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6. Mai 2012

Dokumentation einer Online Diskussion: Wie man Twitter nutzbringend einsetzen kann

(Quelle: flickr.com/scott_hamson)
Wenn es um den Nutzen von Twitter geht, scheiden sich oft die Geister: Die einen empfinden es als grossartiges und Mehrwert-stiftendes Kommunikationstool, die anderen belächeln es mit Argumenten wie "was kann man schon mit 140 Zeichen sinnvolles ausdrücken".

Tatsache ist, dass Twitter aus meiner Sicht ein äusserst komplexes Tool ist. Der Nutzen erschliesst sich erst allmählich, Quick Wins sind kaum möglich.

Sicher, einzelne Tweets sind oft kaum verständlich und nachvollziehbar und werden gerne zitiert, um Twitter lächerlich zu machen. Wer aber so argumentiert, hat Twitter (noch) nicht verstanden.

Der Mehrwert von Twitter wird oft erst durch die Einbettung in einen Kontext erzielt: Dieser Kontext kann sein eine thematische Diskussion (die z.B. mittels Hashtag identifizierbar ist), eine Diskussion rund um einen Event (ebenfalls via Hashtag, z.B. #smgzh) oder als Diskussion in einer Community (z.B. mittels einer Twitter Liste).

20. Oktober 2011

Electronic Markets Presence in Social Media

Since twenty years we now have  Electronic Markets.

It started as a newsletter and developed to a well recognized, international, SSCI listed scholarly journal published by Springer.

Currently, we are preparing the last issue of the 21st volume of Electronic Markets - The International Journal on Networked Business

Since September we are present in social media as well to be closer to especially our readers and authors as well as all other friends:

You can find the journal on Facebook on facebook.com/ElectronicMarkets.
Here we will announce news about the journal and closely related content. Please fell free to Like the page and/or the content, to comment and to add content.

Furthermore, we also have a Twitter account: @Journal_EM.
Through Twitter we will announce news about the journal as well, but will also distribute content that might be of interest to our readers and authors.

Please have a look and support our journal! Maybe you iLike it.


2. Juni 2011

Das Thema Social Media an der 24. Bled eConference


Zum 24. Mal findet vom 12. bis 15. Juni 2011 die Bled eConference in Bled, Slowenien, statt (Google Maps).

Das Generalthema der Konferenz lautet: “eFuture: Creating Solutions for the Individual, Organisations and Society“.

Im Rahmen des Special Interest Tracks Social Media and Web 2.0 organisiere ich zusammen mit dem Kollegen Matt Glowatz aus Irland den Workshop “How to Utilize Social Media in Universities?“. Ziel des Workshop ist es, Erfahrungsberichte aus verschiedenen Ländern über die Nutzung von Social Media in Hochschulen zu erhalten sowie den aktuellen und zukünftigen Einsatz kritisch zu diskutieren. 


18. Mai 2010

21. Mai 2009

Von Open Access zu Open Science


In dem Beitrag "Offene Forschung als Extremsport" in FAZ.NET vom 20. Mai 2009 beschäftigt sich der Autor Joachim Müller-Jung sachlich und nüchtern mit den Veränderungen im wissenschaftlichen Publikationswesen aus Perspektive der Natruwissenschaften.

Diese Diskussion erweitert den Horizont auf Aspekte jenseits der Open Access Debatte, die gegenwärtig sehr hitzig geführt wird. Es geht hier also um neue Formen der Wissenschaftskommunikation, welche "mehr Transparenz und Schnelligkeit" fordern und bieten und die möglicherweise so stark sind, "völlig neue Strukturen zu schaffen".
"Tatsächlich aber geht es um neue Modelle von "Pre-Publications", von Vorveröffentlichungen. Noch bevor das Ergebnis eines wissenschaftlichen Experimentes mitsamt seiner Interpretation den vollständigen und oft langwierigen Prozess des Peer-Reviews bis zur Publikation durchschritten hat, möge es auf Online-Plattformen öffentlich zugänglich gemacht werden."
Diese Entwicklung ist insbesondere bei den Kernphysikern ein alter Hut. Letztendlich waren es die Bedürfnisse dieser Disziplin, welche die Open Access Entwicklung eingeleitet haben und nicht zuletzt zur Entwicklung des WWW geführt haben. Einer der Protagonisten dieser Entwicklung und 'Erfinder' von ArXiv.org ist Paul Ginsparg ("Open Access: From Myth to Paradox"). GenBank ist ein weiteres Beispiel für ein solches Repository aus der Biologie.

Der FAZ.NET Artikel greift einen weiteren Aspekt des Open Access auf:
"Dieses vorgeschaltete Online-System wird längst nicht mehr nur als Fortschrittsmotor gepriesen, es soll auch präventiv wirken."
Es wird die Hypothese aufgestellt, dass mehr Transparenz, eben z.B. durch die Open Access Publikation in Form von PrePronts wie in der (Kern-) Physik, Fälschungen und Plagiate früher erkennbar werden.

Für eine totale Offenheit plädiert der Autor Michael Nielsen (Nielsen's Blog), der in dem Aufsatz "Doing Science in the Open" für eine "extreme Offenheit" einer "Open Science" eintritt. (physicsworlsd.com, 1. Mai 2009).
"Online networking tools are pervasive, but why have scientists been so slow to adopt many of them? Michael Nielsen explains how we can build a better culture of online collaboration."
Nielsen zeigt auf, wie Open Science, basierend auf den heute verfügbaren Technologien des 'Web 2.0', letztendlich dem Wohl der Gesellschaft dient.
"The adoption and growth of scientific journals has created a body of shared knowledge for our civilization, a collective long-term memory that is the basis for much of human progress. This system has changed surprisingly little in the last 300 years. Today, the Internet offers us the first major opportunity to improve this collective long-term memory, and to create a collective short-term working memory — a conversational commons for the rapid collaborative development of ideas."

"We should aim to create an open scientific culture where as much information as possible is moved out of people’s heads and labs, onto the network and into tools that can help us structure and filter the information. This means everything — data, scientific opinions, questions, ideas, folk knowledge, workflows and everything else. Information not on the network cannot do any good. "
Über die Fähigkeit der Wissenschaft, die neuen Formen von Open Science
umzusetzen, denkt Nielsen optimistisch:
"This change will not be achieved without great effort. From the outside, scientists currently appear puzzlingly slow to adopt many online tools. As we will see, this is a consequence of some major barriers deeply embedded within the culture of science. Changing this culture will only be achieved with great effort, but I believe that the process of scientific discovery — how we do science — will change more over the next two decades than in the past 300 years. "
Nielsen zweigt weitere Beispiel für die kreative Nutzung neuer Technologien für eine Open Science:
"Two examples are Journal of Visualized Experiments, which lets scientists upload videos that show how their experiments work, and “Open Notebook Science”, as practised by scientists like Jean-Claude Bradley and Garrett Lisi, who expose their working notes to the world. In the coming years we will see a proliferation of tools of this type, each geared to sharing different types of knowledge. "
Nielsen thematisierr aber auch den Prozess von Wissenschaft und propagiert neue Formen der Kollaboration:
"... and that is through a change to the process and scale of creative collaboration itself, enabled by social software such as wikis, online forums and their descendants.
[...]
Science is an example par excellence of creative collaboration, yet scientific collaboration still takes place mainly via small scale face-to-face meetings."
Auch hier zeigt er Beispiele auf.

Er fragt immer wieder, warum Wissenschafter diese neue Formen der Kollaboration basierend auf neuen Tools nicht anwenden. Anhand von Beispielen kommt er zum Ergebnis:
"It turns out that there are major cultural barriers preventing scientists from getting involved, thereby slowing down the progress of science."
Ausführlich diskutiert Nielsen auch Auswege, wobei der u.a. auch die Open Access Bewegung als ein Schritt in die Richtung Open Science betrachtet und die Ökonomie von Kollaboration diskutiert.

Nielsen's Forerung nach einer extremen Offenheit klingt allerdings noch sehr idealistisch und die heftige Open Access Diskussion zeigt die Barieren, die insbesondere in der heutigen Wissenschaftskultur begründet sind:
"Ideally, we will achieve a kind of extreme openness: making many more types of content available than just scientific papers; allowing creative reuse and modification of existing work through more open licensing and community norms; making all information not just human readable but also machine readable; providing open interfaces to enable the building of additional services on top of the scientific literature, and possibly even multiple layers of increasingly powerful services. Such extreme openness is the ultimate expression of the idea that others may build upon and extend the work of individual scientists in ways that they themselves would never have conceived. "


Bildquelle: flickr.com/psd

29. Januar 2009

Wissensklau, Unvermögen oder Paradigmenwechsel?

"Wissensklau, Unvermögen oder Paradigmenwechsel? Aktuelle Herausforderungen für die Bibliothek und ihre Partner im Prozess des wissenschaftlichen Arbeitens" -

das ist das Rahmenthema der Konferenz Lernende Bibliothek 2009, die vom 6. bis 8. September 2009 in Chur stattfindet und vom Schweizerischen Institut für Informationswissenschaft SII der HTW Chur ausgerichtet wird. Im Zentrum der Konferenz steht die Veränderung des wissenschaftlichen Arbeitens mit Information durch die Digitalisierung. Was ist wissenschaftliches Arbeiten? In der Welt der digitalen Information stellt sich diese Frage unter neuen Vorzeichen. Die Informationsproduktion verändert sich grundlegend. Etablierte Mittlerinstanzen der Wissenschaft werden in Frage gestellt. Sie suchen nach neuen Rollen und neue Mittler kommen hinzu. Besteht noch Konsens darüber, was wissenschaftliches Arbeiten bedeutet? Die ethische Frage danach, was wissenschaftliches Arbeiten meint und wie es unterstützt werden kann, betrifft auch wissenschaftliche Bibliotheken und Schulbibliotheken jeden Typs. Die Herausforderungen, die sich hier stellen, teilen die Bibliotheken mit ihren Partnern: den Verlegern, Gesetzgebern, Hochschulen und voruniversitären Bildungseinrichtungen mit deren Lehrkräften. Die Fachtagung „Die Lernende Bibliothek“ lädt die Bibliotheken und ihre Partner zur Standortbestimmung und zum Dialog über zukünftige Entwicklungen ein. Die Tagung richtet sich an die folgenden Zielgruppen, welche sowohl zur Eingabe von Beiträgen als auch für die Teilnahme besonders eingeladen sind:
  • Bibliothekarinnen und Bibliothekare (u.a. an universitären und voruniversitären Ausbildungsinstitutionen)
  • Dozierende an Pädagogischen Hochschulen, welche künftigen Lehrkräften Informations- und Medienkompetenz vermitteln
  • Dozierende an Universitäten und Fachhochschulen, die Studierende im Bereich „Wissenschaftliches Arbeiten“ ausbilden
  • Forschende im Themenbereich der Fachtagung
  • E-Learning- und Software-Spezialisten (u.a. für Spezialsoftware im Bereich Literaturverwaltung und Plagiatserkennung)
  • Interessierte Lehrkräfte aus allen Ausbildungsstufen
  • Rektorate, Stabsstellen und Rechtsdienste an Hochschulen
  • Wissenschaftliche Buch- und Zeitschriftenverlage
  • Wissenschaftsverbände, Fachgesellschaften und Akademien.
Das Tagungsthema wird in vier thematischen Blöcken vertieft:
Block 1 ("Was ist das Problem?") fragt nach einer genauen Definition des Problems und seiner Ursachen: Wie haben sich die Rahmenbedingungen des wissenschaftlichen Arbeitens durch die Digitalisierung verändert? Was wissen wir über Relevanz und Verbreitung von fehlerhaftem, unethischem Verhalten in der Wissenschaft?


Block 2 ("Wer trägt die Verantwortung?") konzentriert sich auf einige zentrale Akteure (u.a. Ausbildungsinstitutionen, Verlage und wissenschaftliche Suchmaschinen) und deren unterschiedliche Verantwortlichkeiten im Prozess des wissenschaftlichen Arbeitens.


In Block 3 ("Wie kann man das Problem behandeln?") werden Lösungsmöglichkeiten aus den Bereichen wissenschaftliche Ausbildung sowie Erkennung und Sanktion von unethischem wissenschaftlichem Verhalten vorgestellt.


Block 4 ("Die Verantwortung der Bibliothek") fokussiert auf die Bibliotheken als bedeutsame Akteure im Prozess des wissenschaftlichen Arbeitens, deren traditionelle Verantwortung für den Bestandsaufbau und die Benutzerschulung in einer digitalisierten Welt durch neue Fragen und Herausforderungen geprägt ist.
Weitere Informationen zur Konferenz sind der Konferenzhomepage www.lernendebibliothek2009.ch zu entnehmen. Den Call for Papers mit weiteren Angaben finden Sie unter der Adresse www.lernendebibliothek2009.ch/programm. Die Eingabefrist für Beiträge ist der 15. März 2009.

Wir freuen uns auf zahlreiche Einreichungen!

20. Januar 2009

Neue Mechanismen für den akademischen Publikationsprozess?

In einem Artikel in der Rubrik Viewpoint in der Januar Ausgabe der Communications of the ACM machen sich die Autoren Jon Crowcroft, S. Keshav und Nick McKeown Gedanken um den akademischen Publikationsprozess: "Scaling the academic publication process to internet scale"*.
Sie analysieren den Publikationsprozess von akademischen Konferenzen im Bereich der Informatik. Die Aussagen des Artikels sind aber durchaus auch für anderen Disziplinen anwendbar.

Zunächst stellen sie fest, dass das Aufkommen des Internet den Publikationsprozess kaum verändert hat. Sie stellen das Ergnis ihrer Analyse vor, ohnen allerdings deutlich zu machen, wie die Analyse methodisch durchgeführt wurde. Sie identifizieren 5 Problemkreise:
  • "A steady increase in the total number of papers"
  • "Skimpy reviews"
  • "Declining paper quality"
  • "Favoritism"
  • "Overly negative reviews".

28. November 2008

"Why books still matter" - aber auch im Westen nichts Neues

"Why books still matter", dies war der Titel einer Konferenz am Yale University's Whitney Humanities Center am 14. November 2008, an der vor allem amerikanische Universitätsverlage präsent waren (Ankündigung).
Eine Zusammenfassung findet man dazu bei Publishers Weekly, ebenso bei Yale Daily News, im Blog der Kollegen aus Berlin (IBI-Weblog) gibt es dazu einen ausführlichen Beitrag.

Nachdem mich dieses Thema ebenfalls aus verschiedenen Perspektiven beschäftigt, war ich neugierig, ob und - wenn ja - wie weit uns die Amerikaner in dieser Diskussion voraus sind. Aber basierend auf der Berichterstattung über die Tagung lässt sich festhalten, dass die 'Fronten' sehr ähnlich verlaufen wie in Europa, mit den gleichen Argumenten. "
The panelists agreed on the importance of the University Press — which [...] acts as a “conduit between consumers and experts — but they offered different interpretations by relating it to their own academic fields." schreibt Yale Daily News. In anderen Worten, die Verlage stellen sich und ihre Rolle im Kontext des wissenschaftlichen Publizierens nicht in Frage, immerhin differenzieren sie aber zwischen den Disziplinen. "But even in the age of information, Rae sees the University Press as having a valuable role in lending credibility to published works. " Auch hier das oft gehörte Argument in solchen Diskussionen zum Thema. Ein Student bringt dann seine Sicht auf den Punkt: "... one student remarked that books matter to his generation only because “they are still on our syllabi.” ". Schlussendlich wurde auch konstatiert, dass das Thema auch bei den Bibliothekaren ein Thema ist: "... a librarian at the Sterling Memorial Library, said the panel tackled an issue that is increasingly relevant to her profession, especially with the emergence of digital publications.".

Alles in Allen, auch im Westen nichts Neues zu dieser Diskussion.

PS Susan Scafidi, Rechtswissenschaftlerin an der Fordham University und eine Referentin der Konferenz, äussert sich in einem Blogbeitrag mit durchaus versöhnlichen Tönen zum Thema.





23. November 2008

'x 2.0' - jetzt auch 'Studieren 2.0' ?!

Inzwischen heisst ja Alles irgendwie '2.0', (also 'x 2.0', wobei x = *.*), was mit dem 'neuen Web', oder besser dem sogenannten 'Web 2.0', zu tun hat. Und jetzt taucht ein Begriff auf, den ich bisher noch nicht vernommen habe: Studieren 2.0.
Das HIS - Hochschul‐Informations‐System GmbH - hat dazu im November 2008 eine Studie veröffentlicht: "Studieren im Web 2.0". (Pressemitteilung, Kurzinformation zur Studie (pdf-Datei)). Man liesst dort zur Studie selbst: "Dies sind Ergebnisse einer repräsentativen HISBUS-Online-Umfrage, die im September und Oktober dieses Jahres unter mehr als 4.400 deutschen Studierenden durchgeführt worden ist."


Die Zahlen zur zeitlichen Nutzung des Internet sind sicher kaum überraschend. Bei der Untersuchung der genutzten Internetangebote kommt mir unweigerlich die Frage in den Sinn "Studieren 2.0 = Wikipedia + Social Networks"?. Immerhin ist die Wikipedia das am häufigsten genutzte Internetangebot gefolgt von Social Communities bzw. Networks. Bei der Frage nach der studiumsbezogenen Nutzung der Social Networks steht die Kontaktpflege an erster Stelle, danach folgen dann Aspekte wie Klärung von Fragen für das Selbststudium, die Prüfungsvorbereitung und der Austausch von Dokumenten und Literatur.


Wikipedia ist aber nicht nur die am meisten genutzte Wissens- und Informatiionsplattform - sie geniesst bei den Studierenden auch das höchste Vertrauen! Eine Mehrheit hält die Informationen der Wikipedia für sehr verlässlich bis verlässlich, bei den anderen abgefagten Angeboten (Microsoft Encarta, Meyers, Lexikon online, Wissen.de, Spiegel Wissen, Zeit Online) geben die Studierenden dagegen mehrheitlich an, die Verlässlichkeit der Informationen nicht beurteilen zu können. Gründe liefert die Studie hierzu leider nicht. Bei der Frage nach der Verlässlichkeit erhalten 'Meyers Lexikon Online' und die 'Encyclopedia Britannica' gerade einmal die Hälfte der Bewertung im Vergleich zur Wikiperdia. Mich hat dieses Ergebnis durchaus überrascht, sehr sogar! Wenig überraschend ist, dass zwar die passive Nutzung sehr hoch ist, aber die Wenigsten auch aktiv Artikel (mit-) verfassen. Nur 0.3% der Befragten geben an, neue Artikel zu verfassen.
Weitere Fragen in der Studie betreffen das E-Learning und weitere studienbezogenen Informationen im Internet oder Intranet einer Hochschule. Online Lernplattformen kommen hier nicht besonders gut weg.


Der Untertitel der Studie lautet übrigens "Studienbezogene Web‐ und E‐Learning‐Dienste". In der Einleitung heisst es u.a.: "... welchen Einfluss die aktuelle Generation des Internet mit ihren Anwendungen – besser bekannt als „Web 2.0“ – auf die Entwicklung netzgestützter Lehr‐ und Lernformen an den Hochschulen hat."


Interessant wäre in diesem Zusammenhang natürlich auch zu wissen, in welcher Form z.B. 'Bibliothek 2.0' - Angebote, die inzwischen von Hochschulbibliotheken angeboten werden - z.B. angereicherte Bibliothekskataloge - oder als Webanwendung verfügbar sind - z.B. CiteULike, BibSonomy, Connotea, zotero, etc. - von Studierenden genutzt werden. Auch das sind 'Web 2.0' - Anwendungen!


Auch wenn es nicht im Focus der Studie ist, mich würde sehr auch ein Vergleich bzgl. der Nutzung und Einschätzung von Fachdatenbanken wie elektronischen Zeitschriftenkatalogen interessieren. Vielleicht ist das ja dann der Inhalt der nächsten Studie!

19. November 2008

Google Scholar vs. Fachdatenbanken

In einem Beitrag mit dem Titel "Google Scholar als Alternative zu wissenschaftlichen Fachdatenbanken", erschienen in B.I.T. Online, 4/2008, wird mit Hilfe von unterschiedlichen Suchanfragen in unterschiedlichen Disziplinen die Qualität von Google Scholar im Vergleich zu ausgewählten Fachdatenbanken untersucht. Gemäss dem Ergebnis dieser Untersuchung ist zwar ist die Bedienung von Google Scholar wesentlich einfacher und intuitiver, die Ergebnisse der Testrecherchen sprechen aber in allen Fällen für die Fachdatenbanken.
Es wäre Interessant zu prüfen, welche Ergebnisse die gleichen Recherchen in alternativen Fachdatenbanken ergeben hätten. Neben den oft komplizierten und wenig intuitiven Benutzungsschnittstellen stellt sich bei der Nutzung von Fachdatenbanken vor der Recherche das Problem der Auswahl einer geeigneten Quelle. Wer hier eine falsche Wahl trifft, hat im Zweifel wesentlich schlechtere Ergebnisse zu erwarten.Trotzdem: Google Scholar ist keinesfalls eine Alternative zu Fachdatenbanken!

18. November 2008

Open Access: Differenzierung tut Not!

Viel wird zurzeit geschrieben und diskutiert zum Thema Open Access (OA). Dabei wird aber IMHO oft wenig differenziert argumentiert, ja sogar z.T. ‚dogmatisch‘. Dabei geht es doch weniger um eine in der Diskussion häufige Schwarz-Weiss – Malerei – hier die Guten, dort die Bösen. Die Perspektive sollte weiter gefasst werden: Es geht letztendlich um fundamentale Veränderungen im Kontext des wissenschaftlichen Publizierens, OA ist dabei ein, wenn auch zentraler, Aspekt. Letztendlich geht es doch um Veränderungen des gesamten Ökosystems wissenschaftlicher Publikationen bzw. des Publizierens (vgl. Mierzejewska, B. I.: The eco-system of academic journals. Dissertation St. Gallen, 2008).

Die sog. Zeitschriftenkrise, von vielen als Auslöser der OA Debatte betrachtet, ist dabei genauso ein Element des sich verändernden Ökosystems wie die Prinzipien der wissenschaftlichen (Weiter-) Qualifikation, die gut durch den Begriff des
‚publish or perish‘ beschreiben werden kann. Nicht zuletzt sind die Entwicklungen des Internet und seine Dienste ein wichtiger Treiber der Entwicklungen, die z.B. OA gar erst ermöglichen. Wenn man sich mit den genannten Veränderungen beschäftigt, tut man gut daran, nicht alle Wissenschaftsdisziplinen über einen Kamm zu scheren.

So gehen die oft zu wenig differenzierten OA-Diskussionen z.B. an den Rechtswissenschaften fast völlig vorbei. Betrachtet man die Ausgangslage dieser Disziplin, so entdeckt man markante Unterschiede beispielsweise zu den STM (Science, Technology, Medicine) Disziplinen oder den Sozialwissenschaften. Wichtige Eigenheiten sind u.a. die Besonderheit von Rechtsdaten als Gegenstand des wissenschaftlichen Publizierens, die primär nationale Ausrichtung der Märkte, die klar mittelständisch und national geprägte Struktur rechtswissenschaftlicher Verlage, das weitgehende Fehlen einer Zeitschriftenkrise oder die Rolle der wissenschaftlichen Publikationen im Hochschulbereich. Auch die Welt des wissenschaftlichen Publizierens in den Rechtswissenschaften verändert sich, aber mit den kaum differenzierten Argumenten der OA-Debatte erweist man zumindest den Rechtswissenschaften keinen Dienst.
Im November 2008 wurde diesem Thema in Bern die ‚Tagung für Informatik und Recht‘ gewidmet. Ende des Jahres wird eine entsprechende Studie im Auftrag des SVRI fertiggestellt, die dann in geeigneter Form veröffentlicht wird.

16. November 2008

Open Access: From Myth to Paradox

'Open Access: From Myth to Paradox', so lautete der Titel eines Vortrages von Paul Ginsparg, Cornell University, am 11. Nov. 2008 in der Schweizerischen Nationalbibliothek im Rahmen der Library Science Talsk 2008. Ginsparg ist Kernphysiker und in der Fachwelt bekannt geworden duch die Entwicklung des Preprint-Archivs ArXiv.org.

Eines seiner Ziele für den Vortrag war: "I will discuss straightforward applications of existing ideas and services, including citation analysis, collaborative filtering, external database linkages, interoperability, and other forms of automated markup, and speculate on the sociology of the next generation of users."
Gerne hätte ich von Ginsparg seine Vision zu Open Access und die Zukunft der Wissenschaftskommunikation gehört. Aber wie es so ist wenn ein Pionier ins Erzählen kommt, für diesen Teil der Präsentation ('III. Where are we gpoing?') blieb kaum noch Zeit. In kaum mehr als 5 Minuten musste das Thema abgehandelt sein. Schade. Die (leicht angepassten) Vortragsfolien sind glücklicherweise Online verfügbar. Allerdings sind sie kaum wirklich selbsterklärend. Vieles bezieht sich auf ArXiv.org und dessen Entwicklung.

Für den Ausblick in die Zukunft bleiben immerhin ein paar Folien, die eine Idee geben was Ginsparg im Sinn hat. Seine Kernaussage ist in folgenden statement zusammengefasst: "Qualitatively new research and cognitive methodologies, transformation in the way we process scientific information, with academic community as role model for the creation and dissemination of knowledge to the public."
Oder anders formuliert: Das Internet als Medien, das Web mit seinen vernetzten Informationen, mobile und allgegenwärtige Endgeräte und das Verhalten der Generation der Digital Natives führen zu einer neuen Form von 'Wissenschaft' und 'wissenschaftlichem Publizieren'.

Amüsant ist u.a. ein e-mail von Ginsparg aus dem Jahr 1992 an einen Kollegen am CERN auf die Frage, ob er das World Wide Web kenne: "i know nothing of www (what is it?, every other week someone tells me about some new wonderful network that i've never heard of but that will be the solution to everything."


Bildquelle: Homepage Paul Ginsparg


10. November 2008

Blogs in der Wissenschaft: Oder ist die Physik eine Seifenoper?

Das fragt die NZZ in der Ausgabe vom 12. Nov. 2008 (link). Es ist ein Beitrag zur Rolle von Blogs in der Wissenschaftskommunikation. Ohne den Disput zwischen Autoren des betrffenden Papers und der Kritik via Blog inhaltlich wirklich nachvollziehen zu können*, zeigt diese Blogger-Kontroverse die Möglichkeiten des wissenschaftlichen Diskurses mit Hilfe von Blogs auf. Bei allem Für und Wider wirdeine bisher ungekannte Transparenz geschaffen, die zumindest den Fachleuten eine Hilfe sein wird.


* Titel des Papers: “
Study of multi-muon events produced in p-pbar collisions at sqrt(s)=1.96 TeV