feedbacks.


Und auch die Medien schätzen den Service:


Erfreulich auch, dass Stadtpräsident Scheitlin voll und ganz hinter den Investitionen für die Social Media Aktivitäten der Stadt steht.



Mein Fazit: Wie auch schon getwittert, die Berichterstattung über die Budgetberatungen war ein Musterbeispiel für gelebte offene Demokratie. Das Beispiel zeigt auf wie der Einsatz neuer Medien die Ziele von Open Government unterstützt.



7. Oktober 2012

Wie Social Media bei der Verbesserung eines Services helfen können - Das Beispiel CiteULike

Wieder einmal ein schönes Beispiel wie Social Media helfen können, einen Service zu verbessern, diesmal bei CiteULike:

Gestern entdeckte ich ein Buch, genauer ein eBook, das ich gerne in meine CiteULike Sammlung aufnehmen wollte. Aber mit dem CiteULike Bookmarklet klappte die Erfassung des Buches nicht; es kam eine interessante Fehlermeldung:

Fehlermeldung 6.10.2012, ca. 12:00

Diese Fehlermeldung habe ich auch via Twitter verbreitet.

Etwa sieben Stunden später kam eine Reaktion von @CiteULike mit der Bitte um Details; darauf habe ich umgehend geantwortet.

Und, siehe da, heute Sonntagmorgen, ca. 22 Stunden nach meinem ersten Tweet, kam die Vollzugsmeldung:


Und es funktioniert einwandfrei!

Das nenne ich einen perfekten Customer Service!
Die einfache und niederschwellige Möglichkeit von Twitter ermöglicht es auf ein Defizit hinzuweisen. Hier wurde der Hinweis vom Anbieter umgehend aufgenommen und bereinigt. Daran können sich andere Serviceanbieter ein Beispiel nehmen!

Hier der komplette Twitter Dialog:




6. Mai 2012

Dokumentation einer Online Diskussion: Wie man Twitter nutzbringend einsetzen kann

(Quelle: flickr.com/scott_hamson)
Wenn es um den Nutzen von Twitter geht, scheiden sich oft die Geister: Die einen empfinden es als grossartiges und Mehrwert-stiftendes Kommunikationstool, die anderen belächeln es mit Argumenten wie "was kann man schon mit 140 Zeichen sinnvolles ausdrücken".

Tatsache ist, dass Twitter aus meiner Sicht ein äusserst komplexes Tool ist. Der Nutzen erschliesst sich erst allmählich, Quick Wins sind kaum möglich.

Sicher, einzelne Tweets sind oft kaum verständlich und nachvollziehbar und werden gerne zitiert, um Twitter lächerlich zu machen. Wer aber so argumentiert, hat Twitter (noch) nicht verstanden.

Der Mehrwert von Twitter wird oft erst durch die Einbettung in einen Kontext erzielt: Dieser Kontext kann sein eine thematische Diskussion (die z.B. mittels Hashtag identifizierbar ist), eine Diskussion rund um einen Event (ebenfalls via Hashtag, z.B. #smgzh) oder als Diskussion in einer Community (z.B. mittels einer Twitter Liste).

24. Januar 2012

@Sweden - Wer ist Schweden?

Was ist Schweden? Wer ist Schweden?
Annakarin Johansson ist Schweden, zumindest in dieser Woche.

Zwei Fragen, die jetzt auch mit Hilfe von Twitter beantwortet werden sollen. Das Twitter Account @sweden wurde seit Anfang 2009 von VisitSweden offiziell bewirtschaftet.

"No one owns the brand of Sweden more than its people." stellte der CEO von VisitSweden fest - und seit dem 10. Dezember 2011 kann jeder schwedische Bürger Schweden verkörpern. Seitdem wird @Sweden für je eine Woche von einem schwedischen Bürger bewirtschaftet. Damit soll die Vielfalt Schwedens aufgezeigt werden und die Stimme Schwedens demokratisiert werden. "This is @Sweden". 

20. Oktober 2011

Electronic Markets Presence in Social Media

Since twenty years we now have  Electronic Markets.

It started as a newsletter and developed to a well recognized, international, SSCI listed scholarly journal published by Springer.

Currently, we are preparing the last issue of the 21st volume of Electronic Markets - The International Journal on Networked Business

Since September we are present in social media as well to be closer to especially our readers and authors as well as all other friends:

You can find the journal on Facebook on facebook.com/ElectronicMarkets.
Here we will announce news about the journal and closely related content. Please fell free to Like the page and/or the content, to comment and to add content.

Furthermore, we also have a Twitter account: @Journal_EM.
Through Twitter we will announce news about the journal as well, but will also distribute content that might be of interest to our readers and authors.

Please have a look and support our journal! Maybe you iLike it.


2. März 2011

Twitter-Nachrichten als Basis von Prognosen

(Savage 2011)
Dass wir im Netz vielfältige Spuren hinterlassen, wissen wir. Dass diese Spuren auch zu unserem Nachteil sein können, wird immer wieder behauptet. Dass diese Daten auch nützlich sein können, ist offensichtlich. 

So lassen sich basierend auf unseren Suchanfragen Trends analysieren, und zwar quasi in Realzeit, wie das Beispiel der Google Grippe-Trends zeigt. 
Google Trends gibt uns weitere Möglichkeiten, diese Daten zu nutzen.


11. Dezember 2010

"Twitter noch lange kein Massenmedium" - na und ?

Vor wenigen Tagen wurde die PEW Internet Studie "8% of online Americans use Twitter" veröffentlicht.

In zig Blogs und natürlich via Twitter wurde diese Studie aufgegriffen und verarbeitet. Einige Blogs wie z.B. der Basic Thing Blog schauten etwas genauer hin, analysieren auch einige der Details und berichten sachlich.

Andere, und das ist der Anlass dieses Beitrags, machen aus dem Orignal "8% of online Americans use Twitter" ein "only 8% of online Americans use Twitter" oder "Twitter noch lange kein Massenmedium" - und dies mit einem gewissen skeptischen Unterton.

Ja und? Hat Twitter denn den Anspruch ein Massenmedium zu sein? Und passt hier überhaupt der Begriff des Massenmediums? Ist nur gut, was eine Masse aktiv oder passiv nutzt? Zählen nur noch Einschaltquoten in den Medien?

Man hat tatsächlich den Eindruck, wenn man sich das Gebaren vieler Medien anschaut, insbesondere auch derjenigen mit einem öffentlich-rechtlichen Auftrag, die mittels Zwangsgebühren  finanziert werden. Viel zu oft gilt das Primat der Quantität.

19. Oktober 2010

eKnife - die kreative Kraft der Social Media

Nun ist es also Online, dass eKnife, dass Schweizer Online Tachenmesser.
Dass eKnife ist ein Angebots-Bundle der drei Schweizer Internet Start Ups Memonic, Doodle und Wuala.

Berichte über den Launch findet man u.a. bei netzwertig.com und bloggingtom.ch.

Und der @bloggingtom ist dann auch nicht ganz unschuldig daran, dass es das eKnife überhaupt gibt. Was spannend ist an eKnife ist die Entstehenhungsgeschichte dieses Bundles - und wer weiss was sich daraus weiter entwickelt.


21. April 2010

Wie der #ashtag den Gestrandeten hilft

Gestrandet:Lange Schlangen vor dem
Reisezentrum im Berliner Hauptbahnhof
"Wie das Netz Gestrandeten hilft" schrieb Spiegel Online am 19. April. Und in der NZZ konnte man am 19. April lesen: "Soziale Online-Netzwerke für Unternehmen immer wichtiger"; hier geht es vor allem um das Beispiel Swiss auf Facebook.

Die Folgen des Vulkanausbruchs haben mir - wieder einmal - die Nützlichkeit sozialer Medien und insbesondere Twitter gezeigt.

Als Gestrandeter habe ich so meine eigenen Erfahrungen mit dem Netz gemacht. Ich war in Berlin an der re:publica 2010, als der Vulkan den europäischen Luftverkehr lahm legte. Am Donnerstag kamen dann die ersten Meldungen über die Schliessung des Luftraums auch in Deutschland.

11. April 2010

Twitternde Journalisten sind eher noch rar: Eine aktuelle Studie aus Österreich

Das Spannungsfeld Soziale Medien und Journalismus beschäftigt Praktiker wie Wissenschaftler und Politiker zur Zeit sehr intensiv und durchaus kontrovers. Ein Thema ist dabei das Verhältnis der sozialen Medien wie (Micro-) Blogging oder Social Networks und den Journalisten. Verschiedene Studien analysieren vor allem diese Zusammenhänge in den USA. Ein aktueller Beitrag ist z.B. "More Journalists Using Facebook And Twitter Journalists relying on social media for stories."

Im Januar 2010 wurde die Studie "Journalismus & Social Media" publiziert (Studie als pdf). Sie untersucht die Nutzung der Social Media durch Medienschaffende in Österreich. Die PR-Agentur ikp und die Fachzeitschrift „Der Österreichische Journalist“ haben über 500 österreichische JournalistInnen, PR-Profis und Kommunikationsverantwortliche über ihren persönlichen Gebrauch von Social Media Plattformen befragt. Die Ergebnisse sind Online verfügbar, wir wollen hier vor allem ein Augenmerk auf die Nutzung von Twitter durch die Journalisten richten.

Die o.g. Studie aus den USA sagt, dass
"More than a third (37%) of traditional journalists now contribute to Twitter".
Der Blick nach Österreich zeigt uns, dass dort immerhin 30% der Befragten Twitter nutzen. Davon aber lediglich 34% täglich und 26% mehrmals pro Woche, der Rest seltener. In konkreten Zahlen heisst das, dass 26 Medienschaffende in Österreich - die an der Erhebung teilgenommen haben - täglich Twitter nutzen. Da nicht alle Befragten Journalisten waren, ist die Zahl der zwitschernden Journalisten entsprechend geringer.
"Weitgehend resistent gegen den „Zwitscher-Hype“ scheinen überraschenderweise besonders RespondentInnen aus Tageszeitungen (12%) und aus dem Magazinbereich (17%) zu sein."

12. Januar 2010

#smgzh - Der Gipfel der Schweizer Social Media Gemeinde

Kaum zu glauben, aber wahr: Die ca. 80 Plätze des zweiten Social Media Gipfels am 3. Februar 2010 um 07:30 (ja, am Morgen!) in Zürich waren bereits nach 1 Std. 23 Min. ausgebucht.
Heute um 18:41 erreichte uns der Tweet von @smgzh: "Ausgebucht". Auf der Website socialmediagipfel.ch lesen wir:




Und das, nachdem die Einladung zumindest meine Mailbox heute um 17:18 erreichte und zum gleichen Zeitpunkt die Einladung auch getwittert wurde.



Worum geht's hier eigentlich? Ganz offensichtlich hat die Social Media Community in der Schweiz nur darauf gewartet: Die beiden Initianten @phogenkamp und @marcelbernet hatten die Idee, eine Plattform zum lockeren Austausch zu Schweizer Social Media Themen zu schaffen, der Social Media Gipfel (SMGZH) war geboren. Bereits der erste SMGZH am 2. Dez. 2009 war nach wenigen Stunden ausgebucht.

Aber der SMGZH ist anders:
  • Er findet am Morgen statt, um zwar um 07:30, d.h. selbst für die Zürcher einigermassen frühes Aufstehen ...
  • Es ist ein Web 2.0 Event: Die Community organisiert sich (fast) selbst via Twitter, Web und E-Mail: Themen, Referenten, Sponsoren, Einladungen, Anmeldungen.

Für alle, die nicht live dabei sein können, gibts auch am 3. Feb. sicher wieder viele Live Tweets mit dem hashtag #smgzh. Für mich heisst es früh aufstehen ...

Bildquelle: flickr.com/Tom Purves

18. November 2009

Es zwitschert an der FHS St. Gallen - das FHS Forum eSociety

"Bildungsziel erreicht" könnte man resümieren nach dem FHS Forum eSociety 2009 am 18. Nov. 2009 in Rorschach. Zu Beginn gab Rektor Sebastian Wörwag nämlich die Losung aus: "Bildungsziel des Nachmittags: Wir wissen was ein Hashtag ist".

Das Forum - eine Veranstaltung für alle FHS Mitarbeitenden - beschäftigte sich inhaltlich mit neuen Formen der Kommunikation und insbesondere konkret mit Twitter. Schon im Vorfeld wurden die Mitarbeitenden aufgefordert ein Twitter-Account anzulegen und ein Note-/ Netbook oder PDA zum Event mitzubringen. 

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Unter dem Tag #fhs09 wurde fast um die Wette gewittert. Vielen Kolleginnen und Kollegen der FHS nutzten Twitter zum ersten Mal und übten fleissig. Und das mit solcher Faszination, dass der Tag #fhs09 zwischenzeitlich der viertmeiste getwitterte Tag aller deutschsprachigen Tweets war! Glückwunsch an alle FHS Twitterer! 

Eröffnet wurde das FHS Forum mit einem Crashkurs zur Nutzung zu Twitter von @raumsinn (Dani Fels).

Es folgte der Vortrag von @centrestage (Martina Göhrig, centrestage): "Lernen zwischen Bildungsinstitution und Twitterwolke".(Vortragsfolien auf Slideshare (link ergänzt 23.11.09))
Sie benutztze ein wie ich finde sehr treffendes Bild, um das Wesen von Twitter zu erklären: 'Geschnattert' wird es überall, im Zug, auf dem Markt, auf der Strasse, im Restaurant, überall - und wenn wir uns mit jemanden unterhalten, kann unsere Umgebung zuhören, oder es bleiben lassen, uns ignorieren oder gestört fühlen. Und so ist es auch bei Twitter, nur dass wir in der Onlinewelt unserer globalen Umwelt zuhören können, oder eben nicht. 

@centrestage machte deutlich, wie die neuen Formen der Kommunikation, z.B. durch Twitter, unser Arbeitsleben, das gesellschaftliche Leben und eben auch das Lernen und Lehren verändert. Anschauliche Beispiele waren u.a. das Buch The World ist Flat und das Phänomen des Long Tail, Im Bereich des Lernens und Lehrens kritisierte sie klar die immer noch vorherrschenden Konzepte des learning 1.0 und postulierte, dass in Zukunft User Generated Content zentraler Bestandteil des Lernens sein werde und kollaborative Methoden der Wissensgenerierung entstehen werden. Und der neue Lerner ist der Edupunk, der einen Ansatz repräsentiert, der aus der aus einer Do it Yourself - Einstellung heraus resultiert. Das wird wohl noch spannend!

Der anschliessende Workshop verband die Vorstellung des Pandemie Simulationstools, dass an der FHS entwickelt wurde, mit der konkreten Anwendung von Twitter: Fragen und Diskussionsbeiträge wurden per Twitter gezwitschert.

Alles in Allem war das FHS Forum ein gelungener Event und hat aus verschiedenen Perspektiven gezeigt, wie sich die Formen der Kommunikation verändern und welche Wirkungen sie haben (können). Und parallel wurde anhand von Twitter dies auch gleich praktisch vermittelt und geübt. Und die Twitterwelt ist um einige Mitglieder grösser geworden!

Bildungsziel mehr als erreicht! Weiter so FHS!



Nachtrag vom 20.11.09: Hier gibt's die Photos vom FHS Forum eSociety.

Bildquelle: Flyer zum FHS Forum

CR4FS2HKSR5W

5. Juni 2009

Warum twittere ich eigentlich?

"Warum twittere ich eigentlich?" Diese Frage sollte man sich durchaus einmal stellen.

Der “
WissensWert Blog Carnival Nr. 5″ fordert die Twittergemeinde auf, die Frage "Warum twitterst Du eigentlich?" zu beantworten. Also, warum twittere ich eigentlich? Der Versuch einer Antwort.

Zunächst, ich (twitter.com/hdzimmermann) bin sicher kein Power Twitterer, ab und zu Mal ein Tweet, 145 bisher, eher unregelmässig, und im Moment 143 Followers, immerhin, aber wie viele davon lesen wirklich mein Gezwitscher?

Einerseits twittere ich ganz einfach aus (professioneller) Neugier. Mich interessiert, wie sich die neuen Medien auf Wirtschaft, Gesellschaft und Kommunikation auswirken. Ohne es auszuprobieren kann man sich kaum ein Urteil bilden, also deswegen twittere ich unter anderem. Die mobile Kommunikation, Textnachrichten (SMS), Chat, soziale Netzwerke u.a. haben das (Kommunikations-) Verhalten durchaus bereits verändert, Twitter et al. sind weitere Tools - man wird sehen, welche sich davon nachhaltig durchsetzen.

Und sonst?
Im Laufe der letzten Jahre habe ich viele interessante Menschen kennengelernt, als Arbeitskollegen gehabt. Wenn sich die Wege trennen, gibt es zwar immer noch genug Möglichkeiten in Kontakt zu bleiben, aber die spontane Kommunikation an der Kaffeemaschine - wie z.B. 'hast du das gelesen?' oder 'kennst du den link schon?') fällt trotzdem weg. Twitter ist eine Möglichkeit, genau diese Art von Kommunikation wieder zu erleben. Man hat die Möglichkeit mit Menschen, die und deren Meinung man persönlich schätzt, so in Verbindung zu bleiben, ohne sich im Büro gegenüber sitzen zu müssen.

Oder es gibt Menschen, die ich zwar nicht persönlich kenne, aber deren Meinung mich einfach interessiert. Howard Rheingold ist beispielsweise so einer. Ich bin mir nicht ganz sicher, aber sein Buch "Virtual Community" von 1993 war wohl eines der ersten, die ich in diesem Themenbereich gelesen habe. Ich finde es durchaus spannend zu lesen, was bestimmte Menschen gerade für wichtig halten, welche Gedanken sie haben oder welche Links sie empfehlen.

Gerade die gezwitscherten Links finde ich immer wieder sehr hilfreich und ich bin nicht selten erstaunt, wer da wieder was in den Tiefen des Webs entdeckt hat. Und ich selbst versuche natürlich ebenfalls, vermeintlich interessante Links zu twittern.

Spannend finde ich auch ab und zu das Gezwitschere zu aktuellen Fernsehfilmen oder TV-Sendungen aller Art wie z.B. Talkshows zu verfolgen. Das kann durchaus lustig sein, oder man kann sich wunderbar im über das Netz verteilten Kollektiv der Zuschauer über Dinge aufregen.

Was mich dagegen nun wirklich nicht interessiert sind Nachrichten wie z.B. "Bin gerade aufgestanden, schöner Tag heute" oder "sitze jetzt im Zug nach Hause, war stressig heute", etc. pp. Wenn davon zu viel kommt, dann ist der unfollow-Button schnell geklickt. Sorry Folks.

So hat wohl jeder Twitterer seine eigene Vorstellung von dem, was er Lesen und Mitteilen möchte - und das ist auch gut so.





16. April 2009

Kostenloses Reisen dank Twitter !?

Die neuen Medien verändern unsere Welt, ohne Zweifel. Die Art wie wir wirtschaften, wie wir kommunizieren oder Beziehungen pflegen - privat wie beruflich - hat sich in den letzten Jahrzehnten dramatisch verändert. Twitter ist eines der ganz aktuellen Kommunikationsphänome und erobert alle Lebensbereiche - oder soll das zumindest tun. So gab es auf der Cebit schon eine Weinverkostung via Twitter, wie auch immer sich diese ausgestaltete.

Und nun gibt es einen Engländer, der dank Twitter kostenlos quer durch die Welt reist: Twitchhiker. Und natürlich gibt es auch einen Blog von Twitchhiker. Und die übrige Bloggerwelt beschäftigt sich auch mit dem Pähnomen Twitchhiker, etwa hier ("Fundraising-Weltreise: Twitchhiker will in euer Bett") oder hier ("@twitchhiker - a social media experiment"). Ein Twinterview gibt's hier, die Photos dazu bei Flickr und TwitPic. Und auch Youtube-Videos dürfen nich fehlen. Und die F.A.Z. am Sonntag berichtetet am 12. Aptil 2009 ausführlich.

Und was hat Twitchhiker gemacht? Sein Ziel war innerhalb von 30 Tagen von Newcaste upon Tyne, England, soweit wie möglich zu reisen, und zwar nur unter Nutzung von Angeboten, die via Twitter gemacht wurden. Insgesamt hat sich Twitchhiker 5 Grundregeln aufgestellt (vgl. z.B. hier). Und am Ende der 30 Tage befand er sich an der Südspitze von Neuseeland! Das man in der Traveller Szene kostenlose Übernachtungsmöglichkeiten bekommt, das war vor Twitter und auch vor dem Internet schon so. Aber durchaus erstaunlich ist, dass Twitchhiker auch diverse Flüge geschenkt bekommen hat. Dies hat wohl schlichtweg mit dem Marketing Buzz rund um Twitchhiker zu tun, das sind einige tausend Dollar für einen Flug sicher gut angelegtes Marketingbudget. Und Twitchhiker reiste sogar als VIP. Was allerdings Privatpersonen motiviert, einen Flug zu finanzieren, erschliesst sich mir noch nicht wirklich. Und darauf wetten, das demnächst alle Twitter-Reisenden Flüge geschenkt bekommen, sollte man wohl eher nicht.

Vielleicht hätte ich bei meinen Skiferien über Ostern doch Mal twittern sollen, möglicherweise hätte sich ja ein Sponsor für ein Paar neue Ski gefunden - aber auch ganz ohne Twitter waren die Ferien wunderbar!

Dass es auch ohne Twitter gelingt, gratis durch die Welt zu reisen, zeigt der russische Tramper Anton Krotow, wie Spiegel Online berichtet: "Gratis um den Globus".

PS Gerne hätte ich ein Photo von Twitchhiker für diesen Blogeintrag benutzt, aber bei Flickr sind fast alle seine Photos copyright geschützt: "All rights reserved".

Bildquelle: K. Todd Storch@Flickr.com