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20. Januar 2016

Beiträge zum Themenkomplex "Digitalisierung der Wirtschaft" bzw. "Industrie 4.0"

Das Thema der Digitalisierung der Wirtschaft bzw. Industrie 4.0 ist aktuell viel diskutiert und in den Medien fast omnipräsent. Nicht zuletzt beschäftigt sich auch das WEF schwerpunktmässig mit dem Thema (vgl. z.B. hier und hier).

Anlässlich der Veranstaltung Digitalisierung kennt keine Grenzen am 15. Januar in Konstanz war ich eingeladen einige Gedanken aus meiner Sicht zum Thema zu präsentieren. Nachdem mich das Thema seit vielen Jahren beschäftigt, bin ich der Einladung  gerne nachgekommen.


Auf suedkurier.de erschein ein Bericht zur Veranstaltung, ebenso bei der HTWG

Ein paar Tage später, am 19. Januar, hat dann das Ostschweizer Fernsehen TVO das Thema im Zusammenhang mit dem beginnenden WEF thematisiert und wollte dazu ein paar Statements haben. Auch dieser Einladung bin ich gerne nachgekommen. 


Die von mir erwähnten Initiativen für die KMU sind einerseits die angekündigten IBH Labs, andererseits die in Konstanz offiziell lancierte Bodensee-Plattform Innovation 4.0
Wie sich die beiden Projekte entwickeln werden, bleibt abzuwarten. 





8. Januar 2016

Digitale Transformation bei Konsumentenprodukten: "Produkte mit Zusatznutzen dank App"

Die digitale Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft ist aktuell in aller Munde, der Begriff wird inzwischen inflationär gebraucht und könnte bald zum Unwort werden. Unabhängig von Begriffen finden tatsächlich grundlegende Veränderungen statt.

Mich selbst beschäfitgt das Thema ebenfalls bereits seit jetzt mehr als zwei Jahrzehnten.
In meinen Lehrveranstaltungen zum eBusiness und eCommerce diskutiere ich die Implikationen der Digitalisierung und die sich daraus ergebenden Herausforderungen anhand der Teilaspekte

  • der (inter-organisatorischen) Wertschöpfungsstrukturen,
  • der (inter-organisatorischen) Wertschöpfungsprozesse,
  • der Produkten und Dienstleistungen und
  • der Infrastrukturen, verstanden im Sinne der technischen Infrastruktur, aber auch der notwendigen Marktplattformen und Marktdienste.
Alle vier Aspekte haben jeweils wechselseitige Einflüsse. 
Mit Hilfe dieser Betrachtungsweise lassen sich sowohl die grundlegenden Veränderungen sichtbar machen und einordnen als auch die konkreten Herausforderungen für das einzelne Unternehmen ableiten. 

Bei der täglichen Lektüre im Web wie auch Online bin ich natürlich immer auf der Suche nach aktuellen Beispielen, die ich in der Lehre einsetzen kann. 

Im Bereich der Produkte und Dienstleistungen haben 2015 die mit dem WLAN verbundene Barbiepuppe oder der die privaten Gespräche mithörende smarte TV-Apparat für einigen Gesprächsstoff gesorgt; und es sind nur zwei Beispiele für die neuen Möglichkeiten - und Herausforderungen - der Verschmelzung der Online- mit der Offlinewelt bei Produkten für uns Konsumenten. 

Bei der gestrigen Lektüre der NZZ - via App auf dem Tablet - habe ich auch die Beilage von Galaxus.ch durchgeblättert. Und auf den Seiten 20 und 21 habe ich weitere wunderbare Beispiele für Konsumentenprodukte gefunden, welche das Zusammenwachsen von On- und Offline deutlich machen: Produkte mit Zusatznutzen dank App

Dass unsere Digitalkamera, die Fitnessuhr und das Babyfon mit dem Netz bzw. einer App kommunizieren kann, wissen wir längst. 

Aber es gibt noch mehr: den Staubsauger, die Waschmaschine, den Schnellkochtopf oder das drahtlose Pflanzenüberwachungsgerät.

Welcome to the smart home!


Prospekt von galaxus.ch, Januar 2016





7. Januar 2016

Business Models for the Digital Economy - AMCIS 2016 Minitrack

Zum 17. Mal findet im Rahmen der Americas Conference on Information Systems (AMCIS) vom 11.-13. August 2016 in San Diego der Minitrack „Business Models for the Digital Economy“ statt.

Inhaltlich thematisiert der Minitrack vor allem neue und innovative Formen der Wertschöpfung in der Digital Economy.

Hier geht's zum Call for Papers.

Die Website enthält die publizierten Beiträge aller bisherigen Minitracks.

Hintergrund zur AMCIS:
"AMCIS is a preeminent research conference in the information systems discipline conducted under the auspices of AIS.  Each year, AMCIS attracts up to a thousand or more attendees principally from North America but increasingly from other regions of the world as well.  The conference program includes research paper presentations, research panels, keynotes, CIO panels, doctoral consortiums, and camps for junior IS faculty."


21. Dezember 2015

Entschleunigung - DHL als Trendsetter in Sachen Paketlogistik !?

DHL Tracking (Screenshot 21.12.2015, 16:45)
Logistik ist Key! - Das ist der allgemeine Tenor in Sachen eCommerce und Logistik.

Next Day Delivery und kostenlose Lieferung sind längst Standard. Aktuell gehen die Entwicklungen - u.a. - hin zu Same Day Delivery. Immer schnellere Lieferung, immer präziserer Lieferung!

DHL setzt sich sich anscheinend an die Spitze der Gegenbewegung, die ja kommen musste: Entschleunigung der Lieferungen im Onlinehandel! In diesen Tagen könnte man auch sagen: Next Year Delivery.

Wie ich darauf komme? Nun, ich habe ein Gadget bei Google bestellt, das war am 11.12. Google spricht von einer Lieferzeit von 3-4 Tagen in die Schweiz. Das reicht satt zu Weihnachten, dachte ich.

Das Tracking bei dhl.nl sagt mir dazu:  Shipment picked up am 14.12., 00:00, Processed at EINDHOVEN - NETHERLANDS, THE am 15.12., 02:22. So weit so gut.

Aber dann: Seit dem 16.12., 20:49, heisst es: Shipment on hold. Bei dhl.de heisst es entsprechend: Die Sendung lagert bis zur weiteren Bearbeitung.


Am 18.12. fragte ich dann via Twitter einmal nach, was denn los sei.

Die Antwort fand ich durchaus noch witzig.

Aber dann, am 18.12. nachmittags, war die Sendungsnummer zeitweise sogar unbekannt.

Etwas später dann wieder die gleiche Statusmeldung: Die Sendung lagert bis zur weiteren Bearbeitung. 

... es lagert, und lagert, und lagert ...

Gestern, am 20.12., habe ich dann via Facebook versucht, Informationen zu erhalten. Bis jetzt erfolglos.

Ok, dann habe ich heute den DHL Facebook Chat entdeckt; sofort war ein Kundenberater Online, mit dem bezeichnenden Nachnamen Denker.

Auf meine Anfrage kam die prompte Antwort:
"Wenn die Sendung in Holland ist, dann wenden Sie sich bitte dazu an den Postdienst vor Ort.
und
"Daher wenden Sie sich bitte an DHL in Holland. Wir haben von hier aus (leider) keinen Zugriff auf die Organisation der Zustellung vor Ort." 

Angeblich kommt die Sendung ja nach Deutschland, oder hat der Verfasser des Tweets nicht genau hingeschaut?

Weder hat das Tracking von dhl.nl eine andere Information über meine Sendung noch gibt es auf meine eMail Anfrage eine Antwort. Bis jetzt.

Also harren wir der Dinge und entschleunigen. Mein Google Gadget zu Weihnachten bleibt genauso aus wie der Schnee. Aber alle sagen ja, nach Weihnachten kommt der Schnee, garantiert. Das gilt sicher auch für mein DHL Paket. Eben #NextYearDelivery.

Apropos Entschleunigung: Diese Strategie von DHL hat sich ja schon länger abgezeichnet ...

Update 18:50:
Es ist tatsächlich etwas gegangen, ein neuer, vielsagender Status:
"Mo, 21.12.2015 16:48 Uhr -- Die Sendung wurde bearbeitet."
Na prima. Weiter entschleunigen.

Update 22.12.15, 07:00:
Es geht jetzt rasend schnell, neuer Status:
"Di, 22.12.2015 02:54 Uhr - EINDHOVEN, Niederlande - Die Sendung hat das Paketzentrum verlassen."
Immerhin, nach 5 Tagen und 6 Stunden.

Update 24.12.2015, 08:00:
Und es geschehen noch Wunder, nach der Entschleunigung die Beschleunigung: das Paket ist angekommen, nach neun Tagen.

Nach wie vor frage ich mich, was mit der Sendung in den fast sechs Tagen zwischen dem 15. und 21.12. geschehen ist.

Komplettes Tracking des Pakets (Screenshot 24.12.2015)



Weitere Beiträge zum Thema Logistik auf diesem Blog.



18. Dezember 2015

Technologie im stationären Handel: Das interaktive Schaufenster bei Zollibolli

Die Zollibolli App
Der Einzelhandel ächzt unter dem Druck des Onlinehandels. In den letzten Wochen und Monaten gab es nicht wenige Meldungen über Pleiten, ob Bernie's oder Companys, nicht wenige Experten sprechen bereits vom Auslaufmodell Detailhandel.

Die Ladenschliessungen sind ein untrügliches Zeichen, andere Läden verkleinern ihre Verkaufsfläche nach und nach, seien es z.B. Buchhandlungen, die auch zum Cafe werden, oder Papeterien, die zum Lebensmittelhändler werden.

Dabei werden die neuen Technologien, insbesondere der Informations- und Kmmunikationstechnik, immer noch allzu oft als Feinde des stationären Einzelhandels betrachtet. Dabei zeigen erfolgreiche Multi- und Onmi-Channel Konzepte, das es nicht um ein Entweder-Oder, sondern um ein Sowohl-Als auch geht. Wie moderne Technologie das Einkaufserlebnis im stationären Handel revolutionieren kann zeigt u.a. das Beispiel von Hointer, das inzwischen bei Macy's in den USA eingesetzt wird.

Das Spielwarengeschäft Zollibolli in St. Gallen, das es bereits seit 1856 gibt, zeigt nun in diesen Tagen, wie man  das Einkaufserlebnis im stationären Handel mit moderner Technologie verknüpfen kann: Mittels App kann der Nutzer Spielzeuge im Schaufenster von aussen in Bewegung setzen. Das Smartphone verbindet sich mittels Bluetooth mit dem System im Schaufenster. Es gibt sowohl eine App für IOS als auch für Android. Weitere Details wurden am 1.12.2015 bei 20 Minuten publiziert: App macht Schaufenster zum Spielplatz. Und: Es funktioniert wunderbar!

Auch wenn die Möglichkeiten dieses Beispiels beschränkt sind, so zeigt es doch auf, wie Technologie durchaus auch im stationären Handel kreativ eingesetzt werden und somit das Kundenerlebnis gesteigert werden kann.

Das interaktive Zollibolli Schaufenster (18.12.2015)
Die Eisenbahn kann via App in Bewegung gesetzt werden
(18.12.2015)
Die Kugel im Labyrinth kann via App bewegt werden
(18.12.2015)





5. November 2015

Das Öffentlichkeitsprinzip als Basis eines modernen Gemeinwesens - und wie einige Kantonen sich dagegen wehren

(Quelle oeffentlichkeitsgesetz.ch)
Mit New Public Management hat man seit Anfang der 1990er Jahre die allmähliche Öffnung staatlicher Verwaltungen bezeichnet. Heute versteht man unter dem Begriff Open Government die "Öffnung von Regierung und Verwaltung gegenüber der Bevölkerung und der Wirtschaft". Das Öffentlichkeitsprinzip ist hier ein wichtiges Element. Ohne Zweifel sind staatliche Verwaltungen heute bürgernäher und offener.

Im Sinn des Open Governments und vor allem des Öffentlichkeitsprinzips, das vor allem auch für Transparenz des staatlichen Verwaltungshandeln steht, ist es selbstverständlich, dass Bürger eines Gemeinwesens auch ein Recht auf Zugang zu Dokumenten der Verwaltungen haben.

Auf nationaler Ebene ist in der Schweiz seit 2006 das Öffentlichkeitsgesetz in Kraft:
"Alle Personen erhalten danach grundsätzlich Zugang zu jeder Information und jedem Dokument der Bundesverwaltung. Dies gilt jedoch nicht, wenn insbesondere die Privatsphäre Dritter verletzt oder die Sicherheit der Schweiz gefährdet werden kann." (Wikipedia)
Auf kantonaler Ebene ist die Situation unterschiedlich, einen aktuellen Stand findet man auf oeffentlichkeitsgesetz.ch. Im Januar 2014 titelte dazu die NZZ: Intransparenz in der Ost- und der Zentralschweiz: Dunkelkammern der Nation.

In zwei weiteren Kantonen stand nun die Einführung eines Öffentlichkeitsgesetzes zur Diskussion. Aber sowohl Luzern als auch Thurgau haben in diesen Tagen ein solches Gesetzt mit durchaus grossen Mehrheiten abgelehnt. Schade.

Gemäss Medien wird argumentiert, dass man als Staat transparent genug sei und bestehende Regelungen ausreichen würden. Mag sein, dass Behörden auskunftswillig sind, mit einem Öffentlichkeitsgesetz hätten die Bürger jedoch einen klar definierten Rechtsanspruch.

"Wir wollen den Staat nicht dort aufblasen, wo es nicht notwendig ist" sagt die thurgauer Regierung. Vielleicht sollten sich die widerspenstigen  Kantonen (und Gemeinden) einmal überlegen, für wen sie eigentlich da sind, wer sie bezahlt, und wer sie, Exekutive und Legislative, wählt. Die Verwaltungen organisieren unser aller Gemeinwesen, es ist unsere Verwaltung, sie ist kein Selbstzweck. Deswegen muss es zwingend gewährleistet sein, dass wir Bürger auch Zugang zu den Dokumenten unserer Verwaltung haben. Gleiches gilt im Übrigen auch für Open Government Data (OGD). Der Bund hat dazu eine Strategie verabschiedet, das OGD Portal des Bundes ist seit 2013 in Betrieb.

Zur aktuellen Situation in der Ostchweiz meldet FM1 Today: "Die Ostschweiz bleibt intransparent". Auch St. Gallen sträubte sich lange. Erst nach einem Entscheid des kantonalen Verfassungsgerichts wurde ein Öffentlichkeitsgesetz beschlossen, das seit Ende 2014 in Kraft ist. Allerdings kennt St. Gallen weder einen Öffentlichkeitsbeauftragten, noch eine Fachstelle für das Öffentlichkeitsgesetz, an die sich ein Bürger wenden könnte.

Und auch dieser Gedanke kommt mir unweigerlich bei der Diskussion um ein Öffentlichkeitsgesetz:

Der Staat will sich nicht in die Karten schauen lassen, oder zumindest keine gesetzliche Grundlage dafür schaffen. Gleichzeitig schafft dieser Staat (auf nationaler Ebene) Gesetze und Instrumente, die uns Bürger zum gläsernen Bürger werden lassen, Stichworte BÜPF oder NDG und Vorratsdatenspeicherung (vgl. Der unaufhaltsame Weg zur digitalen Totalüberwachung !?)

Und im Kanton Thurgau, wie auch in anderen Kantonen, scannt die Polizei munter die Autokennzeichnen aller Autofahrer, zumindest nicht ganz ohne Potentiale für den Missbrauch.





2. Oktober 2015

Wahlvideos im Kurzcheck

Beim regionalen Ostschweizer TV Sender TVO hatte ich gestern die Gelegenheit mich im Interview  zu einigen Wahlviedeos äussern zu dürfen. Der Beitrag ist hier Online verfügbar.

Nachdem die Videos nur in kurzen Ausschnitten zu sehen waren, möchte ich an dieser Stelle die kompletten Videos vorstellen und kurz zusammenfassen.

Dass Video der Welcome to SVP (ca. 658'500 Aufrufe bis heute) wurde bereits breit in den Medien diskutiert. Aus meiner Sicht schiesst dieses Video über das Ziel hinaus - sofern man das Ziel verfolgt, Wähler zu gewinnen. Das Video ist hoch professionell produziert und wird richtigerweise auch als Musikvideo bezeichnet. Sicherlich kann man mit dem Video die eigenen Anhänger motivieren und mobilisieren; ob sich unentschlossene Wähler dadurch überzeugen lassen, ist fraglich. Denn die politischen Aussagen im Video sind praktisch nicht vorhanden. Das Video wird auf der Website der Partei und darüber hinaus entsprechend beworben.

Das Video 08.06 Egger Mike  (ca. 8300 Aufrufe bis heute) versucht ebenfalls mit Musik die Wähler zu erreichen. Ungeschickt ist, nur dass der unbedarfte Zuseher bis zum Schluss nicht erfährt, wer Mike Egger, der besingen wird, eigentlich ist, für welche Partei er kandidiert. Und man erfährt im mit knapp vier Minuten recht langen Video auch nicht, wer da eigentlich singt - vielleicht doch der Kandidat selbst? -, wer die Statisten, die sich zum Teil etwas hilflos bewegen, sind. Die politischen Aussagen sind eher plakativ, bedienen Klischees. Dass rechts im Video ein Papierkorb teilweise eingeblendet ist, ist dann eher eine Nebensächlichkeit. Und das Video selbst ist nicht wirklich in ein Gesamtkonzept eingebettet.

Im Video Linus Thalmann: Der St. Galler Unternehmer für Bern! (ca. 3920 Aufrufe bis heute) präsentiert sich der Kandidat in seiner beruflichen Umgebung mit einer klaren Botschaft. Das Video ist erfrischend kurz (0:43). Die Inszenierung in der Küche - "mehr Pfeffer", "gut bürgerlich" - ist durchaus eine nette Idee. Die im Video transportierte Botschaft findet sich auch in den sonstigen Online-Auftritten des Kandidaten, und vermutlich auch bei den sonstigen Werbemitteln.

Das abschliessende Video EVP Thurgau Nationalratswahlen 2015 (ca. 1025 Aufrufe bis heute) kann man durchaus als Scherz auffassen. Oder ist es wirklich ein Wahlvideo einer Partei? Ja, tatsächlich. In 23 Sekunden versuchen die Kandidierenden ihre Botschaft zu kommunizieren, allerdings misslingt das total. Die Inszenierung mit einer Tür macht nicht wirklich Sinn, darüber hinaus lenkt sie ab von den wenigen inhaltlichen Botschaften. Die Botschaften selbst finden sich in der durchaus prägnanten Form nicht in Medien. Und das äusserst sommerliche Outfit der Protagonisten wirkt auf mich nicht wirklich vertrauensbildend. Von Kandidierenden, die ernsthaft ins nationale Parlament gewählt werden wollen, erwarte ich durchaus ein Mindestmass an Kleiderordnung, auch im Hochsommer.

Braucht es überhaupt Videos für den Wahlkampf? Ja und Nein.

Warum Ja?
Wer sich wirklich aus einer inneren Überzeugung für ein Video entscheidet, dazu noch eine klare Botschaft für seine Zielgruppe hat, die ins Gesamtkonzept des eigenen Wahlkampfes passt,  und dazu eine zündende Idee für die Inszenierung hat, welche die Botschaft hervorhebt und nicht den Zuschauer wegen anderer Effekte davon ablenkt oder gar zum lachen bringt, der sollte es wagen, ein potentieller Youtube-Star zu werden. Aber nur, wenn er oder ein Mitstreiter auch das Handwerk einer Videoproduktion einigermassen im Griff haben.

Warum Nein?
Wenn nur eine dieser Voraussetzungen nicht vorhanden ist, sollte man es lieber bleiben lassen und sich auf andere Medien konzentrieren bzw. erst einmal seine Hausaufgaben machen.

Apropos Zielgruppe:
Dei eigenen Anhänger zu motivieren und zu mobilisieren, ist sicher eine legitime Motivation für den Wahlkampf an sich. Videos wie auch andere On- wie Offline Medien können helfen, den Wiedererkennungswert zu steigern. Darüber hinaus möchten Kandidierende aber auch unentschlossene Wähler bzw. Wähler anderer Parteien für sich gewinnen.

Immer wieder wird betont, dass Youtube-Filme ebenso wie der Einsatz anderer sozialer Medien zur Ansprache junger Wähler dienen soll. In der Tat, schaut man sich an wie junge Mensche sich heute informieren und dies auf den Wahlkampf überträgt, ist es dringend anzuraten Online- und Social Media aktiv zu nutzen.

Gemäss der aktuellen Studie Jugendbarometer 2015 informieren sich Jugendliche zwischen 16 und 25 aus folgenden Quellen: 22% Internet: Newsseiten/ Zeitungsseiten, 21% via News-Apps auf dem Smartphone, 6% via Facebook, Twitter und anderen sozialen Medien, sowie 22% aus Gratiszeitungen. TV (8%) und Radio (11%) sind dagegen deutlich im Hintertreffen als Informationsquellen, ebenso die bezahlten Tageszeitungen (5%). (Quelle: Jugendbarometer 2015, 41) Andere Studien kommen zu ähnlichen Aussagen.

Hier gilt also der klare Leitsatz Meet the people where they are and not where you want them to be.

Soziale Medien sollten also durchaus zum Repertoire im Wahlkampfmix dazu gehören - aber nicht verordnet, sondern gelebt! Authentisch eben.


Passend zum Thema: Social Media und Wahlkampf - Nachlese zum 16. Social Media Snack




30. September 2015

Social Media und Wahlkampf - Nachlese zum 16. Social Media Snack

Social Media und Wahlkampf, so lautete das Thema des 16. Social Media Snacks am 17. September 2015 in St. Gallen. Für einmal mehr trafen einen Monat vor den Wahlen drei Politiker aufeinander, die allesamt für einen Sitz im Nationalrat kandidieren – aber diesmal nicht um über Politik zu diskutieren, sondern über Social Media.

Die drei Kandidierenden präsentierten aus einer persönlichen Perspektive, welche Social Media Kanäle sie wie und warum für ihren Wahlkampf nutzen. Auch kritische Töne kamen nicht zu kurz.

Drüben bei socialmediasnck.ch habe ich die drei Beiträge zusammengefasst. 

Mein Fazit: Alle drei Kandidierenden setzen Social Media durchaus überlegt und durchdacht ein, für alle drei sind Social Media – mit unterschiedlicher Gewichtung -Teil eines gesamthaften Mix verschiedener Kanäle, und alle drei legen Wert auf Authentizität.



17. September 2015

So macht internationaler eCommerce Spass

Es kommt immer wieder einmal vor, dass ich jemanden in den USA beschenken möchte.
Traditionell würde ich ein Geschenk hier in der Schweiz kaufen und es dann per Post verschicken. Das kostet mich bei einem Paket bis max. zwei Kilogramm gemäss post.ch mit PostPac International Priority 52 Franken, mit PostPac International Economy 45 Franken. Die Beförderungszeiten betragen 4-8 Tage bzw. 11-15 Tage.

Ergo: Für ein Geschenkpaket sind die Kosten eher hoch, der Lieferzeitpunkt ist kaum einzuschätzen - aber gerade Kinder möchten ja gerne ihr Geschenk gerne möglichst am Tag des Anlasses erhalten, und schon gar nicht danach.

So weit so gut.

Eine Alternative bietet der internatioanle eCommerce; ich nutze Amazon.com dazu. So auch kürzlich wieder einmal.

Die Chronik:
Bestellung für einen Empfänger in New York aufgegeben bei amazon.com am Samstag, 12.9., gewählter Versand via US Postal Service, Lieferkosten $7.12 (ca. 6.90 Fr.); das avisiertes Lieferdatum: spätestens Freitag, 18.9. - eher knapp, der Empfänger sollte das Paket besser schon am Donnerstag erhalten.

Am Montag kam dann von amazon.com die Meldung über den Versand des Pakets, mit einem korrigierten Lieferdatum: Garantierte Lieferung bis Dienstag, 15.9., spätestens 20:00 - obwohl die Zustellung gar nicht mehr im Einflussbereich von amazon.com liegt.

Am Mittwochmorgen erhielt ich dann die Meldung: Das Paket wurde am Dienstag, 15.9., 18:39 (Ortszeit) ausgeliefert.

Perfekt! So macht Shoppen und Schenken Spass!

Und auch hier wird wieder deutlich: Logistik ist Key! Dazu müssen die Partner, hier amazon.com und US Postal Services, ihre internen Prozesse zu 100% im Griff haben und auch die inter-organisatiorischen Prozesse müssen perfekt aufeinander abgestimmt sein, beide Partner müssen sich zu 100% aufeinander verlassen können, wie das Beispiel zeigt.

Wenn der eine Partner seine Prozesse nicht im Griff hat, dann wird es schnell ärgerlich für den Kunden.

Das Tracking des Pakets war sowohl via amazon.com als auch direkt bei US Postal Service möglich.

Tracking via amazon.com


Tracking bei US Postal Services






15. September 2015

Verwirrung für den Kunden: Eine Krankenversicherung - zwei Systeme

Ein Land - zwei Systeme, daran fühle ich mich erinnert wenn ich das Online Portal meiner Krankenversicherung anschaue: Eine Krankenversicherung - zwei Systeme.

Vor einiger Zeit habe ich mich entschlossen, das Online-Angebot meiner Krankenkassen zu nutzen und meine Versicherungen Online zu verwalten. Ich bin bei der (bisherigen) Sana24 (jetzt Visana) gemäss KGV grundversichert und habe eine Zusatzversicherung bei der Visana.

Ich bekam per Post meine Login-Daten, einige Tage später wiederum per Post das Sicherheitsmerkmal, die sog. Matrixkarte. Ich richtete mein Login für meine Grundversicherung bei Sana24 Visana ein und hatte Zugriff. So weit so gut.

Einige Zeit später bekam ich wiederum ein Login von der Visana und wiederum eine Matrixkarte; zunächst dachte ich, es sein etwas schief gelaufen und ich habe eventuell zweimal ein Login beantragt.

Gleichzeitig wunderte ich mich, dass ich nicht auch meine Visana-Zusatzversichung im MyVisana Portal sehe.

Mit dem zweiten Login erstelle ich dann noch einen Zugang zu MyVisana, und siehe da, dort war meine Zusatzversicherung zu sehen.


Grundversicherung bei
MyVisana
Zusatzversicherung bei
MyVisana
















Selbst für mich als einigermassen IT-affinen Kunden ist dies überaus verwirrend: Zwei Versicherungen mit zwei Logins und notabene zwei Matrixkarten für das gleiche Portal.

Des Rätsels Lösung: Eine Krankenversicherung - zwei Systeme. 

Auf Anfrage teilte mir die Visana via Facebook den - so vermuteten  Hintergrund mit: Zwar sind unter dem Dach der Visana drei Versicherungen organisatorisch vereint, deren IT-Systeme im Backend aber noch nicht integriert, so dass diese für den Kunden durchaus verwirrende Situation entsteht.

Erklärung von Visana vom 15.9.2015

Absolut verwirrend finde ich, dass beide Versicherungen identisch dargestellt werden, aber eben zwei unterschiedliche Logins benötigen. Vielleicht wäre es aus Kundensicht hilfreicher gewesen, auch das Erscheinungsbild des jeweiligen Portals entsprechend unterschiedlich so lange unterschiedlich zu gestalten wie die Daten im Backend nicht integriert sind.





1. September 2015

Huawei Study Tour to China - part 3


Huawei Study Tour to China
Huawei Study Tour to China - part 2

Over the weekend the students have to prepare their reports addressing certain topics including the preparation to be given on Monday at the Huawei Wireless R&D premises in Shanghai. This was a real challenge to the students, as they had one day only (saturday, Sunday as a backup) to prepare a short text and a presentation, of course in English. And, furthermore, the team were mixed in terms of their study background(Information Systems, Informatics / IT, Engineering Management, and others) as well as coming from different Universities from all parts of Switzerland.

On Monday: Showtime! In the presence of Jack li, VP of Huawei's Wireless R&D Center in Shanghai, the four groups gave their presentations about HR and CUlture, Cyber Security, R&D, and Marketing at Huawei.n All of them had a very good and professional level especially considering the challenges they had to face.

One could summarize the main messages of the four presentations as follows:


In the Enterprise as well as in the Carrier business group my advice would be to analyse and to listen carefully to the customers of Huawei's customers. In the end, the end customer, be it a business or the consumer, has a need for a solution serving his or her needs. Therefore Huawei should follow long term trends, such as Industry 4.0, Smart Cities or Cloud based Services to learn about (possible) future market developments.
This will enable Huawei to focus on respective technological innovations at a very early stage and thus may gain a decisive competitive advantage. Technology - and Huawei is a leading technology provider - can be considered as the most important enabler, but not necessarily the main driver of many developments. An in depth understanding of general management and business as well as social developments are crucial to stay on top as a technology provider.


Finally, the students got their certificates handed over through Axel Menning and Jack Li.

Jonas Hubamann, FHS St. Gallen,
with Axel Menning and Jack Li
Fabian Diehl, FHS St. Gallen,
with Axel Menning and Jack Li












After the ceremony the group had its final joint lunch in the Huawei canteen.

Queuing for lunch
A more or less typical canteen lunch
(selection of dishes by me)

There are some other things I would like to mention after staying in China for eight days:

I like Green Tea very much; and I thought China will be the paradise for drinking and buying green tea. For buying green (and other) teas it was really a paradise; there are plenty of opportunities not only to buy but also to taste different tea flavours.
But in hotels and restaurants I hardly got any green tea! In our hotel in Shanghai which serves Chinese breakfast I had to ask for green tea in the morning; and in most of the restaurants where we had Chinese style lunch or dinner it was nearly impossible to get a pot of tea - beer, wine or soft drinks were plenty available.

While Europe is discussing more train safety in these days the Shanghai subway screens every bigger back or backpack like at the airport before you enter the subway station. Furthermore, in the subway system you can count an endless number of cameras.

Google is a nice way to experience Chinese pragmatism. On the one hand popular Google services such as Gmail, Google search or Google maps are not accessible at all in China due to governmental regulation; but most of the plenty of Chinese Smartphone manufacturers use Android as an operating system, like Huawei does.
And it's even very likely that the next version of Google's Nexus phone will be made by Huawei. As long as it's good for business, western Know How and technology is welcome. But services which allow free speech and which cannot controlled by the government are unwanted.

Overall, China is a country of contradictions. Capitalistic behavior can be seen nearly everywhere in the streets of cities like Shanghai, in and off the center. But at the same time blogger get arrested or a single person, the journalist Wang Xiaolu, found be guilty to have caused the recent stock exchange crisis in China, without any trial.

All photos are available under a CC BY-NC-SA 3.0 license




29. August 2015

Huawei Study Tour to China - part 2

First part: Huawei Study Tour to China

When our group arrived in Shanghai around noon on Thursday we were welcomed by our local guide saying "it's only 31 degrees, not so hot today". Ok, lucky us. On the drive to the hotel she gave a short introduction to China and Shanghai; about Mao's cultural revolution she just mentioned something like "nobody is perfect". Ok, life has to go on.

Nevertheless, Shanghai seem to be a very open minded city. For example, even on the Intl. Airport you can find a shop called Spirit of Tibet, next to all the well known, global, high end consumer brands.

Shop at Shanghai Intl. Airport

On Friday we visited the R&D Wireless Center of Huawei in Shanghai. The building as such is really impressive: it's about 1000 meters long (as they told us) and 10'000 people are working there. 

Huawei R&D Wireless Center
Huawei R&D Wireless Center

Like in Shenzhen the exhibition is also really impressive, the technology and its applications is being presented very professionally using multimedia booths. The exhibition raised my understanding of upcoming 4.5G and 5G wireless technologies at lot. 4.5G will be available in 2016 and the exhibition presents the new potentials for businesses, e.g., in the areas of controlling drones, mobile HD videos or for the Internet of Things. 

(See also the video by WSJ: Inside Huawei's R&D Center



4.5G and 5G exhibition hall
4.5G and 5G exhibition hall






4.5G and 5G exhibition hall

As recognized in Shenzhen already Huawei is not hesitant to use Online and Social Media services such as Twitter, Facebook or Google services exemplary - as well as the Chinese equivalences - in order to show the potential of their technologies in different application scenarios, despite the fact that some of these services are restricted or blocked in China by the government. 
And even on advertising posters within the Huawei premises social media services such as Facebook and Twitter are mentioned - but not the Chinese equivalents. 

Jack Li
Later Jack Li, VP of the R&D center, gave an overview about R&D at Huawei.
As we learned before already, Jack Li stated that Huawei has a very much customer oriented focus; therefore they apply the so called ROADS framweork which summarizes the main challenges in order to create an optimal service experience for telecoms users: Realtime, On Demand, All in One, DIY, Social. 

In their R&D activities Huawei also pursue Open Innovation approaches, e.g., setting up joint innovation centers with customers such as telecom operators or joint labs in cooperation with universities - but no beyond those activities.

Jack Li mentioned the corporate social responsibility activities at the end of his presentation as well.

Our group then visited to the Swiss Consulate in Shanghai that shares their offices with Swissnex China. Here, first Pascal Marmier, CEO of Swissnex China, gave an inspiring presentation of what is Swissnex doing in China. Personally, I really like what and how Swissnex is doing. During a one week study tour in 2011 I had the pleasure to get to know the Swissnex San Francisco team which has organized a great program for Swiss university representatives in the are of Social Media.

Pascal Marmier,
Swissnex China
Pascal gave a really enthusiastic presentation. Swissnex China pursues a very open strategy applying different open innovation approaches. He's really fascinated by the innovation power and creativity of the Chinese people: "A prototyping nation of >1 billion entrepreneurs". Indeed, if you still think Chinese people are only able to copy you should take a look into the literature, e.g., The Economist or MIT Sloan Management Review; the keyword is Accelerated Innovation.

Among others, Pascal mentioned some project activities Swissnex China is doing or supporting.
For example, they organize innovation camp such as the China Hardware Innovation Camp, CHIC in cooperation with Swiss universities. One of the recent results is a smart baby bottle. During the camp the technological know how of the Swiss students and the needs of the Chinese markets were brought together.
They also were co-host of the Lift China 2015.


In the following Anna Mattei Russo, Deputy Consul General, Head of Culture, Media and Education Section at Consulate General of Switzerland in Shanghai, and Fabio Müller, Trade Promotion Director Swiss Business Hub China, a network partner of Switzerland Global Enterprise (S-GE), gave us an insight in their activities about the China - Switzerland relations from 1905 till the FTA of 2014 and How to do Business in China,  including eCommerce.

Challenges doing Business in China

eCommerce Opportunities in China

Finally, Nathan Kaiser, eigerlaw.com gave us a "highly unstructured presentation" (as he announced) about his experiences in China as a Swiss lawyer supporting Swiss businesses in China.
Some of his learnings from his experiences are: "China is much more diverse than Europe is", and "China is still a communist country, it is organized top down: what is not explicitly allowed is illegal" - "but the emperor is far". He described the country as a highly regulated, bureaucratic economy, and not an open economy. According to Nathan the law structure is more or less the same as in Switzerland, with one exception: the communist party is above all and rules by law, "they are managing the place". And: "In China everybody cheats everybody". China is a low trust country, but families are a highly trusted environment he said.
And about faking trade marks he mentioned a recent example from China: Somebody in China Has Set Up a Fake Goldman Sachs and Is Doing Business (see also the Bloomberg article)

This concluded a very exciting week in Shenzhen and Shanghai!

Huawei Study Tour to China
Huawei Study Tour to China - part 3

All photos are available under a CC BY-NC-SA 3.0 license