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12. November 2014

Zur Rolle und Ausgestaltung der Kinder- und Jugendpartizipation

Im Sommer 2013 berichtete ich  von der Diskussion zur Jugendbeteiligung am IBK Jugenddialog. Zur Rolle der traditionellen Mechanismen in der politischen Beteiligung schrieb ich:
"Deutlich wurde auch die unterschiedliche Wahrnehmung von Politik: Frau Erler zielte mit ihren Fragen und Antworten immer wieder auch auf die Institutionen der Politik wie z.B. Parteien. Die Jugendlichen dagegen wollen sich vor allem mit den sachlichen Themen beschäftigen, Parteipolitik schien für sie keine Rolle zu spielen.
Hier sehe ich durchaus eine wichtige und grundsätzliche Entwicklung: Beteiligung findet zu Sachthemen statt und wird nicht primär durch politische Institutionen und Strukturen abgebildet." 
Gestern wurden die ersten Ergebnisse der Studie "Von der Stimme zur Wirkung" in den Medien publiziert. Die Studie zur Partizipation von Kindern und Jugendlichen in der Schweiz wurde unter der Leitung von Prof. Dr. Peter Rieker, Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Zürich, im Auftrag von UNICEF Schweiz im Zeitraum 2012 bis 2014 durchgeführt.

Der Titel des NZZ Beitrags lautet Kinder leben Mitbestimmung anders aus - diese Schlussfolgerung wird in verschiedenen Aussagen in den publizierten Ergebnissen durchaus deutlich:
"Je älter ein Kind wird, desto weniger partizipiert es in Schule und Gemeinde. Dies könnte darauf hindeuten, dass entsprechende bestehende Partizipationsangebote zu wenig an den jugendtypischen Lebenswelten ausgerichtet sind. Ist nämlich ein individuelles Interesse vorhanden, wird rege partizipiert. [...] Partizipation hängt zudem davon ab, ob und wie Erwachsene die Mitwirkung der Heranwachsenden aktiv anstreben und unterstützen." (Quelle)
Daraus ergeben sich entsprechende Konsequenzen:
"«Die Ergebnisse zeigen, dass Beziehungen so gestaltet werden müssen, dass Kinder und Jugendliche von sich aus und aus eigener Initiative partizipieren», sagt Elsbeth Müller, Geschäftsleiterin von UNICEF Schweiz. «Sie müssen erleben, dass sie durch ihr Handeln und Tun eine Wirkung erzeugen können. Dazu braucht es die entsprechende Haltung und Geduld der beteiligten Erwachsenen sowie Plattformen und Gefässe, bei welchen sich Kinder und Jugendliche auf einfachem, unbürokratischem Weg „Gehör verschaffen“, ihre Anliegen und Ideen diskutieren und in altersgerechten Formen darüber verhandeln können.»"   (Quelle)
Zentral scheint mir, das Partizipation  - nicht nur von Kindern und Jugendlichen - Wirkung zeigt und diese vorab klar und transparent artikuliert und kommuniziert wird.

Die Begriffe Plattformen und Gefässe geben einen Hinweis auf den Einsatz neuer Medien:
"Genauere Analysen zeigen dabei, dass es einen positiven Zusammenhang zwischen der Nutzung neuer Medien als Kommunikationsplattform durch Kinder und Jugendliche und ihrer durchschnittlichen Partizipation in den untersuchten Handlungsfeldern gibt. Werden neue Medien hingegen vorwiegend als Plattform für Spiele und für den Konsum von Filmen benutzt, so besteht kein Zusammenhang hinsichtlich ihrer durchschnittlichen Partizipation." (Quelle, S: 9f.)
Daraus kann man interpretieren, das die Nutzung von eMail, Chat und Messaging einen positiven Effekt auf die Partizipation haben. Nur konsequent ist es dann, diese Formen der Kommunikation als Plattform und Gefäss für die Kinder- und Jugendpartizipation einzusetzen.

Genau diese Form der eParticipation - der IKT-gestützten Kinder- und Jugendpartizipation - steht im Zentrum eines Projektes einer mittelgrossen stgaller Gemeinde, das ich im Rahmen meiner Tätigkeit an der FHS St. Gallen zusammen mit einer Kollegin im kommenden Jahr begleiten werde.

Deutlich wird in den bisher publizierten Ergebnissen der Studie, dass Kinder- und Jugendliche sehr wohl partizipieren wollen, aber eben anders. Solange aber die Erwachsenen nicht müde werden auf die traditionellen Mechanismen zu bauen, wird die Kinder- und Jugendpartizipation sicherlich nicht intensiviert werden können.

Im Sommer 2013 stellte ich dazu in meinem Beitrag fest:
"Es stellt sich dann aber u.a. die Frage, wie dass durch Parteien dominierte parlamentarische System zukünftig geeignet ist, die Gesellschaft in allen ihren Facetten abzubilden und Entscheidungen für die Gesellschaft zu treffen. Alternative Formen der Partizipation - jenseits der Wahlen - spielen also für die demokratische Entwicklung unserer Gesellschaft eine zentrale Rolle - Stichwort offene gesellschaftliche Innovation."

Bildquelle: undpeuropeandcis on flickr.com (CC BY-NC-SA 2.0)

20. Februar 2014

Eine Analyse der digitalen Revolution in der Medienbranche aus den USA

Die heutige NZZ publiziert einen interessanten Beitrag zur digitalen Revolution in der Medienbranche: Auf der Suche nach dem Ei des Kolumbus. Interessanterweise erscheint der Beitrag im Bund International, und nicht etwa im Medien-/Digitalteil der NZZ.

Der Autor Peter Winkler fasst in dem Beitrag eine umfangreichere Studie von Pew Research zusammen (auf die leider nicht direkt verlinkt wird):  Nonprofit Journalism: A Growing but Fragile Part of the U.S. News System, publiziert im Juni 2013.
"Das Pew Research Center identifizierte für einen Bericht über diese schillernde Szene digitaler Medien 172 Neulancierungen seit 1987. Fast 70 Prozent von ihnen wurden während oder nach der Rezession von 2008 gegründet, als traditionelle Medienunternehmen im grossen Stil «journalistische Kapazität abbauten»" (mehr zur Methode der Studie)
Auch wenn die Studie sich auf die USA bezieht, sind die Erkenntnisse durchaus interessant.
Einige der Kernaussagen:

  • Focus auf lokale bzw. regionale Themen: "Von den 172 Internet-Neugründungen bedienen rund drei Viertel das Interesse an Nachrichten auf lokaler oder gliedstaatlicher Ebene." 
  • Fokus auf einzelnen Themen: "Als typische Nischenprodukte beschränken sich ebenfalls rund 75 Prozent auf ein Thema oder auf einige wenige Themenschwerpunkte." 
  • Der Qualitätsjournalismus lebt offenbar: "Erstaunlicherweise ist der investigative Journalismus mit 21 Prozent die populärste Nische."
  • Durchaus überraschend ist die Aussage, "dass die Internetmedien bedeutend weniger häufig aktuelle Nachrichtenbeiträge publizierten als traditionelle Medienunternehmen" - was mit den fehlenden Ressourcen begründe wird: viele der Neugründungen arbeiten mit Freiwilligen
  • Aber: Ein nachhaltiges Ertragsmodell fehlt den meisten Neugründungen bisher: "Rund zwei Drittel werden von einer anderen Organisation gesponsert, nur das restliche Drittel kann als einigermassen unabhängig bezeichnet werden". Es bestehen notabene Abhängigkeiten von Mäzenen und Sponsoren. Aber letztendlich bestehen Abhängigkeiten (mehr oder weniger explizit) auch bei traditionellen Medienhäusern
  • Insbesondere innovative, Internet-typische Ertragsmodelle fehlen weitgehend. Neugründungen wie traditionelle Medienhäuser suchen also gleichermassen nach Ertragsmodellen. 
  • Und: "Soziale Medien gelten derzeit für den Aufbau engagierter Nutzergemeinschaften als unabdingbar." Als innovative Beispiele werden hier u.a. die Projekte impaq.me und First Look Media, genannt. 
Weitere Details sind in der Originalstudie dokumentiert (pdf). 

Weitere Beiträge zum Thema Zeitungen auf diesem Blog.


16. Juli 2013

Das Digitale Zeitalter - Neuland für Führungskräfte?

Neuland Digital Age
(Quelle: Wagner Fontoura, flickr.com)
Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel wurde kürzlich wegen ihrer Neuland - Äusserungen heftig gescholten.

Wenn ich die Meldungen zu einer aktuellen Studie lese, stellt sich tatsächlich die Frage nach dem Internet als NeulandEuropäische Führungskräfte sind nicht für digitalen Wandel gerüstet, oder wie es in der Pressemeldung heisst: 63% of European Businesses Trapped in the ‘Digital Dark Ages’.

So jedenfalls die Erkentnisse einer Studie von Coleman Parkes Research, die im Auftrag von Ricoh im Mai und Juni d.J. durchgeführt wurde.

Dort ist drastisches zu lesen, z.B. über die Readiness europäischer Führungskräfte in Bezug auf das digitale Zeitalter: "63 per cent saying they are far from ready for digital transformation".

"The research insights show that the majority of businesses are still in the digital dark ages and are currently unprepared to drive digital transformation" sagt Ian Winham, CIO and CFO at Ricoh Europe PLC.

Grosse Erwartungen werden in die CIO's gesetzt, diese fühlen sich aber offenbar nicht in der Lage, die digitale Transformation voranzutreiben:

"... an overwhelming majority of business leaders (83 per cent) believe the CIO is well-equipped to drive digital transformation, they are not yet fully empowered to change critical growth activities.  For example, the task of optimising business critical processes is ranked by business leaders as the number one activity that is having the biggest positive impact on business growth.  However, CIOs are currently least able to change it; just 9 per cent believe they are empowered in this area.".

Es wäre natürlich hilfreich, wenn die Studie komplett Online verfügbar wäre.

Weitere Informationen:
Pressemeldung von Ricoh auf deutsch und englisch


30. November 2011

Studie zeigt grosse Skepsis zur digitalen Demokratisierung in der Schweiz

Verschiedentlich habe ich über die Nutzung von Social Media bei Abstimmungs- und Wahlkämpfen berichtet (hier, hier) oder mit dazu geäussert.

Immer wieder habe ich  - und nicht nur ich - in diesem Zusammenhang festgestellt, dass eine echte, inhaltliche Interaktion mit Bürgern oder Wählern nicht oder nur in geringem Umfang stattfindet.

Die gestern vorgestellte Studie Die Schweiz im Internet 2011 liefert jetzt einen Erklärungsansatz zur Zurückhaltung bei der inhaltlichen, politischen Diskussion via Social Media. Zwar sind
"Internet-Nutzer generell politisch aktiver sind als Nicht-Nutzer", 

22. Juli 2010

Wie lebt die Generation Y? Eine Studie von Saatchi & Saatchi

Millenials, Xers, Digital Natives, Generation Y oder M2 - was haben wir nicht alles an Bezeichnungen für die heranwachsende Generation.

Es soll zum Ausdruck gebracht werden, dass eine Generation von jungen Menschen heranwächst, die mehr oder weniger in das digitale Zeitalter hineingeboren wurde und mit den digitalen Gadgets und dem Internet aufgewachsen ist.

Die Abgrenzungen dieser Generationen sind oft statisch, ziehen Grenzen z.B. anhand von Geburtsjahrgängen und schreiben dann eher pauschal den Vertretern dieser jeweiligen Generation bestimmte Eigenschaften zu.

Dass dies in der realen (Arbeits-) Welt längst nicht so statisch und kategorisch daherkommt, wird jeder, der mit jungen Menschen zu tun hat, bestätigen können!

11. April 2010

Twitternde Journalisten sind eher noch rar: Eine aktuelle Studie aus Österreich

Das Spannungsfeld Soziale Medien und Journalismus beschäftigt Praktiker wie Wissenschaftler und Politiker zur Zeit sehr intensiv und durchaus kontrovers. Ein Thema ist dabei das Verhältnis der sozialen Medien wie (Micro-) Blogging oder Social Networks und den Journalisten. Verschiedene Studien analysieren vor allem diese Zusammenhänge in den USA. Ein aktueller Beitrag ist z.B. "More Journalists Using Facebook And Twitter Journalists relying on social media for stories."

Im Januar 2010 wurde die Studie "Journalismus & Social Media" publiziert (Studie als pdf). Sie untersucht die Nutzung der Social Media durch Medienschaffende in Österreich. Die PR-Agentur ikp und die Fachzeitschrift „Der Österreichische Journalist“ haben über 500 österreichische JournalistInnen, PR-Profis und Kommunikationsverantwortliche über ihren persönlichen Gebrauch von Social Media Plattformen befragt. Die Ergebnisse sind Online verfügbar, wir wollen hier vor allem ein Augenmerk auf die Nutzung von Twitter durch die Journalisten richten.

Die o.g. Studie aus den USA sagt, dass
"More than a third (37%) of traditional journalists now contribute to Twitter".
Der Blick nach Österreich zeigt uns, dass dort immerhin 30% der Befragten Twitter nutzen. Davon aber lediglich 34% täglich und 26% mehrmals pro Woche, der Rest seltener. In konkreten Zahlen heisst das, dass 26 Medienschaffende in Österreich - die an der Erhebung teilgenommen haben - täglich Twitter nutzen. Da nicht alle Befragten Journalisten waren, ist die Zahl der zwitschernden Journalisten entsprechend geringer.
"Weitgehend resistent gegen den „Zwitscher-Hype“ scheinen überraschenderweise besonders RespondentInnen aus Tageszeitungen (12%) und aus dem Magazinbereich (17%) zu sein."

4. Februar 2010

Teenager: Bloggen ist out, Social Networks sind in

Vor wenigen Tagen wurde in den USA eine Studie zum Medienkonsum der Generation M2 publiziert.

Heute erreicht uns die Nachricht einer Studie zum Thema Social Media & Mobile Internet Use Among Teens and Young Adults des PewResearchCenter.

Die grundsätzlichen Ergebnisse sind letztendlich nicht weiter überraschend, in der Studie erfährt man aber zahlreiche Details:
  • Die Teenager bloggen weniger als noch 2006, Erwacsene dagegen mehr
  • Die Nutzung von Social Networks hat dagegen massiv zugenommen, sowohl bei Teenagern als auch bei den anderen Altersgruppen. 
  • Twitter spielt kaum eine Rolle bei den Teenagern: "Twitter is an exception".
  • Ein Handy zu besitzen ist auch bei Teenagern inzwischen mainstream geworden
  • Annähernd 100% der Teenagr ab 12 Jahren nutzen das Internet.

Weitere Quellen:

Bildquelle: flickr.com/ Marco Gomes

5. November 2009

Studie "Die nächsten 20 Jahre der Informationsgesellschaft" veröffentlicht

Im Rahmen der Tagung des Münchner Kreises "Die nächsten 20 Jahre der Informationsgesellschaft" am 5. und 6. November 2009 in Berlin werden die Ergebnisse der internationalen Delphistudie „Zukunft und Zukunftsfähigkeit der Informations- und Kommunikationstechnologien und Medien“ vorgestellt (Pressemitteilung).

Eine Kurzfassung der Studie (20 Seiten) ist hier erhältlich, die komplette Studie (302 Seiten) hier. In der Langversion werden die Ergebnisse in 37 Kapiteln aufbereitet.

Die Studie analysiert die Branchentrends bis 2030 und wagt somit einen weiten Blick in die Zukunft einer sich schnell entwickelnden Branche. Bedenkt man, dass das Web gerade einmal 20 Jahre alt ist, macht der Blick um 20 weitere Jahre voraus neugierig. Wer hat vor 20 Jahren die Entwicklungen, die wir bis heute erlebt haben, tatsächlich vorausgesehen?

Insgesamt wurden 551 Entscheider aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft zu den zentralen Entwicklungen ihrer Branchen für die kommenden zwanzig Jahre befragt. Die Studie wurde von TNS Infratest im Auftrag von Münchner Kreis, EICT, Deutsche Telekom, TNS Infratest sowie den Förderern und Unterstützern Siemens, Focus, Vodafone, VDE, SAP, Google, IBM durchgeführt und im Rahmen des IT-Gipfelprozesses vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) unterstützt.

In der Executive Summary werden die Ergebnisse in fünf Kernbotschaften zusammengefasst.

In der ersten Botschaft wird festgestellt, dass die Entwicklungen zur Informationsgesellschaft unumkehrbar sind und die Durchdringung aller Lebensbereiche mit IKT weiter zunehmen wird. Dabei wird insbesondere ein Gleichlauf technologischer und gesellschaftlicher Entwicklungen angemahnt. Gefordert werden die Verbesserung von Informations- und Medienkompetenz bei Bürgern und insbesondere Kindern und Jugendlichen sowie vor allem ein Bewusstseinswandel bezüglich der Rollle und der Wirkungen der IKT in allen Lebensbereichen. U.a. wird ein Fach 'Medienkunde' an den Schulen gefordert.

In Botschaft zwei werden Akzeptanz und Vertrauen der Bürger thematisiert; man geht davon aus, dass in 6 bis 10 Jahren digital vernetzte Assistenten weit verbreitet sein werden, aber die Herausforderungen des Umgangs mit (multiple) digitalen Identitäten nach wie vor nicht gelöst sind. So werden die Implementierung "weltweit geeignete Massnahmen der IT-Sicherheit" sowie ein "einfach handhabbares Identitätsmanagement" gefordert.

Botschaft drei fordert den Ausbau einer leistungsfähigen Kommunikationsinfrastrukturen als Basis der Informationsgesellschaft. Dadurch soll Innovation und Nachhaltigkeit ermöglicht werden und neue Märkte erschlossen werden.

Die Botschaft vier widmet sich dem mobilen Internet und seiner herausragenden Bedeutung in der Zukunft.

Schlussendlich beschäftigt sich Botschaft fünf mit der Dynamik der IKT und den Auswirkungen auf die Wirtschaft durch entsprechende Innovationen. Die soll u.a. in den deutschen Schlüsselindustrien auch durch den Open Innovation - Ansatz erreicht werden.


Anschliessend werden die Themenblöcke zusammengefasst. Eine ausführliche, detaillierte und grafische aufbereitete Darstellung der Ergebnisse findet man in der 302-seitigen Langversion. Die beschriebenen Entwicklungen bleiben - zumindest in der Executive Summary - eher allgemein und vage. Zum Identitätsmanagement und der informatiellen Selbstbestimmung liesst man z.B.:
"Dies wird es frühestens ab dem Jahr 2020, möglicherweise aber auch noch deutlich später oder nie geben."
Für Deutschland wird es
"als Utopie angesehen, dass der Einzelne die vollständige Kontrolle über die Verwendung seiner persönlichen Daten im Internet hat bzw. diese gewährleistet ist".
Es wird prognostiziert, dass ab dem Jahr 2020 die Bevölkerung in Europa
"ein multimediales mobiles Endgerät als verbindendes Element der klassischen Medien wie Buch, Zeitung und Zeitschrift, Fernsehen und Internet zur Darstellung von Texten, Bildern, Musik und Videos nutzen."
Frühestens im Jahr 2020 kommt das weltweit einsetzbare 'mobile wallet'.
Es folgen Aussagen zur Innovationspolitik und Infrastrukturentwicklung; IPv6 wird ab 2019 verbreitet sein und das Internetprotokoll als solches wird frühestens ab 2030 abgelöst. Das semantische Web ist ab 2019 integraler Bestandteil des Internet.

Auch wenn das Internet das Unterhaltungsmedium Nummer 1 werden wird, verändert sich der Medienkonsum kaum, Kurzformate wie Videoclips oder User Generated Content werden keinesfalls dominieren. Und die öffentliche demokratische Meinungsbildung wird auch zukünftig den staatliche, öffentlich-rechtlichen Medien obliegen. Klassische Medien wie Zeitungen und Zeitschriften werden "konvergent erweitert", wesentliches ändert sich aber nicht. Ab 2020 werden 75% der Bevölkerung individualisierte E-Tageszeitungen nutzen, dies aber parallel zu den Printversionen. Ab 2015 wird es für eine Mehrheit normal sein, für "professionell erstellte Medieninhalte" zu bezahlen. Dies wird die Medienindustrie sicher freuen, sollte es so kommen. Insgesamt scheinen die Aussagen zur Entwicklung im Medienbereich doch eher konservativ zu sein und bewegen sich entlang eher traditioneller Vorstellungen.

Die "Rund-um-die-Uhr" Betreuung von auf Hilfe angewiesener Menschen mit Hilfe von IKT-Systemen wird 2024 "medizinischer Versorgunsstandard" sein.

Auch wenn das Auto sicherer und effizienter wird, so wird das autonome Fahren frühestens ab 2030 Realität werden.

Soweit einige Erkenntnisse der Studie. Was soll man davon halten? Alles, was hier beschreiben wird, kennen wir bereits heute, von Green IT über Ambient Assisted Living AAL bis hin zu Location Based Services. Es werden im Prinzip keinerlei Entwicklungen oder Szenarien skizziert, die über das heute bereits zumindest in den Köpfen vorhandene hinausgeht. Man findet nichts wirklich überraschendes, das ungläubige Stauen bleibt aus. Die Studie bewegt sich weitgehend in den heutigen Denkschemata. War denn heute vor 20 Jahren auch alles das, was wir heute kennen, bereits angedacht und thematisiert? Kaum vorstellbar ehrlich gesagt. Spontan fallen mir hier z.B. die Aussagen zur maximalen Datenübertragungsrate über Kupferkabel ein ... Und es gibt weitere Beispiele die deutlich machen, wie man vor 20 Jahren nicht im Traum an Dinge dachte, die wir heute selbstverständlich nutzen und erleben.

Wird die Zukunft denn wirklich so wenig überraschend ...?


Bildquelle und ©: flickr.com/ henning (CC Lizenz)




3. Juli 2009

Der (N)ONLINER Atlas - eine aktuelle Studie zur Nutzung und Nichtnutzung des Internets

Mit dem (N)ONLINER Atlas ist jüngts eine aktuelle Studie zur Nutzung und Nichtnutzung des Internets in Deutschland publiziert worden.

Der (N)ONLINER Atlas ist eine Studie der
Initiative D21 von knapp 70 Seiten und wurde durchgeführt von Infratest.

Methodisch wurden ca. 30'000 Interviews durchgeführt, die Studie
Während viele Studien und wissenschaftliche Arbeiten das Verhalten derjenigen analysieren, die bereits Online sind, verspricht diese Studie auch eine Analyse der Nicht-Onliner.

Die komplette Studie gibt es als
pdf-Datei (6.3MB) zum Download. Eine Printversion kann kostenlos bestellt werden. Einige der Kernergebnisse:
  • Der Onliner-Anteil in Deutschland liegt bei knapp 70%
  • Der Offliner-Anteil liegt bei 26.6%
    (als Offliner werden Nichtnutzer ohne Nutzungsplanung verstanden)
  • 20% der Männer sind Offliner, aber knapp33% der Frauen
  • 4.3% wollen innerhalb eines Jahres zu Onliner werden
  • Es gibt ein klares Stadt-Landgefälle
  • Das Wachstum bei den Onlinern in der Altersgruppe 60-69 ist überdurchschnittlich hoch, knapp 50% sind Online
  • Das Wachstum bei Personen mit formal einfacher Bildung ist ebenspo überdurchschnittlich hoch und liegt bei 53%
  • 47% der Haushalte mit einem Einkommen von weniger als 1000 EUR sind Online, auch hier ein überdurchschnittliches Wachstum
  • In der Altersgruppe 70plus sind weniger als 20% Online, das Wachstum ist hier unterdurchschnittlich
  • Zwei Drittel der Onliner nutzen einen Breitbandanschluss.
Der typische Internetnutzer gleicht sich also immer mehr dem Durchschnittsbürger an, die meisten bisher oft unterrepräsentierten Gruppen holen überdurchschnittlich auf - eigentlich erfreulich im Hinblick auf das Thema Digital Divide.

Die Studie umfasst zahlreiche Tabellen und Grafiken und zeigt regionale (bis auf Ebene Regierungsbezirke), demographische und zeitliche Veränderungen auf. Das 5. und 6. Kapitel (S. 32-40) widmet sich dann vor allem den Offlinern mit und ohne Beschaffungsabsichten.


Bildquelle: pixelio/RainerSturm

26. April 2009

Musikgenuss beim Joggen


Am heutigen Sonntag wird dem Leser der Sonntagszeitung (26.4.2009) einiges an Überlegungen abverlangt - sofern er gerne Musik hört und dazu noch Jogger ist.

Im Bund Multimedia lesen wir im Artikel "
Popmusik doppelt so laut wie früher", dass gemäss einer Suva-Studie gezielt die Lautstärke von Musik erhöht wird mit negativen Folgen für das menschliche Gehör. Demnach hat sich der Dauerschallpegel bei bestimmten Musikstücken z.B. zwischen 1985 und 2005 verdoppelt, von 88 auf 99dB.
"Wer zu 90 Prozent der Maximallautstärke von 100 dB Popmusik hört, sollte dies höchstens 3 Stunden wöchentlich tun. Bei Oldies, Jazz und klassischer Musik sind bis zu 10 respektive 40 Stunden pro Woche bedenkenlos." (Sonntagszeitung)
Das klingt drastisch! Eine Kurzinformation zur angesprochenen Studie ist bei der Suva Online zu finden: "Studie: MP3-Hörverhalten". Dort lesen wird:
"Die Jugendlichen wählen mehrheitlich "vernünftige" Schallpegel um 80 Dezibel, was leicht unter den Werten von 1996 liegt. Hingegen hat sich die durchschnittliche Hördauer mit rund 100 Minuten pro Tag gegenüber 1996 verdoppelt. Insgesamt gehen die MP3-Benutzer heute etwa dasselbe Risiko ein wie ihre Vorgänger mit dem Walkman vor zehn Jahren."
Weiter lesen wir: Wer Musik mit 60% der Lautstärke hört, darf sogar beliebig lang Musik hören! Ganz so drastisch ist es also doch nicht, und die Jugendlichen gehen offensichtlich einigermassen vernünftig mit dem Lärm durch Musik um.

Was hat das jetzt mit dem joggenden Musikhörer zu tun? Nun, auf der Seite 35 der Sonntagszeitung vom 26.4.2009, im Bund 'Sport', lesen wir den Artikel
"Schneller laufen - dank Musik. Studien zeigen: Wer die richtigen Songs hört, ist bis zu 15 Prozent schneller". (nicht Online verfügbar)
Der Musikgenuss beim Laufen wird vor allem zur Verbessungen der Laufzeiten als Stimulation beim Training explizit vorgeschlagen. Haile Gebrselassie hat angeblich sogar während eines Hallenwettbewerbs einen Hallenrekord verbessert - dank Musik in der Halle. Aber nach dem vorher gelesenen Artikel über die Lautstärke suchen wir vergebens etwas dazu. Dagegen wird deutlich gemacht, dass Rhythmus und Tempo der anvisierten Laufbelastung entsprechen müssen. 120 bis 140 Schläge pro Minute seinen ideal. Ok. Aber wie messe ich jetzt diesen Wert bei der Zusammenstellung der Playlist für's Laufen? Denn:
"Zu schnelle Titel sind bei mässig Trainierten nutzlos - und je nach Laufhabitués teilweise sogar kontraproduktiv."
Im Artikel finden wir dann die Aussage, dass eine zu hohe Lautstärke das Gehör leiden lässt. Dank der Suva Studie wissen wir wenigstens hierzu, dass bei einer maximalen Lautstärke von 60% wir beliebig lange Musik hören können, auch beim Laufen. Aber wo bekommen wir die richtige Playlist nur her ...?

Bildquelle: flickr.com/ nickestamp

20. März 2009

Studie zur Zukunft der Tageszeitung der Friedrich-Ebert-Stiftung

Als gäbe es nicht genug Negativschlagzeilen einzelner Blätter aus der Zeitungsindustrie, hat jetzt die Friedrich-Ebert-Stiftung eine Studie veröffentlicht mit der folgenden Schlussfolgerung: "Das Internet verdrängt zweifellos die klassische Zeitung auf Papier."

Die Studie mit dem Titel "Das Verschwinden der Zeitung? Internationale Trends und medienpolitische Problemfelder" wurde von den Autoren Stephan Weichert und Leif Kramp im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung verfasst.

Die Studie beginnt mit "Thesen und Handlungsempfehlungen", daraus eingie Auszüge:

  • "Das Internet verdrängt zweifellos die klassische Zeitung auf Papier"
  • "Journalistischen Online-Angeboten mangelt es derzeit noch an verlässlichen Erlösmodellen, die den Qualitätsjournalismus dauerhaft sichern helfen."
  • "Die Vertriebsform der klassischen Zeitung auf Papier ist überholt; elektronische Verteilformen sind nutzerfreundlicher, wirtschaftlicher und ökologischer."
  • "Gerade in Blogs, Social Communities etc. steckt ein wichtiges Ergänzungsverhältnis im Hinblick auf etablierte Medien: Ungeachtet der Finanzierungsfrage ergeben sich neue Formen der Vergemeinschaftung und Interaktivität, die sich der professionelle Journalismus stärker zunutze machen muss, um seiner Orientierungsfunktion auf verschiedenen Plattformen besser gerecht zu werden."
  • "Die mangelnde Bereitschaft mancher Journalisten, sich auf die neuen Anforderungen digitaler Medienumgebungen und Konvergenztendenzen einzulassen, hat einen erheblichen redaktionellen Innovationsrückstand gegenüber nicht-journalistischen Angeboten begünstigt, der kaum noch aufzuholen ist."
  • "Multimediale Großunternehmen, die global und in unterschiedlichen Mediensparten agieren, profitieren eher von der Krise der Zeitungsbranche, ..."
  • "Das allmähliche Ausbluten traditioneller Presseverlage und die Konzentrationswelle, ausgelöst durch ›feindliche‹ Übernahmen multinationaler Konzerne, führen dazu, dass noch mehr und noch schneller ungleiche Meinungs- und Informationsmonopole entstehen, die den Qualitätsjournalismus in seiner Kernbestimmung, glaubwürdige und unabhängige Informationen zu vermitteln, konsequent unterwandern."
  • "Erschwerend kommen die sich ändernden Gewohnheiten und Vorlieben der Nutzer hinzu."
  • "Ein tragfähiges Geschäftsmodell für Zeitungen zu finden, das qualitativ hochwertige Inhalte garantiert, wird schwieriger."
Weitere Thesen behandeln die Liberalisierung der Pressefusionskontrolle, die Medienaufsicht und das Engagement gemeinnütziger Organisationen zur journalistischen Qualitätssicherung.

Für den aufmerksamen Leser sind dies sicher z.T. Binsenwahrheiten, für die Vertreter der traditioenllen Medien sicher unliebsame Wahrheiten.


Das erste Hauptkapitel beschäftigt sich dann mit einem Überblick internationalen Trends und medienpolitischen Problemfeldern. In dieser Zusammenfassung der Entwicklungen erfährt der Leser viel Bekanntes sowie statistisches Material insbesondere zur Mediennutzung.
Im zweiten Kapitel "Medienpolitische Problemfelder in Deutschland: Ergebnisse der Fragebogenerhebung" werden die Ergebnisse der "Meinungsumfrage - Fragebogenerhebung von März bis Mai 2008 - unter deutschen Experten aus Pressewirtschaft, Verlagswesen, Journalismus und Medienpolitik" aufbereitet. Insgesamt gaben 43 Experten zur medienpolitische Perspektive Auskunft. Die Ergebnisse werden Frage für Frage diskutiert, sie fliessen in die Thesen ein wie auch das erste Kapitel.

Im dritten Teil geht es um die Presseförderung in Europa, die Situation von Belgien bis Zypern wird dargestellt.


Anschliessend werden dann "Ausgewählte Qualitätsinitiativen in USA und Europa" aufgelistet und beschrieben.



Fazit
Eines zeigt sich deutlich in der Studie:
Als Reaktion auf die Erkenntnisse, die nicht neu, aber durchaus zuteffend sind, werden nicht primär Innovation und Kreativität als Massnahmen vorgeschlagen und thematisiert, sondern viele Seiten werden zu Aspekten wie den medienplitischen Instrumenten (notabene des Staates) oder der (staatlichen) Presseförderung gefüllt. Wie gesagt, Aufftraggeber der Studie war die Friedrich-Ebert-Stiftung, die mit dem Slogan auf der Hompage wirbt: "Der sozialen Demokratie verpflichtet". In der heutigen Zeit heisst dass dann wohl "Der Staat wirds schon richten".


Bildquelle: Titelseite der Studie

1. März 2009

Mediennutzung - Zwei aktuelle Studien aus Deutschland

Der Netzökonom auf FAZ.NET, Holger Schmidt, berichtet in zwei Beiträgen über aktuelle Studien zur Mediennutzung.

Im Beitrag "
3 von5 Internetnutzern sind in sozialen Netzwerken aktiv" wird über eine Studie von web.de berichtet, die sich mit der E-Mail als dominantes Kommunikationsmittel beschäftigt.
"E-Mail ist unverändert das mit Abstand stärkste Kommunikationsmittel im Internet. Soziale Netzwerke haben keinen nachhaltigen Einfluss auf die Nutzung von E-Mail. Solche Kommunikationsservices werden vielmehr als zusätzliches Angebot verstanden"
lautet die Schlussfolgerung der Repräsentativumfrage „Kommunikationsverhalten deutscher Internet-Nutzer", die im Auftrag von web.de durchgeführt wurde. Und weiter aus den Ergebnissen:
"Während nahezu jeder Internet-Nutzer über eine E-Mail Adresse verfügt, habe die Befragung gezeigt, dass lediglich 58 Prozent in sozialen Netzwerken aktiv sind. 'Soziale Netzwerke und Instant Messenging sind Teenager-Phänomene'."
Dazu der Netzökonom:
"Lediglich 58 Prozent sind in sozialen Netzwerken aktiv? Und gar 96 Prozent der jugendlichen Nutzer? Nach gerade einmal drei Jahren, in denen es soziale Netzwerke in breiter Form gibt, sind diese Zahlen nicht schlecht. Und dass die E-Mail-Nutzung gar nicht darunter leidet, dass viele Menschen nun in ihren Netzwerken oder per Twitter kommunizieren, erscheint auf Dauer wenig plausibel".
Und der Netzökonom zweifelt nochmals an der Plausibilität der Ergebnisse:
"Spannend ist die Analyse der tatsächlichen Nutzung der sozialen Netzwerke, deren Ergebnisse allerdings nicht unbedingt plausibel sind."
Vorsicht bei der Interpretation der Ergebnisse scheint also angebracht! Zur Methodik erfährt man beim Convios Consulting, die die Studie durchgeführt jhaben, noch folgendes:
"Die Umfrage wurde unter 1000 Internetnutzern ab 16 Jahren in Deutschland auf Basis einer Onlinebefragung (Computer Assisted Web Interviewing; CAWI) durchgeführt. Dabei wurden die Befragten repräsentativ nach Alter, Geschlecht und Nielsen-Region ausgewählt und im Zeitraum November 2008 jeweils etwa 15 Minuten befragt."
Im Beitrag "State of the Internet" berichtet der Netzökonom über eine Repräsentativstudie von PriceWaterhouse Coopers, die recht breit die Internetnutzung in Deutschland analysiert. Für die Studie "Internet 2009 - Wer macht was im World Wide Web?"
"wertete PwC die Antworten von 1.006 repräsentativ befragten Endverbrauchern ab 16 Jahren aus. "
Also so ziemlich die gleiche Grundgesamtheit wie bei der web.de Studie.
"Gut jeder zweite Befragte nutzt das Internet regelmäßig, 37 Prozent sind allerdings nie online. Das liegt vor allem am hohen Anteil der älteren Bevölkerung (60+), die das Internet eher selten oder gar nicht nutzen (83 Prozent)."
Und zur Nutzung sozialer Netzwerke:
"Soziale Netzwerke setzen sich durch
Das Internet wird nicht nur als wichtige Informationsquelle angesehen, sondern gilt auch gemeinhin als wichtiges Kommunikationsmedium, denn die weitaus meisten Befragten pflegen ihre Kontakte über das Internet. Das bevorzugte Medium ist nach wie vor die E-Mail, die 90 Prozent häufig oder wenigstens gelegentlich schreiben. In Communities wie Facebook, StudiVZ oder Xing sind mittlerweile 38 Prozent der Nutzer vernetzt.
Besonders populär sind die sozialen Netzwerke in der Altersgruppe unter 30. Hier sind drei von vier Internet-Nutzern auch Mitglied mindestens einer Online-Community. Knapp sechs von zehn der Befragten (56 Prozent) geben an, ihre Kontakte im persönlichen Online-Netzwerk häufig zu pflegen."
Das deckt sich grundsätzlich mit den Ergebnissen der web.de Studie. Blogs werden dagegen wesentlich seltener genutzt:
"Auf ein deutlich geringeres Interesse als soziale Netzwerke stoßen Online-Tagebücher oder Journale, so genannte Blogs. Fast zwei von drei Internetnutzern wissen mit diesem Begriff nichts anzufangen. Nur jeder fünfte Befragte liest zumindest gelegentlich ein Blog, jeder zehnte bloggt selbst.
Während Blogs in anderen Ländern durchaus als vertrauenswürdige Informationsquelle gelten, überwiegt bei den Befragten in Deutschland die Skepsis. Von denen, die Blogs kennen, halten diese 38 Prozent für unglaubwürdig, nur 23 Prozent für glaubwürdig."
Die Mehrheit der Befragten bewertet den Wahrheitsgehalt von Informationen aus dem Internet ganz allgemein generell zurückhaltend. 61% der Befragten unter 30 Jahren geben ein Glaubwürdigkeitsprobleman - diese hohe Zahl ist dann doch duchaus überraschend. Allerdings wird der Wert nicht weiter differenziert. Allerdings ist auch bei dieser Studie bezüglich Palusibilität Vorsicht geboten. Bei den Aussagen zur Nutzung von Online-Angeboten im Servicebereich ist die Zahl der Nichtnutzer relativ hoch: 54% der Befragten wickeln angeblich nie Bankgeschäfte Online ab, und bei der Nutzung von Online-Partnerbörsen geben nur 5% an, dass sie diese gelegentlich nutzen, 95% nutzen sie nie, und niemand häufig.

8. Januar 2009

Deloitte-Studie zur Mediennutzung „The State of Media Democracy“

Am 7. Jan. 2009 publizierte Deloitte Ergebnisse der repräsentativen Studie "The State of Media Democracy". In fünf Ländern - Brasilien, Japan, USA, England und Deutschalnd - wurden 8'800 Verbraucher zum Mediennutzungsverhalten befragt (Pressemitteilung). Aus jedem der fünf Länder werden Stärken und Schwäschen berichtet. Die Deutschen werden hier als 'zurückhaltend' und 'reserviert' beschrieben, "Faktoren wie „Faszination“ und „Lifestyle“ spielten für sie im Zusammenhang mit Technologie kaum eine Rolle", "Insgesamt besteht somit noch ein erhebliches Potenzial für den Ausbau von „Multimedia“ in Deutschland." Für mediale Aktivitäten verwenden die Deutschen am wenigsten Zeit im Vergleich der Länder (63Std./Woche), in Brasilien die meiste Zeit; die Deutschen informieren sich tendenziell libeer eher klassisch, insbesondere die Älteren vorwiegend durch klassiche Medien. Die Jungen setzen aber auf eigenen Content und nutrzen das Internet als soziales Medium. Obwohl sich die ältere Generation als eher "online-abstinent" beschrieben wird, wird an anderer Stelle hervorgehoben: "In Deutschland gehört die Bevölkerung mit einem Durchschnittsalter von 44 Jahren wie auch in Japan zu den ältesten weltweit – davon sind hierzulande 64 Prozent online." Klar festgehalten wird aber auch, dass die Deutschen keinesfalls technikfeindlich sind: "Zwar lesen sie im Vergleich mehr Bücher, hören konventionelles Radio und sehen „normales“ TV. Jedoch nutzt mehr als die Hälfte ihren Computer häufiger zur eigenen Unterhaltung als den Fernseher, über ein Viertel verwendet das Mobiltelefon als Entertainment-Plattform."

Interessant ist die Aufteilung in Altergruppen im deutschen Teil der Studie: "Millenials", das sind die 14 bis 25-jährigen, "Xers", das sind die 26 bis 42-jäjhrigen, und der Rest gehört dann wohl zum alten Eisen, zu den "Older Adults", von 43 bis 75 Jahre, wie der Pressemitteilung der Studie zu entnehmen ist. Vielen Dank Deloitte! Wo kann ich meine Rente beantragen? ;-)