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28. Juli 2011

Was lange währt wird endlich gut... oder so - Nachtrag zum Beitrag vom 21.7.2011

Was lange währt wird endlich gut - so ein Sprichwort. Auch in diesem Fall?

Im Beitrag Ignoranz und fehlende Sensibilität beim fairen Umgang mit Quellen an einem bayerischen Gymnasium berichtete ich am 21. Juli 2011 über den vergeblichen Versuch, Schulleitung und Elternvertreter eines bayerischen Gymnasiums auf den wenig sensiblen Umgang mit fremden Quellen auf der Website der Schule hinzuweisen, ohne Erfolg.

Immerhin hat sich ein Mitarbeiter des Ministerialbeauftragten für die Gymnasien in Mittelfranken der Sache angenommen und die entsprechende Schule informiert.

Und eigentlich hätte die Angelegenheit einen wunderbaren Anwendungsfall für die Onlinegruppe der Schule geben können: Die Auseinandersetzung mit dem Thema Urheberrecht, geistiges Eigentum, Verwendung von Quellen und Plagiate. 

Aber was macht die Schule? Sie nimmt die Seite einfach so vom Netz. War die fragliche Seite gestern noch Online, so erhält man heute nur noch die Meldung: Error!

21. Juli 2011

Ignoranz und fehlende Sensibilität beim fairen Umgang mit Quellen an einem bayerischen Gymnasium

Das Thema Plagiate ist spätestens seit der Affäre um den Doktortitel des Herrn zu Guttenberg einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Und dass dies kein Einzelfall war, zeigen die jüngsten Fälle aberkannter Doktortitel unter deutschen Politikern und Prominenten.

Aber das Abkupfern fremder Inhalte ist weder ein Kavaliersdelikt noch allein ein Problem der Wissenschaft. In einem Beitrag schrieb ich dazu:
"Der richtige und vor allem faire Umgang mit Quellen insbesondere im digitalen Zeitalter ist Teil der Medienkompetenz – und hier hapert es immer noch gewaltig. Gerade die – vermeintliche – Gratiskultur des Netzes trägt hier zu einem eher lässigen Umgang mit Arbeiten anderer bei – bei Schülern, Studierenden, Wissenschaftlern, Autoren, Journalisten, Bloggern, etc. Erst schnell gegoogelt, dannCtrl C – Ctrl V – innerhalb weniger Augenblick ist heute kopiert. Und dieses Verhalten wird – sicher unbewusst – von vielen Seiten geduldet - und gar gefördert. "

In diesem Kontext entstand dieser Beitrag. Lange habe ich überlegt, ob ich diesen Beitrag veröffentlichen soll, nun habe ich mich dazu entschieden. Der Beitrag zeigt eine besondere Mischung aus fehlender Sensibilität, Verweigerungshaltung und Ignoranz auf. Aber der Reihe nach.

10. Juli 2011

Tageszeitungen bald ohne Stellenanzeigen?


Gedruckte Stellenanzeigen - Tempi Passati
Ende letzten Jahres habe ich mich in zwei Beiträgen (hierhier) mit der Rolle von Stellenanzeigen im Geschäftsmodell von Tageszeitungen beschäftigt.

Dazu möchte ich heute eine weitere Beobachtung ergänzen: Der Stellenbund der NZZ vom Samstag, 9.7.2011, umfasst gerade einmal zehn Seiten; davon bestehen drei Seiten aus redaktionellem Text, bleiben also sieben Seiten für die Stellenanzeigen. Zum Vergleich: Das samstägliche Feuilleton umfasst 14 Seiten!
Am vergangenen Samstag, 2.7.2011, war mir dies - aus welchem Grund auch immer - bereits das erste Mal aufgefallen.

Wie in den o.g. Beiträgen aus dem Dez. 2010 erwähnt, kann ich mich an Zeiten erinnern, in denen der Stellenbund der NZZ weit umfangreicher war als der gesamte Rest der samstäglichen Zeitung. Dies betrifft natürlich nicht nur die NZZ, sondern alle Tageszeitungen gleichermassen, wie zu vermuten ist.

Es stellt sich somit die Frage, wann gedruckte Stellenanzeigen ganz aus den Tageszeitungen verschwunden sind.

Das Hauptthema der Beiträge aus dem Dezember 2010 war aber die Feststellung, dass öffentliche Institutionen offensichtlich überdurchschnittlich auf Printanzeigen bei der Suche nach neuen Mitarbeitern setzen. Das Ergebnis von diesem Wochenende war schnell gezählt: Von den 30 gedruckten Stellenanzeigen (im Dez. waren es je über 50) kommen 17 (=57%) aus den Bereichen Lehre & Bildung (8), Gesundheit (1), Kirche & Kultur (1) und Behörden auf Ebenen Bund, Kantone und Gemeinden (7). Damit ist der Anteil leicht höher als im Dezember 2010.

28. Juni 2011

"How to Utilize Social Media in Universities?" - Workshop at the 24th Bled eConference

As part of the Special Interest Track on "Social Media and Web 2.0" of the 24th Bled eConference 2011 we, my colleague Matt Glowatz and myself, organized the workshop on "How to Utilize Social Media in Universities?" on June 14, 2011.

The following slides give an overview about the Track comprising three paper sessions (here, here, here) and the workshop:

2. Juni 2011

Das Thema Social Media an der 24. Bled eConference


Zum 24. Mal findet vom 12. bis 15. Juni 2011 die Bled eConference in Bled, Slowenien, statt (Google Maps).

Das Generalthema der Konferenz lautet: “eFuture: Creating Solutions for the Individual, Organisations and Society“.

Im Rahmen des Special Interest Tracks Social Media and Web 2.0 organisiere ich zusammen mit dem Kollegen Matt Glowatz aus Irland den Workshop “How to Utilize Social Media in Universities?“. Ziel des Workshop ist es, Erfahrungsberichte aus verschiedenen Ländern über die Nutzung von Social Media in Hochschulen zu erhalten sowie den aktuellen und zukünftigen Einsatz kritisch zu diskutieren. 


31. Mai 2011

Nach dem Wahlkampf 1.0 jetzt Politik 1.0 - sechs Monate nach den stgaller Regierungswahlen 2010

Im November 2010 haben ich verschiedendtlich über den Einsatz von Online- bzw. Social Media bei den stgaller Regierungswahlen berichtet (hier, hier, hier).

Im Vorfeld des 9. Social Media Gipfel in Zürich: Mit Social Media den Wahlkampf gewinnen? und sechs Monate nach der Wahl wurde ich neugierig und habe mir die Onlineauftritte der beiden Politiker nochmal kurz angesehen.

Was hat sich getan?


23. Mai 2011

Radiointerview zu "Der Einsatz von Social Media im Abstimmungskampf – Beobachtungen aus St. Gallen"

Vor einigen Tagen veröffentlichte ich auf dem FHS eSociety Blog den Beitrag Der Einsatz von Social Media im Abstimmungskampf – Beobachtungen aus St. Gallen.

Eine der erfreulichen Reaktionen war die Anfrage von Radio DRS für ein Interview. Notabene kam die Anfrage via Twitter DM. Zum Interview war ich heute morgen im DRS Studio in St. Gallen. Das Ergebis des Gesprächs mit @palaver7208 gibt es hier. Es wurde heute im Regionaljournal auf DRS1 ausgestrahlt.

Bildquelle: flickr.com/Sheta (CC Lizenz)

16. Mai 2011

"Mehr Demokratie durch Informationstechnologie" - Preisausschreibung der Integrata-Stiftung

Die Integrata Stiftung setzt sich für die humane Nutzung der Informationstechnologie ein und somit für die Verbesserung der Lebensqualität der Menschen.

Im Rahmen der Aktivitäten der Stiftung wird regelmässig der Wolfgang-Heilmann-Preis für humane Nutzung der Informationstechnologie ausgeschrieben. (Bericht über die Preisverleihung 2010)

Die aktuelle Ausschreibung 2011 hat das Schwerpunkt-Thema


Aus dem Ausschreibungstext (pdf):

"Gesucht sind Beispiele für den Einsatz von Informationstechnologie zur Partizipation der Bürger an der politischen Gestaltung oder zur Bürgerbeteiligung. Es geht um die Stärkung unserer Demokratie oder des Einflusses auf unsere öffentliche Verwaltung, indem die Bürger mit Hilfe von IT besser informiert und/oder besser eingebunden werden. Dazu gehören neben der Transparenz von politischen Vorgängen selbstverständlich auch die Stärkung einer fundierten Meinungsbildung bei den Bürgern oder die Möglichkeiten zur Abstimmung über politische Vorhaben."

Die Integrata-Stiftung ist selbst am Projekt PolitAktiv.org aktiv beteiligt (vgl. auch hier).

Hinweis: Ich selbst bin Mitglied des Fachbeirats der Integrata-Stiftung .

(Der Beitrag erscheint ebenfalls auf dem FHS eSociety Blog)

17. April 2011

re:publica XI - ein persönlicher Rückblick

Von der re:publica XI - Die Konferenz über Blogs, soziale Medien und die digitale Gesellschaft -, die in der letzten Woche in Berlin stattfand, wurde schon viel berichtet und geschrieben (Blogschau zur re:publica XI).

An dieser Stelle möchte ich auch meine two cents zur re:publica XI beitragen - ich war zwei Tage, Donnerstag und Freitag, in Berlin.

Bei einer inzwischen so grossen Konferenz ist es immer schwierig, die richtigen und wichtigen Sessions - und das bezieht sich immer auf die persönliche Erwartungshaltung - auszuwählen.
Und als jemand, der seit fast 20 Jahren auf Konferenzen unterwegs ist, weiss ich, dass die Konferenzbeiträge selbst gar nicht das wichtigste sind. Alles in allem, der persönliche Konferenzerfolg ist nicht planbar.

Für mich war die re:publica XI ein Erfolg, so dass ich ziemlich sicher auch 2012 wieder dabei sein werde. Und warum ein Erfolg? U.a. deswegen:

2. April 2011

Auf dem Weg zur Hochschule 2.0

Das Web 2.0 bzw. die Social Media haben längst auch die Hochschulen und die Wissenschaft erreicht.

Allerdings sind immer noch viele Kollegen eher zurückhaltend bei der aktiven Nutzung, häufig gehörte Argumente reichen von "hab´keine Zeit dafür", "ist doch nur Zeitverschendung" bis zu "ja ich sollte, weiss aber nicht genau wie".

Im Blog Wissenschaft und neue Medien veröffentlicht Wenke Richter (@DigiWis) eine Liste zum Thema Wofür können Wissenschaftler Web 2.0/Internet nutzen?  Diese Liste umfasst Aspekte von der Recherche, der Lehre über das Peer Review bis zum Ersatz der Teeküche. Diese Übersicht ist sicher für diejenigen, die Social Media nutzen wollen, aber nicht recht wissen wo und wie, ein guter erster Einstieg.

25. März 2011

Wohnungssuche per iPhone App

[Trigami-Review] Nein, ich suche aktuell keine Wohnung. Allerdings war in meinem Leben schon so einige Male auf Wohnungssuche.

Und beim ersten Mal ganz ohne Online-Unterstützung, heute kaum mehr vorstellbar: Zuerst reiste man physisch in die neue Stadt, in der man einen Wohnung sucht, z.B. weil man dort studieren wollte. Spät am Abend suchte man einen Kiosk, der schon die Zeitung von Morgen hatte. In einer Nachtschicht arbeitete man die Wohnungsanzeigen durch, mit Markern, Schere und Notizzetteln.
Nach ein paar Stunden Schlaf suchte man die nächste Telefonzelle, möglichst etwas abgelegen, weil man sich dort für die nächste Stunde oder so fast häuslich einrichtete, um die Anzeigen durchzutelefonieren. Und anschliessend das Abarbeiten der vereinbarten Termine in einer unbekannten Stadt, natürlich ohne Navi oder Google  Maps auf dem Smartphone, nur mit einem Stadtplan bewaffnet.

13. März 2011

Selbstplagiate in der Wissenschaftskommunkation - ein konkreter Fall

Es ist schon erstaunlich, wie selbst erfahrene Autoren die Regeln des wissenschaftlichen Publizierens verletzen und dabei ganz offensichtlich entweder kein Unrechtsbewusstsein empfinden und/oder naiv genug sind zu glauben, dass der Regelverstoss nicht entdeckt wird. Ob dies beabsichtigt geschieht oder aus Nachlässigkeit, sein dahingestellt.

In diesem Beitrag habe ich bereits ein Beispiel aus der Praxis als Mitherausgeber des wissenschaftlichen Journals Electronic Markets aufgezeigt, in dem es um die Entdeckung von Plagiaten geht. Autoren, die Beiträge für ein wissenschaftliches  Journal wie Electronic Markets einreichen, sind definitiv keine Anfänger in ihrem Fach. Desto erstaunlich ist es, dass Plagiate und auch Selbstplagiate  immer wieder vorkommen.

Aktuell musste ich mich mit einem Fall von Selbstplagiat oder auch Autoplagiat beschäftigen. Der Autor einer Einreichung hat mehr als 2000 Wörter - in einem Beitrag von rund 7000 Wörtern - aus einem von ihm als Koautor mit verfassten Konferenzbeitrag wörtlich kopiert, ohne diesen Beitrag in irgendeiner Form als Referenz zu nennen.
"Im  universitären  Kontext  ist  unter  einem „Selbstplagiat“ die Wiederverwertung eigener wissenschaftlicher Arbeiten ohne Hinweis auf die Originalarbeit zu verstehen." (Gamper 2009)