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26. April 2016

Der Einsatz von Social Media auf Gemeindeebene

Toggenburger Tagblatt, 26.4.2016
Das Themenfeld Politik 2.0 beschäftigt mich schon eine ganze Weile. Themen rund um die Nutzung des Social Web bzw. Web  2.0 in der Politik, bei Abstimmungs- und Wahlkämpfen oder im Rahmen von eParticipation - Aktivitäten behandle ich in der Aus- und Weiterbildung sowie in Projekten im Rahmen meiner beruflichen Tätigkeit an der FHS St. Gallen.

Im Rahmen des Zertifikatskurses (CAS)  Gemeindeentwicklung der FHS St. Gallen habe ich die Freude im Modul Medien und Politik den Teil der neuen Medien mit den Teilnehmern zu behandeln. Nach wie vor stossen die Themen wie die Nutzung von Social Media in der politischen Gemeindearbeit verbreitet auf Skepsis. Man scheut das Neue, fürchte den Aufwand oder stellt den Nutzen in Frage.

Im heutigen Beitrag Nur Lichtensteig ist medial sozial kommt Ruben Schönenberger vom Toggenburger Tagblatt zu einem ähnliche, duirchaus ernüchternden Ergebnis. Er untersucht den Social Media Auftritt von Toggenburger Gemeinden - und lediglich Lichtensteig verfügt über einen Facebook-Auftritt (einen Link von der Homepage auf die Facebookseite sucht man allerdings vergeblich).
Bei der Vorbereitung des Beitrag durfte ich meine Einschätzung zur Nutzung von Social Media in Gemeinden abgeben:
"«Mit Social Media kann man die Bürger dort erreichen, wo sie sowieso sind.» Hans-Dieter Zimmermann, Dozent für Wirtschaftsinformatik an der Fachhochschule St. Gallen, ist vom Nutzen von Social Media wie Facebook überzeugt. «Die Kultur der direkten Demokratie erfordert es, den Puls der Bevölkerung zu spüren.» Das werde schwierig, wenn man nicht die Medien nutze, die von den Bürgern genutzt würden."

5. November 2015

Das Öffentlichkeitsprinzip als Basis eines modernen Gemeinwesens - und wie einige Kantonen sich dagegen wehren

(Quelle oeffentlichkeitsgesetz.ch)
Mit New Public Management hat man seit Anfang der 1990er Jahre die allmähliche Öffnung staatlicher Verwaltungen bezeichnet. Heute versteht man unter dem Begriff Open Government die "Öffnung von Regierung und Verwaltung gegenüber der Bevölkerung und der Wirtschaft". Das Öffentlichkeitsprinzip ist hier ein wichtiges Element. Ohne Zweifel sind staatliche Verwaltungen heute bürgernäher und offener.

Im Sinn des Open Governments und vor allem des Öffentlichkeitsprinzips, das vor allem auch für Transparenz des staatlichen Verwaltungshandeln steht, ist es selbstverständlich, dass Bürger eines Gemeinwesens auch ein Recht auf Zugang zu Dokumenten der Verwaltungen haben.

Auf nationaler Ebene ist in der Schweiz seit 2006 das Öffentlichkeitsgesetz in Kraft:
"Alle Personen erhalten danach grundsätzlich Zugang zu jeder Information und jedem Dokument der Bundesverwaltung. Dies gilt jedoch nicht, wenn insbesondere die Privatsphäre Dritter verletzt oder die Sicherheit der Schweiz gefährdet werden kann." (Wikipedia)
Auf kantonaler Ebene ist die Situation unterschiedlich, einen aktuellen Stand findet man auf oeffentlichkeitsgesetz.ch. Im Januar 2014 titelte dazu die NZZ: Intransparenz in der Ost- und der Zentralschweiz: Dunkelkammern der Nation.

In zwei weiteren Kantonen stand nun die Einführung eines Öffentlichkeitsgesetzes zur Diskussion. Aber sowohl Luzern als auch Thurgau haben in diesen Tagen ein solches Gesetzt mit durchaus grossen Mehrheiten abgelehnt. Schade.

Gemäss Medien wird argumentiert, dass man als Staat transparent genug sei und bestehende Regelungen ausreichen würden. Mag sein, dass Behörden auskunftswillig sind, mit einem Öffentlichkeitsgesetz hätten die Bürger jedoch einen klar definierten Rechtsanspruch.

"Wir wollen den Staat nicht dort aufblasen, wo es nicht notwendig ist" sagt die thurgauer Regierung. Vielleicht sollten sich die widerspenstigen  Kantonen (und Gemeinden) einmal überlegen, für wen sie eigentlich da sind, wer sie bezahlt, und wer sie, Exekutive und Legislative, wählt. Die Verwaltungen organisieren unser aller Gemeinwesen, es ist unsere Verwaltung, sie ist kein Selbstzweck. Deswegen muss es zwingend gewährleistet sein, dass wir Bürger auch Zugang zu den Dokumenten unserer Verwaltung haben. Gleiches gilt im Übrigen auch für Open Government Data (OGD). Der Bund hat dazu eine Strategie verabschiedet, das OGD Portal des Bundes ist seit 2013 in Betrieb.

Zur aktuellen Situation in der Ostchweiz meldet FM1 Today: "Die Ostschweiz bleibt intransparent". Auch St. Gallen sträubte sich lange. Erst nach einem Entscheid des kantonalen Verfassungsgerichts wurde ein Öffentlichkeitsgesetz beschlossen, das seit Ende 2014 in Kraft ist. Allerdings kennt St. Gallen weder einen Öffentlichkeitsbeauftragten, noch eine Fachstelle für das Öffentlichkeitsgesetz, an die sich ein Bürger wenden könnte.

Und auch dieser Gedanke kommt mir unweigerlich bei der Diskussion um ein Öffentlichkeitsgesetz:

Der Staat will sich nicht in die Karten schauen lassen, oder zumindest keine gesetzliche Grundlage dafür schaffen. Gleichzeitig schafft dieser Staat (auf nationaler Ebene) Gesetze und Instrumente, die uns Bürger zum gläsernen Bürger werden lassen, Stichworte BÜPF oder NDG und Vorratsdatenspeicherung (vgl. Der unaufhaltsame Weg zur digitalen Totalüberwachung !?)

Und im Kanton Thurgau, wie auch in anderen Kantonen, scannt die Polizei munter die Autokennzeichnen aller Autofahrer, zumindest nicht ganz ohne Potentiale für den Missbrauch.





13. März 2015

eParticipation - Warum Online keine politische Diskussion aufkommt: eine Momentaufnahme

Die Idee der eParticipation ist es, Beteiligungsprozesse mit Hilfe der Mitteln der Informations- und Kommunikationstechnik, heute zumeist dem Internet und seiner Dienste, zu unterstützen und zu ergänzen. Insbesondere der Einsatz von Social Media soll dazu führen, dass Bürger z.B. einer Gemeinde sich intensiver an politischen Prozessen beteiligen.

Eine Studie des IPMZ an der Uni Zürich zum Thema Internet und Politik in der Schweiz 2013 zeigt deutlich, dass nur sehr wenige Bürger Online an politischen Diskussionen teilnehmen, sie aber sehr wohl Offline mitdiskutieren.

Nutzung"des"Internet"für"politische"Beteiligung (Quelle IPMZ)

Dass politische Meinungsäusserungen, Diskussionen und Dialoge Online kaum stattfinden, zeigt auch ein Blick auf die Online Präsenzen und insbesondere Social Media Profile von Politikern oder Gemeinden. Damit beschäftigt sich auch der NZZ Artikel Wie Parteien Social Media nutzenSelfies, tote Seiten und ein bisschen Wahlkampf von heute. 

Aber woran liegt das?

Ich frage immer wieder Studierende danach, so auch heute die Studierenden der Informationswissenschaft der HTW Chur im Fach 'Informationsgesellschaft, -ethik und -politik' (IGEP).

Ihre Antworten kreisen alle um die folgenden Argumente:
  • Eine (synchrone) Face-to-Face Diskussion ist leichter zu führen, man kann unmittelbar auf Aussagen und Argumente reagieren, auch seine eigene Meinung präzisieren oder revidieren. 
  • Verbal ist es einfacher sich spontan auszudrücken als schriftlich.
  • Verbale Aussagen in einer Face-to-Face Diskussion haben grundsätzlich eine geringe Reichweite und eine kurze Halbwertzeit.
  • Aussagen in Online Diskussionen können – möglicherweise aus dem Kontext oder Zusammenhang gerissen - digital weiterverbreitet – auch an nicht intendierte Nutzer - und archiviert werden. 
Der Respekt vor der Online Meinungsäusserung hat zweierlei Hintergründe: Einerseits die Unsicherheit oder gar die Unwissenheit darüber, was mit meinen Aussagen geschehen kann („jeder kann lesen was ich denke“), andererseits das durchaus ausgeprägte Bewusstsein, dass digitale Inhalte anders als verbale Aussagen zu bewerten sind und hier notabene Vorsicht geboten ist.

Tatsächlich ist es so, dass digitale Beiträge, egal ob gründlich reflektiert oder sehr spontan und situativ entstanden, (möglicherweise) auch nach Monaten und Jahren noch auffindbar sind. Dagegen sind verbale Aussagen von gestern Morgen in aller Regel bereits vergessen.

Aus diversen Gründen haben es politische Diskussionen auf Online Plattformen also schwer. Ggf. wäre es zu überlegen, ob Online Diskussionen mit einer Art Verfallsdatum versehen werden und danach schlichtweg gelöscht werden - womit sicher längst nicht alle Probleme gelöst wären - und ggf. lediglich Kernargumente in einer Art Zusammenfassung präsentiert werden. Zumindest ein Teil der hier angesprochenen Beweggründe könnte man so adressieren.

Nachtrag 16.3.2015
Eine Idee zum Thema Verfallsdatum hatte @adfichter in einem Tweet: Politische Online Diskussionen nach dem Snapchat Prinzip.
Bildquellen: eigenes Photo und Bernet ZHAW Studie Social Media Schweiz 2013



10. Dezember 2014

#stparl - Ein Lehrstück in offener und transparenter Demokratie: Wie das stgaller Stadtparlament live via Twitter informiert

Quelle: tagblatt.ch
Gestern diskutierte und verabschiedete das stgaller Stadtparlament das Budget 2015; dazu gibt es einen ausführlichen Bericht bei tagblatt.ch.

Seit Anfang 2012 wird live aus den Sitzungen des stgaller Statdtparlemtents getwittert. Live Tweets aus einer Parlamantsdebatte schaffen Transparenz und erlauben Interessierten das Verfolgen der Sitzung. So auch gestern. Und wie.

Während der mehr als sechstündigen Sitzung wurde laufend via @sanktgallen über den Verlauf der Budgetdebatte getwittert. Ein grosses Lob gebührt ^sh von der Kommunikation der Stadt St. Gallen.


Sechs Stunden lang eine Debatte zu verfolgen, die wichtigsten Beiträge, Diskussionen und Entscheide in 140 Zeichen zu verpacken, das ist Knochenarbeit.

Und wen  es einmal eine Unklarheit gab, wurde sie sofort korrigiert.


Aus dem Parlament selbst twitterten (nur) zwei Abgeordnete: @angelozehr @stefangrob76 und @hugentoblersg. Die Frage nach weiteren twitternden Abgeordneten blieb leider offen. Auch das Account der Abgeordneten @BAFrei blieb nach der Stadtratswahl auffällig ruhig.

@marcelbaur hat inzwischen eine Liste aller twitternden Stadtparlamentarier angelegt. (ergänzt 10.12., 11:30)

Eine Sammlung aller Tweets, die mit #stparl getagged waren, gibt's bei storify.

Aber auch ausserhalb von #stparl gab es Diskussionen und Feedbacks.


Und auch die Medien schätzen den Service:


Erfreulich auch, dass Stadtpräsident Scheitlin voll und ganz hinter den Investitionen für die Social Media Aktivitäten der Stadt steht.



Mein Fazit: Wie auch schon getwittert, die Berichterstattung über die Budgetberatungen war ein Musterbeispiel für gelebte offene Demokratie. Das Beispiel zeigt auf wie der Einsatz neuer Medien die Ziele von Open Government unterstützt.



2. Dezember 2014

Beobachtungen zum Social Media Wahlkampf zur stgaller Stadtratswahl am 30. November 2014

Leserbriefe im St.Galler
Tagblatt (24.11.2014)
Am Sonntag, 30. November 2014, wurde in St. Gallen ein neuer Stadtrat gewählt - offiziell "Ersatzwahl eines Mitglieds des Stadtrates für den Rest der Amtsdauer 2013 bis 2016" -, Peter Jans hat die Wahl deutlich im ersten Wahlgang gewonnen. Dazu herzlichen Glückwunsch.

Der Offline Wahlkampf verlief durchaus intensiv, wie auch zu erwarten bei drei Kandidaten für einen Posten. Es gab Stände in der Stadt, Podiumsdiskussionen und Radio- und TV-Auftritte. Dazu zahlreiche Leserbriefe in der Lokalpresse - deren Verteilung im Stadtgebiet sogar analysiert wurde. Und natürlich lächelten uns die Konterfeis der Kandidaten von Plakatwänden im ganzen Stadtgebiet an.

Und wie verlief der Wahlkampf in den Social Media, im Jahre 2014?
Das wollte ich - wie schon früher - wissen und habe deswegen seit Anfang Oktober den Wahlkampf in den Social Media beobachtet.

Um es gleich zu sagen: Genauso zäh wie die Verkündigung der Wahlergbnisse via Online- bzw. Social Media am Sonntag war auch der Wahlkampf an sich, eher träge und zäh, ohne echte Dynamik. Social Media eher als Alibi. Online und Social eher als (lästiges?) Add On zu Offline.
Bei @tagblatt_ch gab es keinen einzigen Tweet zu den Wahl- und Abstimmungsergebnissen vom Sonntag. Und Online hat man beim Tagblatt sogar ein falsches Bild des Wahlgewinners publiziert.

Im folgenden möchte ich aufzeigen, wie die beiden Kandidaten Barbara Frei und Peter Jans auf Facebook und Twitter zwischem dem 1.10. und 26.11.2014 aktiv waren. Der Kandidt This Bürge wird nicht weiter analysiert, da er kein Facebookprofil unterhalten hat und in dem genannten Zeitraum genau einen Tweet veröffentlicht hat.


Quelle: Facebook, 30.11.2014
Barbara Frei ist seit 23.7.2014 mit ihrem Profil Barbara Frei in den Stadtrat aktiv.
Im Zeitraum 1.10. bis 26.11.2014 (8 Wochen) wurden insgesamt 23 Beiträge veröffentlicht. Diese wurden 182 Mal geliked und 10 Mal kommentiert. (Daten gemäss fanpage karma)
In praktisch allen Postings wurden entweder Bilder und/oder Links zu Medienberichten oder auf die eigene Homepage geposted, in einigen wenigen Beiträgen wurden Hinweise auf Wahlkampfveranstaltungen oder -aktivitäten publiziert. Einen Beitrag, der ein bestimmtes Thema aufgreift und diskutiert und ggf. zur Reaktion aufruft, sucht man vergebens.
Die folgende Grafik zeigt die Postings, Likes und Kommentare je Woche. Die Daten geben jeweils das Enddatum der beobachteten Woche an.

Quelle: Facebook/ fanpage karma

Quelle: Facebook, 1.12.2014
Peter Jans ist seit dem 14.8.2014 als Kandidat auf Facebook präsent.

Er hat im gleichen Zeitraum 1.10. bis 26.11.2014 (8 Wochen) insgesamt 41 Beiträge publiziert, die 444 Likes und 45 Kommentare erhielten, vgl. Grafik.
Auch hier wurden überwiegend Photos und/oder Links auf andere Quellen publiziert, originäre inhaltliche Beiträge findet man im Prinzip nicht.
Insgesamt also einerseits höhere Zahl von Beiträgen, andererseits auch eine höhere Quote an Interaktivität bei ca. 10 Likes je Beitrag im Durchschnitt.
Peter Jans war also etwas aktiver auf Facebook als seine Mitbewerberin, auch konnte er mehr Facebooknutzer für sich gewinnen.

Quelle: Facebook/ fanpage karma

Diese Entwicklung lässt sich auch mit der höheren Zahl von Fans erklären:
Was die Zahl der "Gefällt mir" Angaben angeht, so konnte Barbara Frei die Zahl ihrer Fans innerhalb der acht Wochen von 185 auf 209 (113%) steigern, Peter Jans dagegen von 247 auf 335 (136%). Peter Jans konnte hier stärker zulegen als Barbara Frei. Kurz vor der Wahl hatte Peter Jans 60% mehr Fans als Barbara Frei.

Quelle: Facebook

Auch wenn die Art der Beiträge auf Facebook ähnlich sind, so konnte Peter Jans insgesamt mehr Nutzer für sich aktivieren.


Und wie lief es drüben bei Twitter?

@BAFrei ist seit 9. April 2011, @PeterJansSG seit 11. Sept 2014 mit einem Twitterkonto aktiv. Bis zum 30.11.2014 hatte Barbara Frei total 38 und Peter Jans total 26 Tweets verschickt.

Getwittert hat Barbara Frei im betrachteten Zeitraum mehr als Peter Jans, aber beide auf niedrigem Niveau.

Quelle: Twitter

Was die Inhalte der Twets angeht, so gleicht sich das Bild mit Facebook. Im Wesentlichen wurden Links und/oder Photos vertwittert. Einen Dialog oder Interaktion gab es nur dann, wenn die beiden Kandidaten von anderen Twitteren direkt angesprochen wurden.


Bei beiden Kandidaten hat sich die Zahl derjenigen, den sie folgen, im Prinzip nicht verändert während des Zeitraums von acht Wochen; beide liegen hier etwa auf gleichem Niveau zwischen 35 und 40 Followees. Dies ist ein Indiz dafür, dass Twitter kein wirklich aktiv gepflegter Kanal war und ist.

Die Zahl der Follower hat sich dagegen recht unterschiedlich entwickelt. Bei Barbara Frei hat sich die Zahl der Follower nach einem ersten Anstieg seit Mitte Oktober nicht weiter entwickelt, sie ging in der letzten Woche vor der Wahl sogar zurück.

Peter Jans dagegen konnte die Zahl seiner Follower dagegen von 29 auf 47 (162%) steigern. Dies spricht dafür, dass Peter Jans seine Anhänger besser mobilisieren konnte, so wie sich dies bereits bei Facebook gezeigt hat.

Quelle: Twitter

Quelle: Twitter


Twitonomy stellt folgende Twitter Analysen zur Verfügung:

Twitonomy Tweet Analytics@BAFrei

Twitonomy Tweet Analytics@PeterJansSG


Sammlung aller Tweets von @BAFrei und @PeterJansSG.

Eine Sammlung aller Tweets, die im Rahmen des Wahlkampfs abgesetzt und ausgetauscht wurden, findet sich hier.


Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass Social Media, hier insbesondere Facebook und Twitter, eine untergeordnete Rolle im Wahlkampf zur Wahl des Stadtrats vom 30.11.2014 in der Stadt St. Gallen gespielt haben. Inhaltlich haben beide Kandidaten Facebook und Twitter im Wesentlichen zum Verbreiten von Links verwendet, Interaktion und Dialoge haben nur in einem äusserst eingeschränkten Umfang stattgefunden und meist nur dann, wenn andere Nutzer die Kandidaten direkt angesprochen haben. Festzuhalten ist auch, dass insbesondere auf Twitter letztendlich nicht viel mehr als eine Handvoll Nutzer sich aktiv am Austausch beteiligt haben. Insofern bestand also auch keine Notwendigkeit seitens der Kandidaten, aktiver zu werden.

Der Kandidat Peter Jans konnte schlussendlich seine Anhänger besser mobilisieren als seine Mitbewerberin, ohne dass er Facebook oder Twitter wesentlich intensiver oder inhaltlich anders genutzt hätte. Bei der Schlussauszählung der Wahl bestätigte dies sich dann ebenfalls: Peter Jans konnte ca. 44% mehr Stimmen auf sich vereinen als Barbara Frei.

Es bleibt abzuwarten, wie der neue Stadtrat Peter Jans und die Stadtparlamentarierin Barbara Frei künftig ihre Social Media Kanäle nutzen werden.



10. Mai 2014

eDemokratie - umgesetzt in einer Unterrichtseinheit

Wahlkampf Flyer
Gerade läuft in der Schweiz das mit viel Aufwand inszenierte Demokratie Projekt «Ich, die Mehrheit» - das allerdings Demokratie mit Fremdbestimmung verwechselt und erheblicher Kritik ausgesetzt ist (vgl. z.B. hier oder hier).

Das man man das Thema Demokratie und neue Medien auch ganz anders präsentieren und aufbereiten kann, haben gestern zwei Studentinnen in meinem Kurs IGEP - Informationsgesellschaft, -ethik und -politik gezeigt.

Die Studierenden des Kurses gestalten im Laufe des Semesters eine Unterrichtseinheit von 45 Minuten; dabei geht es nicht um die abschliessende und umfassende Präsentation eines Themas, sondern um die Aufbereitung eines ausgewählten Aspekts.

Die beiden Autorinnen des Blogs eDemocracy in der Schweiz - die neue Art der Mitsprache hatten sich zum Ziel gesetzt, in ihrer Lektion
  • einen Wahlkampf zwischen zwei (fiktiven) Kandidaten via Facebook nachzustellen, 
  • dann per clevervote den Wählern - die Kommilitonen und Kommilitoninnen in der Klasse - eine  individuelle Wahlempfehlung zu präsentieren - auf Basis eine Onlineumfrage - 
  • und anschliessend ein eVoting - basierend auf Doodle - durchzuführen. 

Und gedruckte Wahlkampf Flyer gab es auch.

Und der Wahlsieg von Frau Ligerhans wurde anschliessend mit einem kleinen Apero gefeiert.

Die beiden Kandidaten waren Hans-Erni Willisegger und Sina Momo Ligerhans, zwei fiktive Profile. Das Online Magazin QUICK-Online  hat laufend über die Kandidaten berichtet, einschliesslich einer Affäre.

Während des Wahlkampfs wurden laufend neue Meldungen bei den beiden Kandidaten und dem Online Magazin freigeschaltet, die geliked und kommentiert werden konnten.

Eine ganz tolle Idee wie ich finde und hervorragend vorbereitet und umgesetzt von den Studierenden. Die Lektion war sicher gut geeignet um die Potentiale von Onlinemedien für politische Aktivitäten aufzuzeigen.

Leider war es aufgrund der fehlenden Zeit anschliessend nicht mehr möglich, das Verhalten der Wähler genauer zu hinterfragen: Warum wurde oder wurde nicht geliked oder kommentiert?

Einige Screenshots:













25. August 2012

Social Media Einsatz beim Wahlkampf in St. Gallen: Fehlanzeige

Kandidaten als Zaungäste von Social Media
Die Stadt St. Gallen ist in Sachen Social Media durchaus fortschrittlich und ganz vorne dabei: So ist die Stadt auf diversen Social Media Plattformen aktiv und betreibt darüber hinaus eine eigene Plattform, mysg.ch. Erst kürzlich wurde das Projekt St.Galler Wireless gestartet, und auch eine Smartphone-App für Realtime-Daten für den öV in St.Gallen und Umgebung gibt es seit einigen Tagen. Ganz zu schweigen von der App der Stadt für iPhone und iPad. Und auch die Politik zeigt sich offen für Neues: Aus dem Stadtparlament wird live getwittert.

Da lag es irgendwie nahe anzunehmen, dass auch im Rahmen des Wahlkampfes zu den Erneuerungswahlen des Stadtparlamentes und des Stadtrats 2012 am 23.9.2012 Social Media eine Rolle spielen würden; dies auch insbesondere deswegen, weil für die fünf Plätze im stgaller Stadtrat neun Kandidaten kandidieren, davon sechs neue. Aber die Annahme, dass Social Media im Wahlkampf im Jahre 2012 intensiv genutzt werden, war wohl naiv: Social Media werden in stgaller Wahlkampf im Spätsommer 2012 nur marginal eingesetzt.
Zu den neuen Kandidaten schreibt das Tagblatt, dass sie zu wenig bekannt seien – das sollte doch erst recht eine Motivation sein, die Medien der Zeit aktiv zu nutzen. Schlagzeilen macht aber der Social Media – Wahlkampf höchstens mit Berichten wie ‚Die CVP und der Cyber War‘.

Von den neun Kandidaten sind drei bereits bisher im Amt, darunter der Stadtpräsident Scheitlin. Schauen wir uns ihre Online- und Social Media Aktivitäten einmal genauer an. Zunächst die Stadträte, die wieder antreten:

Thomas Scheitlin, der wieder für das Amt des Stadtpräsidenten antritt, hat eine eigene Homepage sowei ein privates Facebook Profil, das er aber nicht für den Wahlkampf nutzt. Als Autor auf dem Stadtratblog war der Stadtpräsident zuletzt vor über einem Jahr aktiv.

Auch Stadtrat Fredy Brunner tritt wieder an: Er verfügt über eine (statische) Homepage, das war’s dann. Auch der letzte Eintrag auf dem Stadtratblog ist lange her: Juni 2011.

Das gleiche Bild bei Nino Cozzio: Klassische Homepage, und wenige Aktivitäten auf dem Stadtratblog (letzer Eintrag Okt. 2011).

Und diese sechs Kandidaten bewerben sich um einen Sitz im Stadtrat:

Patrizia Adam-Allenspach, bereits im Stadtparlament tätig, verfügt über ein persönliches Facebook Profil, dies nutzt sie aber nicht für den Wahlkampf. Die Suche nach einer eigenen Homepage erweist sich als schwierig, ein Wähler hätte wohl längst aufgegeben. Im Netz findet man als erstes eine Seite ihrer Partei, der CVP, mit ihrem Konterfei, aber ohne weitere Informationen, die für den Wähler von Interessen sein könnten. Dann stösst man nach einigem Suchaufwand auf die gemeinsame Seite mit dem Parteikollegen Cozzio. Auch hier sind die Informationen eher knapp. Auch auf der Seite der Stadtpartei gibt’s dann noch ein paar Zeilen Information. Die im Tagblatt vom 22.8. abgebildete Seite konnte ich leider nicht finden. Ein Wähler wohl hätte schon längst aufgeben.

Bei der Onlinesuche nach der Kandidatin kam als zweiter Treffer der Link zur Seite für die Kantonsratswahlen vom März 2012, eher irritierend.

Gemeinsame Seiten scheinen im Trend zu sein, denn auch die SP hat eine Gemeinschaftsseite für ihre beiden Kandidaten für den Stadtrat, von denen Ruedi Blumer der eine ist. Auf der Homepage gibt es immerhin die Möglichkeit, die Seite via Social Media zu teilen. Und gemeinsam sind sie auch auf einer Facebookseite präsent, mit aktuell 59 Likers und zwei Einträgen innerhalb der letzten Woche. Die Homepage verweist auf die Facebookseite, und umgekehrt.

Markus Buschor ist ein Politneuling – und vielleicht deswegen stärker in Social Media vertreten: Da ist zum einen die Homepage mit der Adresse buschor.sg. Sie enthält immerhin eine aktuelle Agenda sowie ein gepflegtes Tagebuch. Direkt verlinkt sind die Facebookseite des Kandidaten Buschor mit sechs Likern und vier Einträgen aus der letzten Woche sowei das Twitter Account @markusbuschor mit bisher fünf Followern und 11 Tweets.

Christian Hostettler war bereits im Stadtparlament und will jetzt für eine neue Partei Stadtrat werden. Auch er verfügt über eine persönliche Facebookseite, die aber nicht für den Wahlkampf benutzt wird und keine öffentlichen Einträge aufweist. Eher peinlich ist die persönliche Homepage des Kandidaten, die noch Wahlwerbung für die Wahl im Jahr 2004 macht, notabene für seine damalige Partei, die SVP – immerhin wurde Hostettler 2006 aus der SVP Fraktion ausgeschlossen (Quelle). Mit der Fusszeile „2012 Atlantis Web“ wird Aktualität suggeriert, potentielle Wähler sind wohl eher verwirrt.

hostettlerchristian.ch (Stand 24.8.2012)
Auf der bereits erwähnten gemeinsamen Homepage der SP Kandidaten ist auch Sylvia Huber präsent, ebenso auf der Facebookseite. Auch ihre persönliche Facebookseite nutzt Huber für Wahlkampfzwecke. Dazu betreibt sie auch eine eigene Homepage mit Hinweis auf ihre persönliche Facebookseite.

Markus Straub betreibt eine eigene Homepage. Die persönliche Facebookseite nutzt er nicht (öffentlich) für den Wahlkampf.

Das Fazit dieser kleinen Analyse ist durchaus ernüchternd:
  • Von neun Kandidaten sind immerhin acht mit einer Homepage Online vertreten. 
  • Die Homepages sind im Wesentlichen statisch und enthalten kaum aktuelle, den Wahlkampf betreffende, Mitteilungen. Ausnahme ist hier Markus Buschor. 
  • Auf keiner der Homepages findet sich eine Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen; ein Feedback ist nur via eMail bzw. Gästebuch möglich. 
  • Drei Kandidaten nutzen eine Facebookseite für den Wahlkampf. 
  • Vier Kandidaten verfügen zwar über eine persönliches Facebookprofil, nutzen dieses aber nicht für ihren Wahlkampf – zumindest nicht mit öffentlich sichtbaren Einträgen. Hier scheint Facebook als rein private Plattform genutzt zu werden, was auch die sichtbaren Einträge zeigen. Da diese Profile über mehrere Hundert Freunde verfügen, ist zumindest Facebook als Plattform nicht gänzlich unbekannt. 
  • Twitter wird lediglich von einem Kandidaten genutzt, allerdings äusserst sparsam. 
  • (Persönliche) Blogs werden nicht genutzt.
  • Interaktivität und Dialogbereitschaft, der Austausch mit potentiellen Wählern, ist ganz offensichtlich nicht vorgesehen. 
  • Aktivitäten der Kandidaten auf weiteren Social Media Plattformen wie z.B. Flickr, Youtube oder Slideshare konnten nicht identifiziert werden. 
  • Der Altersdurchschnitt der Kandidaten für den Stadtrat liegt bei 56 Jahren, kein Kandidat ist jünger als 50 - vielleicht ein Grund für die sehr zurückhaltende Verwendung von Social Media Instrumenten. 
Die Zusammenstellung der Social Media Aktivitäten der Kandidaten beruht auf einer Suche via Google nach entsprechenden Aktivitäten sowie Verlinkungen auf Seiten, z.B. der Parteien, sofern überhaupt vorhanden. 
Für ergänzende Hinweise bin ich jederzeit dankbar.

Ergänzung 26.8.2012:
Ein Interview mit mir im im Regionaljournal Ostschweiz auf DRS1 vom 26.8.2012: Kommunale Wahlen: Wenig Politik im Netz

Ergänzung 29.8.2012:
Gemäss der aktuellen Übersicht bei smartvote.ch haben mit Stand heute sechs der neun Kandidaten ein entsprechendes smartspider-Profil.

Liste mit allen Kandidaten mit Twitter-Account (... soweit bekannt und ohne Anspruch auf Vollständigkeit)
(Besten Dank an Marcel Bauer für seine Zusammenstellung)

Ergänzung 8.9.2012:
Der Kandidat Christian Hostettler hat seit dieser Woche eine überarbeitete Website; allerdings besteht diese aus genau einer Seite, der Hompage mit Bild, ansonsten ist ein CV als pdf-Datei angehängt. Politische Positionen sucht man bisher vergebens. 

Bildquelle: flickr.com/sympra (CC Lizenz)

6. Juni 2012

eParticipation mit Hürden - ein Beispiel

Das Thema politische Partizipation ist gegenwärtig in aller Munde. Mehr Demokratie wagen! fordert Peter Conradi in der Stuttgarter Zeitung. Bei Cicero versteht Maik Bohne Demokratie als Gemeinschaftswerk. Aber gleichzeitig lesen wir von Jona Hölderle Bürgerbeteiligung? Die Basis fehlt!  

Die Formen der Partizipation sind vielfältig wie man hier oder hier nachlesen kann. Grosse Hoffnungen setzt man aus vielfältigen Gründen ganz allgemein auf die elektronische Partizipation, und hier insbesondere die Nutzung von Social Media für eine intensivere Beteiligung der Bürger und Bürgerinnen an politischen Entscheidungsfindungsprozessen.


Treffend schreibt auch Maik Bohne: 
"Beteiligung in der Kollaborativen Demokratie ist weit mehr als die Anwendung direktdemokratischer Verfahren, also das bloße Abstimmen mit Ja und Nein. "

8. Februar 2012

"Mehr Demokratie durch Informationstechnologie" - Preise vergeben

Die aktuelle Ausschreibung des Wolfgang-Heilmann-Preises für humane Nutzung der Informationstechnologie
hatte das Thema "Mehr Demokratie durch Informationstechnologie".

Aus den zahlreichen Einsendungen hat die Jury drei Preisträger ausgewählt.

Den Hauptpreis teilen sich in diesem Jahr zwei Projekte zu gleichen Teilen:

24. Januar 2012

@Sweden - Wer ist Schweden?

Was ist Schweden? Wer ist Schweden?
Annakarin Johansson ist Schweden, zumindest in dieser Woche.

Zwei Fragen, die jetzt auch mit Hilfe von Twitter beantwortet werden sollen. Das Twitter Account @sweden wurde seit Anfang 2009 von VisitSweden offiziell bewirtschaftet.

"No one owns the brand of Sweden more than its people." stellte der CEO von VisitSweden fest - und seit dem 10. Dezember 2011 kann jeder schwedische Bürger Schweden verkörpern. Seitdem wird @Sweden für je eine Woche von einem schwedischen Bürger bewirtschaftet. Damit soll die Vielfalt Schwedens aufgezeigt werden und die Stimme Schwedens demokratisiert werden. "This is @Sweden". 

20. November 2011

Social Media und eDemocracy: Special Interest Tracks an der 25. Bled eConference

Zum 25. Mal findet vom 17. bis 20. Juni 2012 die Bled eConference in Bled, Slowenien, statt.

Themen der 25. Bled eConference

Das Generalthema der Konferenz lautet im Jubiläumsjahr 

eDependability:
Reliable and Trustworthy eStructures, eProcesses, eOperations and eServices for the Future
"The conference theme eDependability serves as a forum to discuss design and creation of reliable and trustworthy eStructures, eProcesses, eOperations and eServices. Is the silver standard that we reached enough? What needs to be done for the gold standard? Researchers, practitioners and policy makers are invited to contribute to the eDependability theme."
Zusammen mit Kollegen organisiere ich zwei Special Interest Tracks im Rahmen der Konferenz:

Weitere Details sind in den Call for Papers - hier und hier - dokumentiert.

Die Frist für die Einreichung von Research Papers zur Konferenz ist der 20. Februar 2012 5. März 2012. 

Vorschläge für Panels oder Workshops sind willkommen!

Es werden ausserderm diese weiteren Special Interest Tracks ageboten: 

Weitere Informationen zur 25. Bled eConference




24. Oktober 2011

Wie Social Media offensichtlich doch eine Wahl beeinflussen können


Die Schweiz hat gewählt - und Social Media haben offensichtlich (noch) keine wirkliche Rolle im Wahlkampf gespielt, wie z.B. diese erste Analyse zeigt oder wie bereits hier diskutiert.

Aber dass es auch anders geht, zeigt die Wahl des Oberbürgermeisters in der deutschen Stadt Nürtingen.

Die F.A.Z. berichtete am 21. Okt. darüber, dass eine Frau, Claudia Grau, die bereits in der Stadtregierung aktiv ist, zur Oberbürgermeisterin gewählt werden soll, obwohl sie gar nicht antritt. (Beiträge dazu in der Stuttgarter Zeitung vom 18. Okt. und vom  22. Okt.)
Da offensichtlich genügend Bürger mit dem Amtsinhaber und den offiziellen Kandidaten unzufrieden waren, wurde für die inoffizielle Kandidatin vor allem via Social Media Wahlkampf gemacht.

16. Mai 2011

"Mehr Demokratie durch Informationstechnologie" - Preisausschreibung der Integrata-Stiftung

Die Integrata Stiftung setzt sich für die humane Nutzung der Informationstechnologie ein und somit für die Verbesserung der Lebensqualität der Menschen.

Im Rahmen der Aktivitäten der Stiftung wird regelmässig der Wolfgang-Heilmann-Preis für humane Nutzung der Informationstechnologie ausgeschrieben. (Bericht über die Preisverleihung 2010)

Die aktuelle Ausschreibung 2011 hat das Schwerpunkt-Thema


Aus dem Ausschreibungstext (pdf):

"Gesucht sind Beispiele für den Einsatz von Informationstechnologie zur Partizipation der Bürger an der politischen Gestaltung oder zur Bürgerbeteiligung. Es geht um die Stärkung unserer Demokratie oder des Einflusses auf unsere öffentliche Verwaltung, indem die Bürger mit Hilfe von IT besser informiert und/oder besser eingebunden werden. Dazu gehören neben der Transparenz von politischen Vorgängen selbstverständlich auch die Stärkung einer fundierten Meinungsbildung bei den Bürgern oder die Möglichkeiten zur Abstimmung über politische Vorhaben."

Die Integrata-Stiftung ist selbst am Projekt PolitAktiv.org aktiv beteiligt (vgl. auch hier).

Hinweis: Ich selbst bin Mitglied des Fachbeirats der Integrata-Stiftung .

(Der Beitrag erscheint ebenfalls auf dem FHS eSociety Blog)

27. Januar 2011

Studie: 22% der US-Amerikaner nutzen Social Media für politisches Engagement

Heute erschien eine Studie von PEW Internet, die aufzeigt, wie sich die US-amerikanischen Bürger im Jahr 2010  via Social Media mit Politik, Wahlen und Wahlkämpfen beschäftigt haben: "22% of online Americans used social networking or Twitter for politics in 2010 campaign".

Von diesem 22% sind etwa 2% Twitternutzer, befragt wurden Erwachsene älter als 18 Jahre. Die Anhänger von Republikanern und Demokraten sind in etwa gleich aktiv, Anhänger der Tea Party Bewegung dagegen überdurchschnittlich Social Media affin.

Und wie nutzen die "political social media user" das Netz?
Sie entdecken z.B., was ihre Freunde wählen, informieren sich, beteiligen sich aktiv am Informationsaustausch, befreunden sich mit einem Kandidaten oder einer entsprechenden Gruppe oder gründen gar eigenen Gruppen.

Alles in allem haben sich 35% der US Amerikaner, die Social Media nutzen, so politisch engagiert - also mehr als ein Drittel. Gemäss Pew Internet sind Dreiviertel der Amerikaner Online und 61% der Onliner nutzen Social Media - also insgesamt ein beträchtlicher Teil der Bevölkerung, der sich via Social Media sich aktiv um Politik kümmert. Dabei sind vor allem die jüngeren (18-29 Jahre) aktiv: