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6. Mai 2015

Die Bodenseeregion als Innovationsregion – heute und in Zukunft: Mein Beitrag zum Wirtschaftskonzil

Anlässlich des Wirtschaftskonzils vom 30. April 2015 in Konstanz war ich eingeladen, im Forum 3: "Innovation als Zukunftssicherung im Bodenseeraum" ein einführendes Impulsreferat zu halten. Im Folgenden möchte ich einige Aspekte hier kurz aufgreifen. Meine Kernbotschaften waren Vernetzung und Offenheit bzw. Grenzen überwinden.

In meinem Vortrag habe ich zunächst einen Blick zurück in die Zukunft gemacht. Mit Projekten wie dem regionalen, grenzüberschreitenden Onlinemarktplatz Electronic Mall Bodensee (emb.net) (Start 1995), der Virtuellen Fabrik Euregio Bodensee - ein Netzwerk von Unternehmen (Start 1996) und der Gründung der Internationalen Bodenseehochschule IBH - die Vernetzung von 30 Hochschulen (Start 1999) hat die Bodenseeregion bewiesen, dass sie innovative Konzepte entwickeln und umsetzen kann, insbesondere unter den Aspekten vernetzt und grenzüberschreitend.

Das Projekt Electronic Mall Bodensee hat bereits vor 20 Jahren aufgezeigt, dass technologische Entwicklungen wie das damals aufkommenden World Wide Web Chancen und Herausforderungen für Wirtschaft und Gesellschaft darstellen.

Das Publikum im Forum 3
Gegenwärtig beobachten wir technologische Entwicklungen, die wiederum für Wirtschaft und Gesellschaft neue Chancen und ebenso Herausforderungen darstellen: Im Vortrag habe ich das Social Web, den 3D-Druck, das Internet der Dinge sowie Industrie 4.0 kurz skizziert. Auch hier geht es um Vernetzung in jeglicher Form: So z.B. die Vernetzung der Menschen, der Dinge, der Unternehmen, der Disziplinen, der Technologien.

Diese Entwicklungen und die darauf aufbauenden Innovationen werden unterschiedlichste Wirkungen mit sich bringen: Neue Wertschöpfungsprozesse, neue Fertigungsverfahren, neue in Form Produkte und Services, neue Formen der Vernetzung, neue Player auf den Märkten, neue Berufsbilder, neue Rollen, veränderte Arbeitsmärkte, neue Anforderungen an Aus- und Weiterbildung und das Lernen an sich.

Das Podium im Forum 3
(Quelle konstanzer-konzil.de)
Das Beispiel der digitalen Baukultur zeigt deutlich auch die gesellschaftlichen und sozialen Implikationen dieser Innovationen auf.

In der Wirtschaft ist es inzwischen üblich, dass Kunden, Lieferanten oder weitere Partner der Unternehmen in die Innovationsprozesse eingebunden werden - man spricht hier von offener Innovation. Somit können Innovationsprozesse optimiert werden, Unternehmen somit den Herausforderungen unserer Zeit, vor allem die hohe Geschwindigkeit der Veränderungen, entgegen treten.

Erst allmählich setzt sich die Erkenntnis durch, dass im Sinne des Open Governments auch im gesellschaftlichen und sozialen Bereichen Konzepte der offenen gesellschaftlichen Innovation (OGI) dazu beitragen können, wertvolle Impulse für die gemeinsame Weiterentwicklung des Gemeinwesens zu liefern. Auch hier hat die Bodenseeregion mit dem Projekt eSociety Bodensee 2020, das von der IBH gefördert wurde, einen wichtigen Beitrag geleistet.

Vernetzung mit Interessierten
auch ausserhalb des Forums
Neben den vielfältigen Optionen und Notwendigkeiten der Vernetzung geht es für die Gestaltung der Zukunft vor allem darum, Grenzen zu überwinden: Neben den Landesgrenzen und dem vereinenden wie gleichzeitig trennenden Bodensee sind die vor allem die immer noch bestehenden Grenzen zwischen Wirtschaft und Gesellschaft, zwischen Wirtschaft und Hochschulen, zwischen Gesellschaft und Politik, zwischen Disziplinen. Wenn wir aus den genannten technologischen Entwicklungen Innovationen entwickeln wollen, müssen wir bereit sein noch viel stärker interdisziplinär zu denken, das Gewohnte zu verlassen, offen zu sein: Offene (gesellschaftliche) Innovation.



Bericht der IBK zum Wirtschaftskonzil
Video zum Wirtschaftskonzil


2. April 2015

Social Media und Wahlkampf: "Der Wahlherbst zwitschert leise"

Im Regionaljournal auf SRF1 hatte ich heute in einem längeren Interview die Gelegenheit, zur Social Media Nutzung im bevorstehenden Nationalrats- und Ständeratswahlkampf Stellung zu nehmen und die aktuellen Aktivitäten einiger Kandidaten und Kandidatinnen aus der Ostschweiz und Graubünden zu kommentieren.

Ich möchte Pius Kessler (@keschpi) vom Team des Regionaljournals danken, dass er das Thema Social Media und Politik immer wieder aufgreift und platziert.

Link zum Online Beitrag Der Wahlherbst zwitschert leise

Link zum gesendeten Radiobeitrag (ab ca. Minute 12:00) (mp3 Datei)


26. März 2015

Die Transformation der Wirtschaft zur digitalen Wirtschaft ist noch am Anfang

In der Studie Leading a Digical℠ transformation haben Bain & Company die Transformation der Wirtschaft zur digitalen Wirtschaft untersucht. Dabei wird vor allem auf das Verschmelzen der digitalen mit der realen Welt fokussiert.
"The truth is that both the digital world and the physical one are indispensable parts of life and of business. The real transformation taking place today isn’t the replacement of the one by the other, it’s the marriage of the two into combinations that create wholly new sources of value. This is a phenomenon we at Bain call Digical"  (Quelle: Bain & Company)
Es wird deutlich, dass in den meisten Branchen das Transformationspotential noch beträchtlich ist.

Quelle: Bain & Company

Zum Beispiel in der Automobilindustrie.

Dazu passt der Bericht über eine Medienkonferenz eines Automobilherstellers. Aber was soll kommuniziert werden? Neue Motoren? Neue Austattungsvarianten? Neue Modelle?

Nein. Es wir ein Software Update kommuniziert.

Und weiter:
"Denn das Software-Update erfolgt wie beispielsweise bei Smartphones aus der Luft. Man spricht von OTA (over the air), und dies ist die eigentliche Neuigkeit für den Automobilbereich." (NZZ 26.3.2015)
Und das ist erst der Beginn der Transformation in der Automobilbranche. Apple, Google, Tesla und Co. werden die Trends setzen.

13. März 2015

eParticipation - Warum Online keine politische Diskussion aufkommt: eine Momentaufnahme

Die Idee der eParticipation ist es, Beteiligungsprozesse mit Hilfe der Mitteln der Informations- und Kommunikationstechnik, heute zumeist dem Internet und seiner Dienste, zu unterstützen und zu ergänzen. Insbesondere der Einsatz von Social Media soll dazu führen, dass Bürger z.B. einer Gemeinde sich intensiver an politischen Prozessen beteiligen.

Eine Studie des IPMZ an der Uni Zürich zum Thema Internet und Politik in der Schweiz 2013 zeigt deutlich, dass nur sehr wenige Bürger Online an politischen Diskussionen teilnehmen, sie aber sehr wohl Offline mitdiskutieren.

Nutzung"des"Internet"für"politische"Beteiligung (Quelle IPMZ)

Dass politische Meinungsäusserungen, Diskussionen und Dialoge Online kaum stattfinden, zeigt auch ein Blick auf die Online Präsenzen und insbesondere Social Media Profile von Politikern oder Gemeinden. Damit beschäftigt sich auch der NZZ Artikel Wie Parteien Social Media nutzenSelfies, tote Seiten und ein bisschen Wahlkampf von heute. 

Aber woran liegt das?

Ich frage immer wieder Studierende danach, so auch heute die Studierenden der Informationswissenschaft der HTW Chur im Fach 'Informationsgesellschaft, -ethik und -politik' (IGEP).

Ihre Antworten kreisen alle um die folgenden Argumente:
  • Eine (synchrone) Face-to-Face Diskussion ist leichter zu führen, man kann unmittelbar auf Aussagen und Argumente reagieren, auch seine eigene Meinung präzisieren oder revidieren. 
  • Verbal ist es einfacher sich spontan auszudrücken als schriftlich.
  • Verbale Aussagen in einer Face-to-Face Diskussion haben grundsätzlich eine geringe Reichweite und eine kurze Halbwertzeit.
  • Aussagen in Online Diskussionen können – möglicherweise aus dem Kontext oder Zusammenhang gerissen - digital weiterverbreitet – auch an nicht intendierte Nutzer - und archiviert werden. 
Der Respekt vor der Online Meinungsäusserung hat zweierlei Hintergründe: Einerseits die Unsicherheit oder gar die Unwissenheit darüber, was mit meinen Aussagen geschehen kann („jeder kann lesen was ich denke“), andererseits das durchaus ausgeprägte Bewusstsein, dass digitale Inhalte anders als verbale Aussagen zu bewerten sind und hier notabene Vorsicht geboten ist.

Tatsächlich ist es so, dass digitale Beiträge, egal ob gründlich reflektiert oder sehr spontan und situativ entstanden, (möglicherweise) auch nach Monaten und Jahren noch auffindbar sind. Dagegen sind verbale Aussagen von gestern Morgen in aller Regel bereits vergessen.

Aus diversen Gründen haben es politische Diskussionen auf Online Plattformen also schwer. Ggf. wäre es zu überlegen, ob Online Diskussionen mit einer Art Verfallsdatum versehen werden und danach schlichtweg gelöscht werden - womit sicher längst nicht alle Probleme gelöst wären - und ggf. lediglich Kernargumente in einer Art Zusammenfassung präsentiert werden. Zumindest ein Teil der hier angesprochenen Beweggründe könnte man so adressieren.

Nachtrag 16.3.2015
Eine Idee zum Thema Verfallsdatum hatte @adfichter in einem Tweet: Politische Online Diskussionen nach dem Snapchat Prinzip.
Bildquellen: eigenes Photo und Bernet ZHAW Studie Social Media Schweiz 2013



22. Januar 2015

eParticipation für Kinder und Jugendliche - Motivation aus Sicht der Forschung

10532701395_fae5e101e8_zEin gemeinsamer Beitrag von Rosmarie Arnold und mir (Crossposting vom FHS eSociety Blog)

Die Autoren beschäftigen sich an der FHS St. Gallen in der Aus- und Weiterbildung wie auch in der Forschung und Dienstleistungsprojekten mit dem Thema eParticipation für Kinder und Jugendliche aus einer interdisziplinären Perspektive. Im folgenden Beitrag zeigen die Autoren die Motivation für das Thema aus Sicht der Forschung auf.  

Die eParticipation für Kinder und Jugendliche, wie sie z.B. in diesem Projekt in Grabs umgesetzt werden soll oder im Projekt Scoop-it 2.0 bearbeitet wird, fokussiert auf die Nutzung der Mittel der Informations- und Kommunikationstechnologie, insbesondere neue bzw. soziale Medien, im Rahmen der gesellschaftlichen Partizipation von Kindern. Die eParticipation für diese Altersgruppe ist bis dato nicht systematisch untersucht und aufbereitet worden, es finden lediglich weitgehend isolierte Aktivitäten statt.

Das übergeordnete Thema der offenen gesellschaftlichen Innovation wurde erst jüngst mit wissenschaftlichen Ansätzen untersucht (z.B. (Chesbrough & Minin, 2014Herzberg, 2012Lucke et al., 2012)). Die Themenstellung ist deswegen als hoch innovativ einzuordnen.

Die einzelnen Bausteine sind demgegenüber durchaus gut erforscht und dokumentiert. So geht die Forschung zur politischen Partizipation bereits auf die 60er Jahre zurück (vgl. z.B. (Arnstein, 1969)). Die politische Partizipation von Kindern und Jugendlichen ist ebenfalls gut dokumentiert (z.B. (Fatke & Niklowitz, 2013Wittwer, 2014)). Die Wirtschaftsinformatik beschäftigt sich ebenfalls mit der Rolle der IKT in diesem Kontext (z.B. (Buhl, 2011)). Der Themenkreis Kinder/ Jugend und Partizipation wird in der Sozialpädagogik spätestens seit den 70er-Jahren des letzten Jahrhunderts in der Öffentlichkeit - auch kontrovers – thematisiert und hat durch den sozialen Wandel neue Herausforderungen im Zusammenhang mit den neuen sozialen Medien erhalten (z.B. (Leistert & Röhle, 2011)). Dies geht einher mit der zunehmenden Besorgnis über das abnehmende Interesse der Jugendlichen an der Mitwirkung an politischen Fragen (z.B.(Oser & Biedermann, 2003)). Die aktuelle Studie "Von der Stimme zur Wirkung“ zur Partizipation von Kindern und Jugendlichen in der Schweiz, deren Ergebnisse vollumfänglich Anfang 2015 publiziert werden sollen, kommt zum Schluss: „…und auf Gemeindeebene ist die Partizipation immer noch gering“ (Rieker, 2014) (vgl. dazu auch Zimmermann, 2014).

Das Konzept der offenen Innovation ist in der Wirtschaft seit längerem bekannt, wird erfolgreich angewendet und ist intensiv beforscht. Die Anwendung der Konzepte offener Innovation im gesellschaftlichen bzw. im sozialen Kontext ist dagegen bisher kaum systematisch untersucht worden. Man spricht hier entsprechend von ‚offener gesellschaftlicher Innovation‘ (Lucke et al., 2012) bzw. von ‚offener sozialer Innovation‘ (Chesbrough & Minin, 2014).

Die Partizipation ist ein zentrales Element offener gesellschaftlicher Innovation; sie bindet Bürger und Bürgerinnen in Meinungsbildungs- und Entscheidungsprozesse von Politik und Verwaltung bzw. des Gemeinwesens ganz allgemein ein. Bürger und Bürgerinnen haben so die Möglichkeit zur Lösung gesellschaftlicher und sozialer Herausforderungen des Gemeinwesens beizutragen. Die Bedürfnisse von Gemeinwesen nach einer stärkeren Einbindung von Bürgern und Bürgerinnen allgemein und Kindern und Jugendlichen im speziellen stellen eine allgemeine Entwicklung dar. Die Stärkung der Partizipation, insbesondere von informellen Partizipationsverfahren, ist aktuell ein zentrales Thema auch in der Schweiz, wie auch im Bericht der Bundeskanzlei an den Bundesrat zum Ausdruck kommt (Schweizer Bundeskanzlei, 2011).

Insbesondere die Einbindung von Kindern und Jugendlichen in gesellschaftliche und soziale Prozesse ist gegenwärtig ein zentrales Anliegen. Dies zeigt sich u.a. in den Programmen des Bundesamtes für Sozialversicherungen (BSV) im Rahmen der „Finanzhilfen Kinder- und Jugendförderungsgesetz KJFG“, bei denen das Thema Partizipation im Mittelpunkt steht. Die Relevanz des Themas zeigte u.a. auch die Diskussion rund um die Analyse des Abstimmungsverhaltens Jugendlicher im Februar 2014 (vgl. z.B. (Bühler, 2014)).

Im Rahmen der offenen gesellschaftlichen bzw. sozialen Innovation werden dabei heute zunehmend die Möglichkeiten des Einsatzes der Mittel der Informations- und Kommunikationstechnik, hier insbesondere die sog. „neuen Medien“ bzw. „sozialen Medien“ geprüft. Man spricht in diesem Zusammenhang von der eParticipation. eParticipation verknüpft die Methoden der Partizipation mit IKT gestützten Instrumenten. In ihrem Bericht widmet die Bundeskanzlei dem Thema „E-Demokratie und E-Partizipation“ ebenfalls grosse Aufmerksamkeit (Schweizer Bundeskanzlei, 2011).
Insbesondere Kinder und Jugendliche, die sog. Digital Natives, nutzen diese Medien heute selbstverständlich in ihrem Alltag in Schule, Ausbildung und Freizeit, wie zahlreiche Studien und Untersuchungen zeigen und thematisieren. (vgl. z.B. (Wampfler, 2014)). In der aktuellen Studie von Golder et al. wird hierzu unter der Überschrift „Reformimpuls 1“ explizit festgehalten: „… Um das politische Interesse bei Jungen zu stärken, müssen allerdings elektronische und soziale Medien verstärkt berücksichtigt werden.“ (Golder et al., 2014, 6).
Kinder- und Jugendmitwirkung auf Gemeindeebene wird in vielen Gemeinden von verschiedenen Kantonen formuliert und praktiziert. Diese Mitwirkung nutzt aber bisher eher traditionelle Methoden. Instrumente, welche Mittel der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) einsetzen, werden bisher nicht oder nur vereinzelt und zufällig eingesetzt.

Bildquelle: undpeuropeandcis on flickr.com (CC BY-NC-SA 2.0)

28. Dezember 2014

Logistik ist Key - oder auch nicht

Ja, ich mag Google, finde die Firmengeschichte von den Anfängen der Suchmaschine bis heute beeindruckend. Und ich nutze die Google Dienste oft und gerne. Ja, und ich traue Google einiges zu.

Und auch die Smartphones mag ich: Deswegen möchte ich auch gerne das neue Nexus 6 kaufen; Nexus 4 und 5 hatte ich bereits.

Diesmal bestellte ich direkt bei Google Play, und zwar am 11.12.2014. Warum? Nun, meine Bestellung bei digitec.ch habe ich storniert, nachdem es hiess, dass die Lieferung  - entgegen der ersten Ankündigung - erst "ca. Anfang Februar" erfolgt.

Bei Google Play hiess es demgegenüber, dass die Lieferung noch im Dezember erfolgt. Immerhin mindestens ein Monat Unterschied!

Und naiver weise dachte ich, Google wird ja schon wissen wann Google ein Google Produkt liefern kann. Denkste!

Bis am 26.12.2014 hiess es durchaus beruhigend: "Verlässt das Lager bis am 26.12.14"

Detailseite der Bestellung: Screenshot 26.12.2014

Und dann der Frust am 27.12.2014: Kein Status! Und auch kein eMail, das eine Lieferung bestätigen würde.


Detailseite der Bestellung: Screenshot 27.12.2014

Ein Versehen?
Ok, Hotline anrufen, nachfragen. Nach 15 Minuten Warteschleife hatte ich dann endlich jemand am anderen Ende, offenbar nicht sonderlich motiviert. Nach Prüfung meiner Daten hiess es nur lapidar (sinngemäss):
Wir können auch nicht sagen wann Ihr Nexus geliefert wird; uns wurde nur gesagt dass wir sagen sollen, dass die Auslieferung sicher nicht vor der ersten Januarwoche stattfinden wird. 
Das hat mich dann auch zu meinem Twitter Kommentar verleiten lassen.
Ich kann durchaus nachvollziehen, dass bei der Lancierung eines neuen Produkts durch Fehleinschätzungen Verzögerungen etc. entstehen. Dass das eine Firma wie Google das nicht besser im Griff hat, kann ich nicht wirklich verstehen.

Logistik ist Key lesen wir überall, Same Day Delievery oder gar 1 Stunden Lieferversprechen sind die Themen in der eCommerce Logistik, die Sendungsverfolgung ist heute Standard. Google hat hier eindeutig noch Nachholbedarf.

... und auf der Übersichtsseite meiner Bestellungen steht heute, 28.12.2014, immer noch: "Verlässt das Lager bis am 26.12.14"

Übersichtsseite meiner Bestellungen: Screenshot 28.12.2014

(Zwischen) Fazit: Google weiss eben nicht wann Google ein Google Produkt ausliefert.


Mal sehen was vor allem wann passiert, stay tuned!

Update 5.1.2015, 19:30
Am heutigen Vormittag war der Status der Bestellung immer noch auf "Verlässt das Lager bis am 26.12.14".

Dann am Abend das erlösende eMail: "Ihre Google Play-Bestellung vom 11.12.2014 wurde versandt".

Zwar steht auf der Detailseite der Bestellung inzwischen als Status "Versandt", aber die Bestellübersicht sagt immer noch "Verlässt das Lager bis am 26.12.14". Nun gut.

Ab jetzt ist UPS verantwortlich.


Update 8.1.2015, 18:30
... und UPS hat einen guten Job gemacht, sehr ausführliche Tracking Informationen, und dann heute Vormittag die Information: Paket geliefert.

Lieferbestätigung von UPS

Und was macht der Status meiner Bestellung bei Google Play?
Da steht auf der Übersichtsseite immer noch dasselbe...

Übersichtsseite meiner Bestellungen: Screenshot 8.1.2015




10. Dezember 2014

#stparl - Ein Lehrstück in offener und transparenter Demokratie: Wie das stgaller Stadtparlament live via Twitter informiert

Quelle: tagblatt.ch
Gestern diskutierte und verabschiedete das stgaller Stadtparlament das Budget 2015; dazu gibt es einen ausführlichen Bericht bei tagblatt.ch.

Seit Anfang 2012 wird live aus den Sitzungen des stgaller Statdtparlemtents getwittert. Live Tweets aus einer Parlamantsdebatte schaffen Transparenz und erlauben Interessierten das Verfolgen der Sitzung. So auch gestern. Und wie.

Während der mehr als sechstündigen Sitzung wurde laufend via @sanktgallen über den Verlauf der Budgetdebatte getwittert. Ein grosses Lob gebührt ^sh von der Kommunikation der Stadt St. Gallen.


Sechs Stunden lang eine Debatte zu verfolgen, die wichtigsten Beiträge, Diskussionen und Entscheide in 140 Zeichen zu verpacken, das ist Knochenarbeit.

Und wen  es einmal eine Unklarheit gab, wurde sie sofort korrigiert.


Aus dem Parlament selbst twitterten (nur) zwei Abgeordnete: @angelozehr @stefangrob76 und @hugentoblersg. Die Frage nach weiteren twitternden Abgeordneten blieb leider offen. Auch das Account der Abgeordneten @BAFrei blieb nach der Stadtratswahl auffällig ruhig.

@marcelbaur hat inzwischen eine Liste aller twitternden Stadtparlamentarier angelegt. (ergänzt 10.12., 11:30)

Eine Sammlung aller Tweets, die mit #stparl getagged waren, gibt's bei storify.

Aber auch ausserhalb von #stparl gab es Diskussionen und Feedbacks.


Und auch die Medien schätzen den Service:


Erfreulich auch, dass Stadtpräsident Scheitlin voll und ganz hinter den Investitionen für die Social Media Aktivitäten der Stadt steht.



Mein Fazit: Wie auch schon getwittert, die Berichterstattung über die Budgetberatungen war ein Musterbeispiel für gelebte offene Demokratie. Das Beispiel zeigt auf wie der Einsatz neuer Medien die Ziele von Open Government unterstützt.



2. Dezember 2014

Beobachtungen zum Social Media Wahlkampf zur stgaller Stadtratswahl am 30. November 2014

Leserbriefe im St.Galler
Tagblatt (24.11.2014)
Am Sonntag, 30. November 2014, wurde in St. Gallen ein neuer Stadtrat gewählt - offiziell "Ersatzwahl eines Mitglieds des Stadtrates für den Rest der Amtsdauer 2013 bis 2016" -, Peter Jans hat die Wahl deutlich im ersten Wahlgang gewonnen. Dazu herzlichen Glückwunsch.

Der Offline Wahlkampf verlief durchaus intensiv, wie auch zu erwarten bei drei Kandidaten für einen Posten. Es gab Stände in der Stadt, Podiumsdiskussionen und Radio- und TV-Auftritte. Dazu zahlreiche Leserbriefe in der Lokalpresse - deren Verteilung im Stadtgebiet sogar analysiert wurde. Und natürlich lächelten uns die Konterfeis der Kandidaten von Plakatwänden im ganzen Stadtgebiet an.

Und wie verlief der Wahlkampf in den Social Media, im Jahre 2014?
Das wollte ich - wie schon früher - wissen und habe deswegen seit Anfang Oktober den Wahlkampf in den Social Media beobachtet.

Um es gleich zu sagen: Genauso zäh wie die Verkündigung der Wahlergbnisse via Online- bzw. Social Media am Sonntag war auch der Wahlkampf an sich, eher träge und zäh, ohne echte Dynamik. Social Media eher als Alibi. Online und Social eher als (lästiges?) Add On zu Offline.
Bei @tagblatt_ch gab es keinen einzigen Tweet zu den Wahl- und Abstimmungsergebnissen vom Sonntag. Und Online hat man beim Tagblatt sogar ein falsches Bild des Wahlgewinners publiziert.

Im folgenden möchte ich aufzeigen, wie die beiden Kandidaten Barbara Frei und Peter Jans auf Facebook und Twitter zwischem dem 1.10. und 26.11.2014 aktiv waren. Der Kandidt This Bürge wird nicht weiter analysiert, da er kein Facebookprofil unterhalten hat und in dem genannten Zeitraum genau einen Tweet veröffentlicht hat.


Quelle: Facebook, 30.11.2014
Barbara Frei ist seit 23.7.2014 mit ihrem Profil Barbara Frei in den Stadtrat aktiv.
Im Zeitraum 1.10. bis 26.11.2014 (8 Wochen) wurden insgesamt 23 Beiträge veröffentlicht. Diese wurden 182 Mal geliked und 10 Mal kommentiert. (Daten gemäss fanpage karma)
In praktisch allen Postings wurden entweder Bilder und/oder Links zu Medienberichten oder auf die eigene Homepage geposted, in einigen wenigen Beiträgen wurden Hinweise auf Wahlkampfveranstaltungen oder -aktivitäten publiziert. Einen Beitrag, der ein bestimmtes Thema aufgreift und diskutiert und ggf. zur Reaktion aufruft, sucht man vergebens.
Die folgende Grafik zeigt die Postings, Likes und Kommentare je Woche. Die Daten geben jeweils das Enddatum der beobachteten Woche an.

Quelle: Facebook/ fanpage karma

Quelle: Facebook, 1.12.2014
Peter Jans ist seit dem 14.8.2014 als Kandidat auf Facebook präsent.

Er hat im gleichen Zeitraum 1.10. bis 26.11.2014 (8 Wochen) insgesamt 41 Beiträge publiziert, die 444 Likes und 45 Kommentare erhielten, vgl. Grafik.
Auch hier wurden überwiegend Photos und/oder Links auf andere Quellen publiziert, originäre inhaltliche Beiträge findet man im Prinzip nicht.
Insgesamt also einerseits höhere Zahl von Beiträgen, andererseits auch eine höhere Quote an Interaktivität bei ca. 10 Likes je Beitrag im Durchschnitt.
Peter Jans war also etwas aktiver auf Facebook als seine Mitbewerberin, auch konnte er mehr Facebooknutzer für sich gewinnen.

Quelle: Facebook/ fanpage karma

Diese Entwicklung lässt sich auch mit der höheren Zahl von Fans erklären:
Was die Zahl der "Gefällt mir" Angaben angeht, so konnte Barbara Frei die Zahl ihrer Fans innerhalb der acht Wochen von 185 auf 209 (113%) steigern, Peter Jans dagegen von 247 auf 335 (136%). Peter Jans konnte hier stärker zulegen als Barbara Frei. Kurz vor der Wahl hatte Peter Jans 60% mehr Fans als Barbara Frei.

Quelle: Facebook

Auch wenn die Art der Beiträge auf Facebook ähnlich sind, so konnte Peter Jans insgesamt mehr Nutzer für sich aktivieren.


Und wie lief es drüben bei Twitter?

@BAFrei ist seit 9. April 2011, @PeterJansSG seit 11. Sept 2014 mit einem Twitterkonto aktiv. Bis zum 30.11.2014 hatte Barbara Frei total 38 und Peter Jans total 26 Tweets verschickt.

Getwittert hat Barbara Frei im betrachteten Zeitraum mehr als Peter Jans, aber beide auf niedrigem Niveau.

Quelle: Twitter

Was die Inhalte der Twets angeht, so gleicht sich das Bild mit Facebook. Im Wesentlichen wurden Links und/oder Photos vertwittert. Einen Dialog oder Interaktion gab es nur dann, wenn die beiden Kandidaten von anderen Twitteren direkt angesprochen wurden.


Bei beiden Kandidaten hat sich die Zahl derjenigen, den sie folgen, im Prinzip nicht verändert während des Zeitraums von acht Wochen; beide liegen hier etwa auf gleichem Niveau zwischen 35 und 40 Followees. Dies ist ein Indiz dafür, dass Twitter kein wirklich aktiv gepflegter Kanal war und ist.

Die Zahl der Follower hat sich dagegen recht unterschiedlich entwickelt. Bei Barbara Frei hat sich die Zahl der Follower nach einem ersten Anstieg seit Mitte Oktober nicht weiter entwickelt, sie ging in der letzten Woche vor der Wahl sogar zurück.

Peter Jans dagegen konnte die Zahl seiner Follower dagegen von 29 auf 47 (162%) steigern. Dies spricht dafür, dass Peter Jans seine Anhänger besser mobilisieren konnte, so wie sich dies bereits bei Facebook gezeigt hat.

Quelle: Twitter

Quelle: Twitter


Twitonomy stellt folgende Twitter Analysen zur Verfügung:

Twitonomy Tweet Analytics@BAFrei

Twitonomy Tweet Analytics@PeterJansSG


Sammlung aller Tweets von @BAFrei und @PeterJansSG.

Eine Sammlung aller Tweets, die im Rahmen des Wahlkampfs abgesetzt und ausgetauscht wurden, findet sich hier.


Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass Social Media, hier insbesondere Facebook und Twitter, eine untergeordnete Rolle im Wahlkampf zur Wahl des Stadtrats vom 30.11.2014 in der Stadt St. Gallen gespielt haben. Inhaltlich haben beide Kandidaten Facebook und Twitter im Wesentlichen zum Verbreiten von Links verwendet, Interaktion und Dialoge haben nur in einem äusserst eingeschränkten Umfang stattgefunden und meist nur dann, wenn andere Nutzer die Kandidaten direkt angesprochen haben. Festzuhalten ist auch, dass insbesondere auf Twitter letztendlich nicht viel mehr als eine Handvoll Nutzer sich aktiv am Austausch beteiligt haben. Insofern bestand also auch keine Notwendigkeit seitens der Kandidaten, aktiver zu werden.

Der Kandidat Peter Jans konnte schlussendlich seine Anhänger besser mobilisieren als seine Mitbewerberin, ohne dass er Facebook oder Twitter wesentlich intensiver oder inhaltlich anders genutzt hätte. Bei der Schlussauszählung der Wahl bestätigte dies sich dann ebenfalls: Peter Jans konnte ca. 44% mehr Stimmen auf sich vereinen als Barbara Frei.

Es bleibt abzuwarten, wie der neue Stadtrat Peter Jans und die Stadtparlamentarierin Barbara Frei künftig ihre Social Media Kanäle nutzen werden.



28. November 2014

Business Models for the Digital Economy - AMCIS 2015 Minitrack


Zum 16. Mal findet im Rahmen der Americas Conference on Information Systems (AMCIS) vom 13.-15. August 2015 in Puerto Rico der Minitrack „Business Models for the Digital Economy“ statt.

Inhaltlich thematisiert der Minitrack vor allem neue und innovative Formen der Wertschöpfung in der Digital Economy.

Hier geht's zum Call for Papers.

Die Website enthält die publizierten Beiträge aller bisherigen Minitracks.

Hintergrund zur AMCIS:
"AMCIS is a preeminent research conference in the information systems discipline conducted under the auspices of AIS.  Each year, AMCIS attracts up to a thousand or more attendees principally from North America but increasingly from other regions of the world as well.  The conference program includes research paper presentations, research panels, keynotes, CIO panels, doctoral consortiums, and camps for junior IS faculty."



Bildquelle: AMCIS 2015

14. November 2014

The origins of the term 'business model'

"It is the customer who determines what a business is.  It is the customer alone whose willingness to pay for a good or service converts economic resources into wealth, things into goods. What the business thinks it produces is not of first importance – especially not to the future of the business and to its success.
[...]
What the customer thinks he/she is buying, what he/she considers value, is decisive – it determines what a business is, what it produces and whether it will prosper. And what the customer buys and considers value is never a product. It is always utility, that is, what a product or service does for him.
[...]
The customer is the foundation of a business and keeps it in existence."
Peter Drucker, 1974



12. November 2014

Zur Rolle und Ausgestaltung der Kinder- und Jugendpartizipation

Im Sommer 2013 berichtete ich  von der Diskussion zur Jugendbeteiligung am IBK Jugenddialog. Zur Rolle der traditionellen Mechanismen in der politischen Beteiligung schrieb ich:
"Deutlich wurde auch die unterschiedliche Wahrnehmung von Politik: Frau Erler zielte mit ihren Fragen und Antworten immer wieder auch auf die Institutionen der Politik wie z.B. Parteien. Die Jugendlichen dagegen wollen sich vor allem mit den sachlichen Themen beschäftigen, Parteipolitik schien für sie keine Rolle zu spielen.
Hier sehe ich durchaus eine wichtige und grundsätzliche Entwicklung: Beteiligung findet zu Sachthemen statt und wird nicht primär durch politische Institutionen und Strukturen abgebildet." 
Gestern wurden die ersten Ergebnisse der Studie "Von der Stimme zur Wirkung" in den Medien publiziert. Die Studie zur Partizipation von Kindern und Jugendlichen in der Schweiz wurde unter der Leitung von Prof. Dr. Peter Rieker, Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Zürich, im Auftrag von UNICEF Schweiz im Zeitraum 2012 bis 2014 durchgeführt.

Der Titel des NZZ Beitrags lautet Kinder leben Mitbestimmung anders aus - diese Schlussfolgerung wird in verschiedenen Aussagen in den publizierten Ergebnissen durchaus deutlich:
"Je älter ein Kind wird, desto weniger partizipiert es in Schule und Gemeinde. Dies könnte darauf hindeuten, dass entsprechende bestehende Partizipationsangebote zu wenig an den jugendtypischen Lebenswelten ausgerichtet sind. Ist nämlich ein individuelles Interesse vorhanden, wird rege partizipiert. [...] Partizipation hängt zudem davon ab, ob und wie Erwachsene die Mitwirkung der Heranwachsenden aktiv anstreben und unterstützen." (Quelle)
Daraus ergeben sich entsprechende Konsequenzen:
"«Die Ergebnisse zeigen, dass Beziehungen so gestaltet werden müssen, dass Kinder und Jugendliche von sich aus und aus eigener Initiative partizipieren», sagt Elsbeth Müller, Geschäftsleiterin von UNICEF Schweiz. «Sie müssen erleben, dass sie durch ihr Handeln und Tun eine Wirkung erzeugen können. Dazu braucht es die entsprechende Haltung und Geduld der beteiligten Erwachsenen sowie Plattformen und Gefässe, bei welchen sich Kinder und Jugendliche auf einfachem, unbürokratischem Weg „Gehör verschaffen“, ihre Anliegen und Ideen diskutieren und in altersgerechten Formen darüber verhandeln können.»"   (Quelle)
Zentral scheint mir, das Partizipation  - nicht nur von Kindern und Jugendlichen - Wirkung zeigt und diese vorab klar und transparent artikuliert und kommuniziert wird.

Die Begriffe Plattformen und Gefässe geben einen Hinweis auf den Einsatz neuer Medien:
"Genauere Analysen zeigen dabei, dass es einen positiven Zusammenhang zwischen der Nutzung neuer Medien als Kommunikationsplattform durch Kinder und Jugendliche und ihrer durchschnittlichen Partizipation in den untersuchten Handlungsfeldern gibt. Werden neue Medien hingegen vorwiegend als Plattform für Spiele und für den Konsum von Filmen benutzt, so besteht kein Zusammenhang hinsichtlich ihrer durchschnittlichen Partizipation." (Quelle, S: 9f.)
Daraus kann man interpretieren, das die Nutzung von eMail, Chat und Messaging einen positiven Effekt auf die Partizipation haben. Nur konsequent ist es dann, diese Formen der Kommunikation als Plattform und Gefäss für die Kinder- und Jugendpartizipation einzusetzen.

Genau diese Form der eParticipation - der IKT-gestützten Kinder- und Jugendpartizipation - steht im Zentrum eines Projektes einer mittelgrossen stgaller Gemeinde, das ich im Rahmen meiner Tätigkeit an der FHS St. Gallen zusammen mit einer Kollegin im kommenden Jahr begleiten werde.

Deutlich wird in den bisher publizierten Ergebnissen der Studie, dass Kinder- und Jugendliche sehr wohl partizipieren wollen, aber eben anders. Solange aber die Erwachsenen nicht müde werden auf die traditionellen Mechanismen zu bauen, wird die Kinder- und Jugendpartizipation sicherlich nicht intensiviert werden können.

Im Sommer 2013 stellte ich dazu in meinem Beitrag fest:
"Es stellt sich dann aber u.a. die Frage, wie dass durch Parteien dominierte parlamentarische System zukünftig geeignet ist, die Gesellschaft in allen ihren Facetten abzubilden und Entscheidungen für die Gesellschaft zu treffen. Alternative Formen der Partizipation - jenseits der Wahlen - spielen also für die demokratische Entwicklung unserer Gesellschaft eine zentrale Rolle - Stichwort offene gesellschaftliche Innovation."

Bildquelle: undpeuropeandcis on flickr.com (CC BY-NC-SA 2.0)

25. September 2014

ISSN für Blogs?!

issn.org
Im Rahmen meiner Lehrveranstaltung IGEP (Informationsgesellschaft, -ethik und -politik) an der HTW Chur - in dessen Rahmen die Studierenden bloggen - beschäftigen sich die Studierenden zu Beginn des Semesters mit der Blogosphäre mit Hilfe bestimmter Fragestellungen. Im Rahmen der Diskussion kam von einem Studierenden die Frage auf, ob auch in der Schweiz Blogs ISSN Nummern erhalten (können).

Die Deutsche Nationalbibliothek macht dies seit 2013:
"Anwendung finden sollen dabei die allgemeinen Kriterien für die Zuteilung einer ISSN für fortlaufende Sammelwerke. Dies bedeutet, dass die Blogs entweder den Kriterien einer wissenschaftlichen Publikation entsprechen oder von allgemeinem Interesse sein müssen. Für Blogs, die nicht unter die Sammelpflicht einer Nationalbibliothek fallen, kann die Zuteilung einer ISSN verweigert werden." (Quelle Newsletter der DNB (pdf)). 
Die Bibliothek der Helmut-Schmidt-Universität präsentiert in einem Beitrag die Kriterien, die ein Blog erfüllen muss, um eine ISSN zu erhalten. Auf dem Blog von hypotheses - mit ISSN - werden die Vorteile diskutiert. Der sicher interessanteste Aspekt der Vergabe eine ISSN an Blogs stellt die formale Gleichstellung mit allen anderen fortlaufenden Publikationen (elektronisch oder gedruckt) dar.

Und in der Schweiz? Per Tweet fragte ich bei der Schweizerischen Nationalbibliothek, die auch prompt antwortete.
"Wissenschaftliche Blogs oder solche von allgemeinem Interesse können grundsätzlich in allen Ländern eine ISSN erhalten."
Bezüglich der Bedingungen verweist die SNB auf issn.org. Ebenfalls findet man dort den Beitrag The ISSN for electronic media.

Gemäss Auskunft der SNB  gibt es in der Schweiz bisher genau einen Blog mit ISSN: drgoulu.com - ISSN 2297-0150.