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20. März 2014

Blogs in der Lehre - Feedback von Studierenden (HS 2013)

Im vergangenen Herbstsemester 2013 haben die Studierenden im Rahmen der Lehrveranstaltung "Informationsgesellschaft, -ethik und -politik" (IGEP) im Bachelorstudiengang Informationswissenschaft an der HTW Chur wieder je einen thematischen Blog zu ihren jeweiligen Themen über das ganze Semester geführt.

Wie schon in vorangegangenen Veranstaltungen habe ich nach Abschluss des Semesters eine anonyme Umfrage durchgeführt. Die Auswertung präsentiere ich hier zusammenfassend.

Die Erhebung wurde Online via Unipark durchgeführt. Insgesamt konnte ich 11 Fragebögen auswerten, der Kurs hatte 15 Teilnehmer, zwei Drittel der Studierenden sind weiblich. Die Studierenden sind Vollzeitstudierende und in Bezug auf das Alter überwiegend Angehörige der Net-Generation.

Es folgt ein Vergleich der Ergebnisse zum Herbstsemester (HS) 2012 (%-Angaben jeweils in Klammern), die komplette Auswertung ist im Foliensatz am Ende des Beitrags dokumentiert:

Vorherige Blog Erfahrungen 
Die vorherigen Erfahrungen mit Blogs waren geringfügig stärker ausgeprägt, einen eigenen Blog haate bis dato niemand geführt.

Aufsetzen des Blogs (technisch)
Das Aufsetzen des Blogs wurde insgesamt als etwa gleich schwierig bewertet.

Als Blogsystem wurde ausschliesslich Wordpress genutzt (33%), also eine deutliche Verschiebung.  

Start des Blogs (inhaltlich)
Der Start des Bloggens an sich wurde etwas einfacher empfunden. Sehr schwierig war es für keinen der Teilnehmer.   

Führen des Blogs (zeitlich)
Der Zeitaufwand für's Bloggen über das Semester hat sich etwas stärker reduziert, bei keinem Teilnehmer hat er zugenommen.

Die Erfahrungen mit der thematischen Auseinandersetzung über ein Semester hinweg wurden wieder grundsätzlich positiv beurteilt.

Auch der Wissenszuwachs durch das Bloggen über ein Semester hinweg wurde wiederum überwiegend als sehr positiv beurteilt. 

Zumindest ein Teilnehmer möchte den Blog weiterführen, 82% /17%) sagen "eher nicht", und 9% (67%) "auf keinen Fall". Hieraus lässt sich ein gewisser Trend 

Das IGEP Format
Die Eignung für die Lehrveranstaltung einschliesslich Leistungsnachweis bewerten die Studierenden etwas positiver als im HS 2012; 78% (67%) finden das Format "gut" oder "sehr gut" geeignet.

In Bezug zum Wissenszuwachs im Vergleich zu einer klassischen Hausarbeit sind die Teilnehmer etwas kritischer: 36% (0%) geben an, sie hätten durch eine Hausarbeit mehr Wissenszuwachs gehabt. Weniger Wissenszuwachs durch eine Hausarbeit hätten 36% (34%) gehabt.

Die komplette Auswertung ist in der folgenden Präsentation dokumentiert:




Bildquelle: flickr.com/DonnaGrason

20. Februar 2014

Eine Analyse der digitalen Revolution in der Medienbranche aus den USA

Die heutige NZZ publiziert einen interessanten Beitrag zur digitalen Revolution in der Medienbranche: Auf der Suche nach dem Ei des Kolumbus. Interessanterweise erscheint der Beitrag im Bund International, und nicht etwa im Medien-/Digitalteil der NZZ.

Der Autor Peter Winkler fasst in dem Beitrag eine umfangreichere Studie von Pew Research zusammen (auf die leider nicht direkt verlinkt wird):  Nonprofit Journalism: A Growing but Fragile Part of the U.S. News System, publiziert im Juni 2013.
"Das Pew Research Center identifizierte für einen Bericht über diese schillernde Szene digitaler Medien 172 Neulancierungen seit 1987. Fast 70 Prozent von ihnen wurden während oder nach der Rezession von 2008 gegründet, als traditionelle Medienunternehmen im grossen Stil «journalistische Kapazität abbauten»" (mehr zur Methode der Studie)
Auch wenn die Studie sich auf die USA bezieht, sind die Erkenntnisse durchaus interessant.
Einige der Kernaussagen:

  • Focus auf lokale bzw. regionale Themen: "Von den 172 Internet-Neugründungen bedienen rund drei Viertel das Interesse an Nachrichten auf lokaler oder gliedstaatlicher Ebene." 
  • Fokus auf einzelnen Themen: "Als typische Nischenprodukte beschränken sich ebenfalls rund 75 Prozent auf ein Thema oder auf einige wenige Themenschwerpunkte." 
  • Der Qualitätsjournalismus lebt offenbar: "Erstaunlicherweise ist der investigative Journalismus mit 21 Prozent die populärste Nische."
  • Durchaus überraschend ist die Aussage, "dass die Internetmedien bedeutend weniger häufig aktuelle Nachrichtenbeiträge publizierten als traditionelle Medienunternehmen" - was mit den fehlenden Ressourcen begründe wird: viele der Neugründungen arbeiten mit Freiwilligen
  • Aber: Ein nachhaltiges Ertragsmodell fehlt den meisten Neugründungen bisher: "Rund zwei Drittel werden von einer anderen Organisation gesponsert, nur das restliche Drittel kann als einigermassen unabhängig bezeichnet werden". Es bestehen notabene Abhängigkeiten von Mäzenen und Sponsoren. Aber letztendlich bestehen Abhängigkeiten (mehr oder weniger explizit) auch bei traditionellen Medienhäusern
  • Insbesondere innovative, Internet-typische Ertragsmodelle fehlen weitgehend. Neugründungen wie traditionelle Medienhäuser suchen also gleichermassen nach Ertragsmodellen. 
  • Und: "Soziale Medien gelten derzeit für den Aufbau engagierter Nutzergemeinschaften als unabdingbar." Als innovative Beispiele werden hier u.a. die Projekte impaq.me und First Look Media, genannt. 
Weitere Details sind in der Originalstudie dokumentiert (pdf). 

Weitere Beiträge zum Thema Zeitungen auf diesem Blog.


3. Februar 2014

IT Sicherheitsrichtlinien und ihre Work Arounds in der täglichen Arbeit

Aus Gründen  musste ich heute mehrere Dateien eher dringend an jemand senden, der bei einem grossen Schweizer Dienstleistungsunternehmen arbeitet. Es waren ca. 20 Dateien im Umfang von 50 MB, vor allem eingescannte Unterlagen.

Naiv wie ich war lud ich die Files auf meine Dropbox und verschickte den Link. Denkste!


Ok, Dropbox nicht erlaubt - aber es gibt ja einen Work Around ... - man weiss sich ja zu helfen ...

Da dieses Vorgehensweise doch recht umständlich ist, wollte ich die Dateien per zip-File an die Firmenadresse senden, das dann immer noch ca. 25 MB hatte. Mit dem Ergebnis: 


Fazit:
IT Sicherheitsrichtlinien verbieten die Nutzung von Tools zur Arbeitserleichterung und bürden dem Mitarbeiter Mehrarbeit auf; dies vor allem ohne entsprechende Alternativen anzubieten. Jeder IT Mitarbeiter oder sonstige Verantwortliche sollten einmal für eine Woche an einem Arbeitsplatz arbeiten müssen, den er aus der Ferne administriert und für den er Richtlinien festlegt.Selbstverständlich ohne Work Arounds!

Für uns beide hat der Vorgang weit mehr Zeit benötigt als notwendig; und die Dokumente haben auch ohne Dropbox die sichere Schweiz verlassen und vermutlich den Globus umrundet, schon allein weil ich sie via Gmail versendet habe; und dies wäre selbst dann der Fall gewesen, wenn ich die Dateien selbst einzeln bzw. in kleinenern Pakten an die Firmenadresse versendet hätte.

... aber Dropbox wurde nicht benutzt, immerhin wurde diese Richtlinie eingehalten.

Bildquelle:  Flickr.com - European Parliament Technology - DG ITEC (CC Lizenz)

26. Januar 2014

Bekommen wir Technik, die wir nicht verstehen, mit Technik in den Griff, die wir ebenso wenig verstehen?

Am vergangenen Wochenende entschied die Jury über die Preisträger des Wolfgang-Heilmann-Preis für humane Nutzung der Informationstechnologie 2013/2014 der Integrata Stiftung. Das Thema der Ausschreibung lautete Privatheit in der eSociety.
Der/die Preisträger werden im Rahmen des Integrata Kongresses 2014 im September 2014 in Stuttgart ausgezeichnet.

Als Mitglied der Jury war es äussert spannend die eingereichten Arbeiten zu bewerten und letztendlich über den/die Preisträger mit zu entscheiden.

Ich möchte an dieser Stelle einige Gedanken zu den eingereichten Arbeiten aufschreiben, die mir im Rahmen der vorgänggien Beschäftigung mit den Einreichungen und während der Jury-Sitzung in den Sinn kamen. Und diese Gedanken betreffen bei weitem nicht nur die evaluierten Arbeiten!

Aufgefallen ist mir eine gewisse Technikgläubigkeit in vielen - längst nicht allen - Beiträgen. Diese basiert auf der implizit oder auch explizit Annahme, dass das Internet böse sei. Damit meine ich folgendes:

Nicht selten werden in den Beschreibungen der Projekte Szenarien aufgezeigt, die mit der meist diffusen Angst der Menschen vor Missbräuchen im Internet spielt und dabei Begriffe wie Privatheit, Datenschutz oder Identität kaum differenziert betrachtet oder gar vermischt. Vergessen wird auch der Hinweis, das bei einigen der aufgezeigten Missbrauchs-Szenarien diese nach geltendem Recht schlichtweg illegal wären, Unternehmen also bewusst das Recht brechen würden. Man gewinnt den Eindruck, dass Unternehmen aus diesen Verunsicherungen der Internetnutzer Kapital schlagen wollen.

Denn das was Unternehmen (und andere Organisationen) im Rahmen der eingereichten Arbeiten vorschlagen ist ein Stück Technik - ein Stück Technik, dass die aufgezeigten Löcher und Missbrauchspotentiale des Internets stopfen soll.

In der Quintessenz bedeutet das aber, dass wir Technik, die wir nicht verstehen, mit Technik, die wir genauso wenig verstehen (können), in den Griff bekommen wollen. Die Anbieter sagen also in der Konsequenz, dass man dem Internet und den diversen Diensten und Anbietern nicht vertrauen dürfe, aber die daraus resultierenden Probleme mit der eigens entwickelten Technik in den Griff bekommen kann - und notabene sollen und können wir dieser Technik und deren Anbietern vertrauen.


Und die Anbieter dieser Technik in Form von Softwaretools beteuern, dass der Nutzer keine zusätzliche Kompetenz benötige, um die Tools zu nutzen, dass die Benutzung ganz einfach sei.

Deswegen Technikgläubigkeit - man versucht erst gar nicht, z.B. mit Hilfe von Technik, den Menschen in die Lage zu versetzen, zu verstehen was er tut, z.B. in sozialen Netzwerken oder beim eCommerce, Bewusstsein zu entwickeln, oder gar zu lernen, neue Kompetenzen - Stichwort Medienkompetenz - zu entwickeln. Halten diese Anbieter den Nutzer für so lernunfähig, lernunwillg, oder gar ...?



11. Dezember 2013

Business Models for the Digital Economy - AMCIS 2014 Minitrack

AMCIS 2014
Zum 15. Mal findet im Rahmen der Americas Conference on Information Systems (AMCIS) im August 2014 in Savannah, Georgia, USA, der Minitrack „Business Models for the Digital Economy“ statt.

Dieser Minitrack wird von Ian MacInnes von der School of Information Studies an der Syracuse University in den USA und mir selbst organisiert.

Inhaltlich thematisiert unser Minitrack vor allem neue und innovative Formen der Wertschöpfung in der Digital Economy.
Hier geht's zum Call for Papers.

Die Website enthält die publizierten Beiträge aller bisherigen Minitracks.


Bildquellen: AMCIS 2014

4. Dezember 2013

Quartiersleben 2.0 - mein stgaller Lieblingsquartier im Social Web

Die Post in St. Georgen
Dass die Stadt St. Gallen in Sachen Social Media ganz vorne mit mischt, ist inzwischen bekannt.

Aber nicht nur die Stadt, sondern auch das Quartier St. Georgen - mein Lieblingsquartier in der Stadt - ist aktiv im Social Web.

Und vor allem sind es grösstenteils die St.Geörgler selber, die hier initiativ und aktiv sind:



Ein Wikipediaeintrag fehlt bisher noch, die Drei Weiher sind hingegen dort präsent.

Sicher, mehr geht immer, aber ein guter Anfang ist gemacht: Quartiersleben 2.0.


Weiter so ihr St.Geörgler!

Bildquelle: flickr.com/hdz

27. November 2013

"Social Media enabled Commerce and Business" - Special Interest Track an der 27th Bled eConference, Juni 2014

Zum 27. Mal findet vom 1. bis 5. Juni 2014 die Bled eConference in Bled, Slowenien, statt.

Das Rahmenthema lautet 

eEcosystems


"The notion of a “digital business ecosystem” was probably first established in connection with the Lisbon Agenda in March 2000 and has later been used extensively in connection with the growth of smartphones (“the war of ecosystems”) in order to find the mechanisms that decide sustainable competitive advantages for either Samsung, Apple or Nokia-Microsoft.

An e-Ecosystem improves the traditional, collaborative environments such as centralized, distributed and hybrid business models, and develops them further into an innovative holistic model that has been the result of the development of the so-called systems (or systemic) approach. Some of the benefits of e-Ecosystems include the cost-effectiveness of services and value-creating activities, which are advantageous to many of the actors involved, including companies and consumers as well as interacting business partners in both inbound and out-bound supply chains."
Auch in diesem Jahr organisiere ich zusammen mit dem Kollegen Jari Salo aus Finnland den Special Interest Track Social Media enabled Commerce and Business.
"...
The purpose of this special interest track is to present and to discuss latest developments and experiences in the field of Social Media within the area of commerce and business.
..."
Die Frist für die Einreichung von Research Papers zur Konferenz ist der 24. Februar 2014 17. März 2014.

Weitere Details zu den Call for Papers und zur 27. Bled eConference gibt es hier.

Weitere News zur 27 Bled eConference gibt es auch via Facebook und Twitter: @BledConference

bledconference.org


13. November 2013

Blogs von Studierenden als Teil einer Lehrveranstaltung - HS 2013


Auch im laufenden Herbstsemester 2013 führen die Studierenden im Rahmen meiner Lehrveranstaltung "Informationsgesellschaft, -ethik und -politik" (IGEP) im Bachelorstudiengang Informationswissenschaft an der HTW Chur einen thematischen Blog zu ihren Themen über das ganze Semester; diesmal in Gruppen von bis zu vier Studierenden.

Hier eine Auflistung aller Blogs:
Selbstverständlich freuen sich die Studierenden über Feedbacks, Kommentare und Likes !

Weitere Beiträge hier sind unter dem Stichwort IGEP zu finden. 
Bildquelle: flickr.com / alamodestuff (CC Lizenz)

7. Oktober 2013

Bilderklau im Netz - eine weniger zufällige Stichprobe

Der Beitrag Bilderklau im Netz - eine zufällige Stichprobe vom 2. Okt. hat erfreulicherweise rege Aufmerksamkeit erhalten und einige Reaktionen ausgelöst.

Unter anderem erfuhr ich von der Website Plaghunter (@Plaghunter) - "Bilderklau in Minuten finden…".

Logo Plaghunter
Logo plaghunter.com
Plaghunter ist ein junges Startup von Marco Verch (@Wuestenigel): "Plaghunter ist ein Tool zur Bilderüberwachung und perfekt für Shopbetreiber, Fotografen und Rechtsanwälte geeignet." heisst es auf der Homepage. Ein kurzes Video erläutert die Funktionsweise. Über den Algorithmus von Plaghunter erfährt man leider nichts auf der Website.

Nach der ersten zufälligen Stichprobe habe ich nun mit Hilfe von Plaghunter eine systematischere Analyse durchgeführt.

Das System findet insgesamt 44 Webadressen*, auf denen das besagte Bild verwendet wird.

Screenshot plaghunter.com

Nochmals: Das Bild steht unter einer by-nc-sa Creative Commons Lizenz - Attribution, Noncommercial, Share Alike - zur Verfügung. Überrüft habe ich lediglich die BY Bedingung. Dabei geht es um die Namensnennung des Urhebers: "You must attribute the work in the manner specified by the author or licensor (but not in any way that suggests that they endorse you or your use of the work)" - hier der rechtsverbindliche Text.

Die Noncommercial - Bedingung ist durchaus umstritten und soll hier auch nicht weiter untersucht werden. Auch die Share Alike - Bedingung wird nicht weiter untersucht.

Plaghunter listet die gefundenen Webadressen in einer Tabelle auf.

Screenshot plaghunter.com

Von den 44 gelisteten Adressen war eine nicht erreichbar, bei zwei Adressen war das Bild nicht (mehr?) auffindbar.

Und das Ergebnis?
Bei 63% (26) der verbliebenen 41 Webadressen war ein Hinweis auf die Urheberschaft grundsätzlich vorhanden, bei 37% (15) war dagegen keinerlei Hinweis auf den Urheber des Bildes zu finden.



Die Nennung der Urheberschaft erfolgt allerdings recht unterschiedlich auf den 26 Websites:

  • 27% (7) aller Websites erwähnen die Urheberschaft lediglich als plain Text, d.h. ohne Verlinkung. 
  • 54% (14) erwähnen den Urheber und verlinken zusätzlich auf die Originalquelle.
    Dabei erfolgt die Nennung der Quelle entweder direkt unter dem Bild oder am Ende des Beitrages. 
  • 19% (5) der Webadressen erwähnen zwar den Urheber nicht namentlich, verlinken aber das Bild direkt auf die Originalquelle. 


Fazit:

  • Immerhin auf mehr als einem Drittel der Websites (37%), die das Bild verwenden, gibt es keinerlei Hinweise auf den Urheber bzw. die Originalquelle. 
  • Und lediglich ein Drittel (34%, (14)) aller identifizierten Webadressen, die das Bild verwenden, geben die Urheberschaft an und verlinken auf die Oiginalquelle - so wie man es sich als Urheber z.B. eines Photos eigentlich wünschen würde. 

* ergänzt 8.10.2013:

Der Plaghunter Image Report von heute, 8.10.2013, zeigt "103 results found", also mehr als doppelt so viele wie noch vor vier Tagen, als es erst 44 waren ...

Screenshot plaghunter.com





2. Oktober 2013

Bilderklau im Netz - eine zufällige Stichprobe

Das Versuchsobjekt
Heute wurde mein Chrome Browser auf die Version 30 aktualisiert, wie immer eingentlich unbemerkt.

Durch verschiedene Online News wurde ich auf ein neues Feature aufmerksam: "Easier searching by image".

Gleich Mal ausprobieren..., dachte ich mir.

Als Versuchsobjekt benutze ich ein Photo auf Flickr, das das mit Abstand am meisten angeklickte Photo von mir ist. Es entstand übrigens auf der re:publica 2011. Eigentlich war es ein zufälliger Schnappschuss.

Es geht ganz einfach: Mauszeiger auf das entsprechende Bild, rechte Maustaste, und "In Google nach diesem Bild suchen" klicken. Ja, man konnte auch schon bisher nach Bildern suchen, via Google Bildersuche oder mit speziellen Programmen, aber so einfach wie jetzt war es noch nie.

Und siehe da: Die Rückwärtssuche nach Bilder brachte auf Anhieb knapp 500 Treffer für dieses eine Bild!

Eigentlich ja mehr als erfreulich, wenn das eigene Photo verwendet wird, was ich ausdrücklich erlaube mit einer by-nc-sa Creative Commons Lizenz. AttributionNoncommercial, Share Alike - das sind die Bedingungen.

Nein ich werde nicht alle Treffer kontrollieren, aber einige Stichproben habe ich gemacht: Und gleich entdeckte ich u.a. kommerzielle Medien Websites, die mein Bild nutzen, aber ohne jegliche Referenzierung, also weder eine Attribution noch Beachtung von Noncommercial.

Und itnews schreibt auch noch ganz frech unter die Meldung "Copyright © iTnews.com.au . All rights reserved."

Screenshot itnews Website 2. Okt. 2013, 19:00
(http://www.itnews.com.au/News/347544,australian-internet-traffic-to-grow-fivefold-by-2016.aspx)
Oder der Radiosender 720 ABC Perth

Screenshot 720 ABC Perth 2. Okt. 2013, 19:00
(http://blogs.abc.net.au/wa/2013/05/the-best-bits-of-the-internet-brought-to-us-by-jess-mcguire.html)

Nicht viel besser bei The Atlantic Wire:

Screeshot The Atlantic Wire 2. Okt. 2013, 19:15
(http://www.theatlanticwire.com/technology/2013/03/dns-attacks-explained/63602/)

Unten rechts unter dem Bild liesst man ganz klein "flickr", aber ohne Verlinkung - eine sehr professionelle Referenzierung fremder Inhalte eines kommerziellen Magazins ...

Und selbst T-Mobile UK klaut ungeniert, selbstverständlich mit Copyright Vermerk auf der Seite:

Screenshot T-Mobile UK 2. Okt. 2013, 19:15
(http://store-t-mobile.co.uk/truly-unlimited-internet.html?ref=news_link)

Wie es richtig geht mit der Referenzierung, zeigt Wired, auch wenn streng genommen die Bedingung NonCommercial die Verwendung nicht erlaubt ...

Screenshot Wired 2. kt. 2013, 19:45
(http://www.wired.com/opinion/2012/12/hey-dont-forget-about-internet-access-in-the-u-s)

Ach ja, auffällig ist, dass vor allem andere Blogger das Photo korrekt referenzieren, wenn auch längst nicht alle.

Und jetzt genug davon.


Update 8.Okt. 2013, 07:00: 
Bilderklau im Netz - eine weniger zufällige Stichprobe



18. September 2013

Chromecast in der Schweiz - erste Erfahrungen

Es war einmal eine Suchmaschine namens Google, anno 1998 ....

Und heute? Google, Gmail, Youtube, Streetview, Maps, Earth, Picasa, Google+, Hangout, Chrome, Android, Nexus, und vieles mehr - und jetzt Chromecast.

Mit Chromecast will Google jetzt auch unsere Wohnzimmer erobern, die Couch Potatoes bedienen.

Mit Chromecast wird das teure Fernsehgerät zu einem Bildschirm mit direktem Internetanschluss und einer Art Fernsteuerung degradiert - oder sollte man bei dem Angebot an TrashTV besser von befördert sprechen?

Das kleine Ding könnte tatsächlich das Fernsehen drastisch verändern.

Bisher gibt es Chromecast leider noch nicht in der Schweiz. Über Umwege, sagen wir mal so, habe ich seit gestern Chromecast - und es ist kaum zu glauben wie ein Gerät, das gerade einmal 35 Dollar kostet, im Handumdrehen die Nutzung des TV Geräts verändern kann!

"If you can plug an HDMI cable into a television, you can use Chromecast." schreiben sie bei Techradar, und genau so einfach ist die Installation tatsächlich. Ok, man muss auch noch in der Lage sein, via Webbrowser ein paar Klicks zu machen und man sollte den Namen und das Passwort seines WLANs kennen. Keine fünf Minuten und das System ist startklar.

TV Bildschirm bei der Installation von Chromecast

Zur Installation gibts z.B.  hier bei android-schweiz.ch einen guten Erfahrungsbericht (man liest länger als die Installation tatsächlich dauert....). Einen ausführlichen Bericht gibt's auch beim Technikblog.

Und was gibt's zur Nutzung zu sagen?

"What makes the Chromecast so good is its simplicity" schreibt JR Raphael bei der Computerworld in seinem Review nach einem Monat Chromecast Nutzung. Dem kann ich grundsätzlich nur zustimmen.

Aus Schweizer Sicht ist die Nutzung noch eingeschränkt:
Das zu nutzende Angebot ist (noch) beschränkt, da Chromecast offiziell nicht in Europa verfügbar ist. Da Chromeast nur mit diversen Chromecast-fähigen Apps wie z.B. Netflix funktioniert, die eben bei uns gar nicht funktionieren, ist das Angebot auch nicht nutzbar.

Ich habe Chromecast auf drei Endgeräten kurz ausprobiert:

Am meisten überzeugt mich nach dem aktuellen Stand die Nutzung via Windows 7 Notebook. Sämtliche Inhalte des Chrome Browsers lassen sich nach der Installation der Google Cast Erweiterung auch auf dem TV Gerät zeigen (nein, ich habe keinen extragrossen externen Monitor). Das macht eher weniger Sinn für normale Webseiten. Aber wer z.B. die Mediatheken der Fernsehanstalten nutzt, ist mit Chromecast nicht mehr darauf angewiesen, die Doku, den Film oder die Serie auf dem PC Bildschirm anzusehen. Und natürlich lassen sich so alle Videos, Fotos, etc. - eben sämtliche Browserinhalte - auf dem TV Gerät ansehen. Beim Videokonsum sollte man darauf achten, möglichst hochauflösende Videos abzuspielen, ansonsten ist der Sehgenuss doch eher limitiert.

Chromecast streamt keine lokalen Inhalte: will man etwas auf dem TV Gerät ansehen oder zeigen, z.B. eine Fotoserie, müssen die Inhalte Online, z.B. in einer Cloud, verfügbar sein. Aber das dürfte sowie bei vielen Nutzern Standard sein.

Die Apps für mein Adroid Nexus 4 Smartphone und das iPad muss man sich in den jeweiligen App Stores in den USA besorgen, vielleicht der kniffeligste Teil für den eher unbedarften Nutzer.

Chromecast Android App

Die Android App bietet vier verschiedene Anwendungen, davon gibt es aber zwei - Netflix und Play Movies - nicht in der Schweiz. Youtube funktioniert wunderbar, bei Play Music habe ich keine Option gefunden, die Inhalte via Chroemcast abzuspielen - was bei Musik wohl auch kaum wirklich Sinn macht.

Chromecast iPad App

Die iPad App bietet momentan zwei Anwendungen, Youtube und Netflix (das in der Schweiz nicht angeboten wird).

Die mobilen Browserversionen sind weder für Android noch für iOS Chromecast fähig.

Nach ein paar Stunden Nutzung lässt sich zusammenfassend sagen:

Das Angebot für Chromecast ist auf den ersten Blick noch relativ gering, insbesondere bei uns in der Schweiz. Faktisch sind die Browserinhalte des Chrome Browsers auf dem Windows 7 Notebook/PC sowie Youtube Inhalte auf allen Plattformen via Chromecast auf dem TV Gerät konsumierbar. Das klingt zunächst eher wenig, ist aber doch sehr viel in Anbetracht der Möglichkeiten, die vor allem die Darstellung von Inhalten aus dem Chrome Browser auf dem TV Gerät erlauben.
Und man darf sich sicher sein, dass Google einerseits die Zahl der Anwendungen rasch erweitern wird, andererseits Chromecast wohl auch in absehbarer Zeit offiziell nach Europa kommt.

Das wenige Herumprobieren mit Chromecast zeigt auch deutlich, wie wir uns weiter von der starren Programmstruktur der TV Anbieter und deren Inhalten lösen können und werden. Chromecast erlaubt es uns, eigene Inhalte zusammenzustellen und via dem TV Gerät in der guten Stube zu konsumieren - und diese Inhalte kommen je länger desto weniger von den traditionellen TV Anbietern. Wenn Netflix und Googles Play Movies auch bei uns angeboten werden bzw. den Durchbruch schaffen, gibt es keinen Grund mehr, z.B. Spielfilme oder TV Serien - incl. der Werbeunterbrechungen - von einem TV Anbieter zu konsumieren.

Verify - Install - Run

Während der Installation

Go!


Ergänzung 11.12.2013:
Inzwischen gibt es eine Reihe weiterer Appsfür Chromecast:





27. August 2013

Blogs in der Lehre - Feedback von Studierenden (FS 2013)


Im vergangenen Frühjahrsemester 2013 haben die Studierenden im Rahmen der Lehrveranstaltung "Informationsgesellschaft, -ethik und -politik" (IGEP) im Bachelorstudiengang Informationswissenschaft an der HTW Chur wieder einen thematischen Blog zu ihren jeweiligen Themen über das ganze Semester geführt, diesmal in 2er-Teams.

Wie schon in vorangegangenen Veranstaltungen habe ich nach Abschluss des Semesters eine anonyme Umfrage durchgeführt. Die Auswertung präsentiere ich hier zusammenfassend.

Die Erhebung wurde Online via Unipark durchgeführt. Insgesamt konnte ich 14 Fragebögen auswerten, der Kurs hatte 20 Teilnehmer, 90% der Studierenden waren weiblich. Die Studierenden sind berufsbegleitend Studierende und in Bezug auf das Alter nicht immer Angehörige der Net-Generation.

Es folgt eine zusammenfassende Präsentation der Ergebnisse, die komplette Auswertung ist im Foliensatz am Ende des Beitrags dokumentiert. Einen zeitlichen Vergleich über die bisher drei durchgeführten identischen Umfragen erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt.

Vorherige Blog Erfahrungen 
Ein Fünftel der Studierenden hatte bereits Erfahrungen mit der Blogosphäre; Erfahrungen mit einem eigenen Block hatte nur eine Person.

Aufsetzen des Blogs (technisch)
Vier Studierende fanden das das Aufsetzen des Blogs (sehr) schwierig.

Wordpress wurde überwiegend als Blogsystem genutzt (10), darüber hinaus wurden Blogspot und Tumblr genutzt.  

Start des Blogs (inhaltlich)
Der Start des Bloggens an sich wurde (erwartungsgemäss) als eher schwierig bezeichnet, was sicher auch mit den fehlenden Blogerfahrungen zu tun hat..  

Führen des Blogs (zeitlich)
Der Zeitaufwand für's Bloggen hat sich über das Semester nur wenig reduziert.

Die Erfahrungen mit der thematischen Auseinandersetzung über ein Semester hinweg wurden wieder grundsätzlich positiv beurteilt.

Auch der Wissenszuwachs durch das Bloggen über ein Semester hinweg wurde wiederum überwiegend als sehr positiv beurteilt. 

Das IGEP Format
11 Studierende fanden das Format der Lehrveranstaltung als (sehr) gut; nur ein Studierender meint, dass er druch eine klassische Hausarbeit einen grösseren Wissenszuwachs erfahren hätte.

Die komplette Auswertung ist in der folgenden Präsentation dokumentiert:


Bildquelle: flickr.com/DonnaGrason