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8. September 2009

Lessons learned: Umgang mit Plagiaten – wie weiter? Abschlusspanel der Tagung 'Wissensklau, Unvermögen oder Paradigmenwechsel?'

Unter dem Titel 'Lessons learned: Umgang mit Plagiaten –wie weiter?' findet die abschliessende Paneldiskussion der Tagung 'Wissensklau, Unvermögen oder Paradigmenwechsel?' statt.

Teilnehmer sind
Gerhard Fröhlich, Johannes Andresen, Jens Renner, Urs Dahinden, moderiert wird die Diskussionsrunde von Ulrich Hohoff.

Der Versuch einer Zusammenfassung:


Hohoff eröffnet das Panel mit dem Wunsch: „Es wäre doch schön, wenn unsere Studierenden nicht mehr plagiieren würden“. Da die Realität dem aber kaum entspricht, soll das Panel die Tagung reflektieren und die kommenden Entwicklungen diskutieren.

Fröhlich empfiehlt: „Man muss den Studierenden die Lust am Schreiben beibringen“, um sie am plagiieren zu hindern, mit all dem zugehörigen Stress, Hochs und Tiefs. Die Lust am Schreiben – als Handwerk – muss gefördert werden.

Fröhlich gibt auch Tipps zur Frage: ‚Wie schützt man sich vor Plagiaten?‘

„Finden sie gelungene Metaphern“
„Seien sie frech und kritisch“ – dann wagen es andere nicht abzuschreiben, sondern zitieren korrekt
Aus Sicht von Renner ist eine gelernte Lektion von der Tagung, „dass das Thema da und gesetzt ist“ – das zeigt allein das grosse Interesse an der Tagung. Er sieht den Einsatz der Plagiatserkennungssoftware auch als Legitimation für Bibliotheken.
Als langfristige Frage beschäftigt ihn: Wie entwickelt sich das Verständnis von Plagiat zukünftig? Entwickeln wir uns zu sehr weg von der Lebenswirklichkeit z.B. der Studierenden mit einem verstaubten Verständnis?

Trotz der Tagung fragt Dahinden nochmals nach: Was ist denn eigentlich das Problem? Gefehlt hat ihm der grössere Rahmen, z.B. im Kontext von Qualitätsverbesserungsmassnahmen, bei denen Informationskompetenz ein Element ist. Gefehlt hat auch die Thematisierung der konkreten Messung, der Erfolgskontrolle der vielfältigen Massnahmen. Hier ist empirische Forschung notwendig.

Andresen nennt drei Stichworte als Fazit:

Verantwortung: Die Bibliotheken haben ihre Verantwortung klar erkannt.
Vernetzung: Nur in der Zusammenschau der verschiedenen Bibliotheken (Schul-, allgemein öffentliche-, wissenschaftliche-) kann eine langfristige Prävention erreicht werden.
Lust auf Informationskompetenz-Veranstaltungen: Sind Bibliothekare fit genug, Informationskompetenz zu vermitteln? Er stellt selbstkritisch fest, dass Bibliothekare hier unzureichend ausgebildet sind und didaktisch-pädagogische Grundlagen fehlen.
Hohoff greift eine andere Erkenntnis der Tagung auf: Zentrales Ziel muss sein Bewusstsein zu schaffen bei Lehrern und Dozenten zusammen mit den Bibliotheken. Und er fragt: Aber sind wir – aus Sicht der Bibliotheken - dazu bereit?

„Wir wachsen mit den Aufgaben“ antwortet Fröhlich. Er empfiehlt die informellen Wege zu nutzen, „man muss es einfach tun und auf die Vorbildwirkung hoffen, nicht immer auf die grüne Ampel warten.“ Mit diesem Vorgehen hat er selbst bisher guten Erfolg gehabt.


„Tendenziell kann man schon durch offenen Türen schreiten“, die Sensibilität ist vorhanden nach Urs Dahindens Einschätzung vorhanden entgegnet er der eher kritischen Sicht von Fröhlich.


Als nächstes Thema spricht Hohoff die Plagiatserkennungssoftware an: Soll man auf sie setzen, oder worauf sonst?


Fröhlich empfiehlt einen Methodenmix. Plagiatserkennungssoftware allein ist eher problematisch für ihn, er traut sich zu, jeden Wettbewerb zur Plagiatefindung gegen Plagiatserkennungssoftware zu gewinnen.

Ein gezieltes Story Telling von spektakulären Plagiatsfällen empfiehlt Renner, man muss den Studierenden Beispiele geben, die dann durchaus abschreckend wirken.

Zur Erleichterung der Arbeit wünscht sich Dahinden eine Plagiatserkennungssoftware, aber für ihn ist auch klar, dass es immer auch einer intellektuellen Prüfung bedarf.


Ist die stärkere Verbindung von Schulen und Hochschulen ein Ansatz? Fragt Hohoff dann.


In Südtirol findet eine Abstimmung bereits statt sagt Andresen. Eine zentrale Fachstelle wirkt hier unterstützend. Die Schüler werden besser vorbereitet auf die Hochschulen geschickt.

Fröhlich hält dies für absolut notwendig, „ansonsten werden wir nie den Kampf gegen Plagiarismus gewinnen.“ Aber auch bei Lehrern muss noch eine Bewusstseinsbildung stattfinden stellt er fest.


Zum Ende fragt Hohoff noch nach der zukünftigen Einschätzung des Themas Plagiarismus. Wir die Diskussion durch die allgemeinen Entwicklungen obsolet?


Fröhlich nennt Grossforschungseinrichtungen der Hochenergiephysik wie das CERN, die bisher Vorreiter, z.B. bei der Entwicklung des Web oder von Online Repositories; waren, bei denen heute bereits weitgehend auf eine Einzelautorenschaft verzichtet und kollektive Autorenschaften genutzt werden. Die Einzelautorenschaften werden aussterben prophezeit Fröhlich.



Hohoff schliesst die Tagung im Namen aller Veranstalter mit den Worten „Die HTW Chur hat sich selbst bei der Organisation übertroffen“. Danke – im Namen der Organisatoren.



Hier gibt's alle Beiträge in diesem Blog zur Lernenden Bibliothek 2009.

Und hier die Tweets zur "Lernenden Bibliothek 2009" - #lb09

Zu guter letzt: Photogalerie (Quelle: HTW Chur)

Wissensklau, Unvermögen oder Paradigmenwechsel? - Block 4, 2. Teil: Die Verantwortung der wissenschaftlichen Bibliotheken

Der letzte inhaltliche Vortragsteil der Tagung 'Wissensklau, Unvermögen oder Paradigmenwechsel?' beschäftigt sich mit der Verantwortung der wissenschaftlichen Bibliotheken in diesem Kontext.

Zusammenfassung der Kurzvorträge:

Die Einbindung der Informationskompetenzvermittlung in Hochschulcurricula in der Schweiz. Eine Momentaufnahme
Nadja Boeller, HTW Chur, Schweizerisches Institut für Informationswissenschaft (abstract)
Nadja Boeller diskutiert zunächst die Informationskompetenz als Schlüsselqualifikation. Anschliessend berichtet sie über die durchgeführte Erhebung in der Deutschschweiz, die im Rahmen eines Seminars durchgeführt wurde.
Anhang der Big6Skills nach Eisenberg/Berkowitz wurden die Curricula der Universität Zürich analysiert. Mit Hilfe der ACRL Standards wurden verschiedene Fachhochschulen untersucht.
Die Pädagogische Hochschule Zentralschweiz wurde anhand der DYMIK Begriffe zusammen mit dem UNESCO KIT analysiert. Hier war der pädagogische Aspekt besonders wichtig.

Als Fazit stellt Boeller fest, dass das Thema Informationskompetenz weitgehend integriert wurde in die FH Curricula, oft aber nicht verpflichtend. Anschliessend gibt sie einen Ausblick auf weitere Untersuchungen, z.B. Vergleiche zwischen Hochschulen und mit dem Ausland. Eine Arbeit hierzu wird demnächst bei den Churer Schriften zur Informationswissenschaft publiziert.


«Zitat und Plagiat» – eine Veranstaltung zur Vermittlung von Informationskompetenz an der UB Stuttgart und ihre Integration in die Lehre an der Universität
Markus Malo, Universitätsbibliothek Stuttgart (abstract)
Der Autor berichtet über konkrete Erfahrungen zur Informationskompetenz-Vermittlung an der UB Stuttgart. Neben den Einführungskursen werden Kurse angeboten zu Literaturverwaltungsprogrammen, zu diversen Publikationsmöglichkeiten incl. Open Access sowie zum korrekten Umgang mit Quellen gemäss urheberrechtlichen Bestimmungen ('Zitat und Plagiat'). Bis auf die Einführungskurse sind alle Angebote fakultativ. Der Kurs 'Zitat und Plagiat' wird ausführlich vorgestellt.


Bibliothekarische Beiträge zu einem präventionsorientierten Umgang mit studentischem Plagiarismus an Hochschulen
Samuel Weibel, Hochschule der Künste Bern, Musikbibliothek (abstract)
Der Referent präsentiert die Plagiatsthematik aus Sicht der Hochschule der Künste Bern. Er betont u.a. vor allem die Schulung von Dozierenden u.a. zur Sensibilisierung zum Thema Plagiate. Er versteht Bibliotheken als "Plagiarism Advisory Services".


Nach der Mittagspause folgen vier weitere Kurzvorträge mit verschiedenen konkrten Lösungsansätzen:

Was Informationskompetenz mit wissenschaftlichem Arbeiten zu tun hat und wie Universitäts- und Hochschulbibliotheken ihre Aufgabe als Informationsvermittler wahrnehmen: der kooperative Ansatz im Bibliotheksverbund Bayern
Fabian Franke, Universitätsbibliothek Bamberg (abstract)
Der kooperative Ansatz des Bibliotheksverbundes Bayern ('kollegiale Beratung') steht bei Frank im Zentrum seines Beitrages. Der Verbund betreibt die Plattform www.informationskompetenz.de, u.a. mit einer Materialiendatenbank mit über 1000 Materialien und weiteren Informationen. Darüber hinaus betreibt der Verbund gemeinsame e-learning Angebote.

Zu Beginn fragt er nach der Legitimation der Bibliothekare in Zukunft in Anspielung u.a. auf die umstrittenen Thesen von Reuss oder auch einiger provokanter Formulierungen im call for papers zur Lernenden Bibliothek 2009.


Die Universitätsbibliothek Regensburg als wissenschaftliche Universalbibliothek im Spannungsfeld von Wissenschaftsdiskurs und Informationskompetenz
Naoka Werr, Universitätsbibliothek Regensburg (abstract)
Seit dem Sommer 2006 gibt es an der Uni Regensburg einen Studieneinheit 'Informationskompetenz', die z.B. als Nebenfach auf Bachelor- und Masterstufe gewählt werden kann. Die Studienenheit wird kooperativ von der Bibliothek und dem Lehrstuhl für Informationswissenschaft betreut und ist so in die Forschung eingebunden. Zum Abschluss stellt sie die Frage 'Plagiieren sie noch oder sind sie schon informationskompetent?'. Damit soll u.a. auch der Mehrwert die Studieneinheit aufgezeigt werden.


Auch geistiges Eigentum ist als Eigentum geschützt. Ein Praxisbericht von der Universitätsbibliothek der TU Chemnitz
Bernd Juraschko, Technische Universität Chemnitz, Universitätsbibliothek (abstract)
Der Jurist fokussiert auf rechtlichen Aspekte und zeigt auf, wie diese in Informationskompetenzkurse an der TU Chemnitz (Beispiel IK Online) integriert werden.
Dann erläutert er den Kurs 'Recht des Geistigen Eigentums für Naturwissenschaftler' (pdf). Schwerpunkt ist hier u.a. das Patentrecht (Patentinformationszentrum).


Wissenschaftliches Arbeiten im Wandel aus der Sicht von Online-Repositorien
Christian Fuhrer, Hauptbibliothek Universität Zürich (abstract)
Der Autor berichtet über Open Access an der Uni Zürich und das zürcher Online Repository ZORA. Seit 2008 werden ALLE Publikationen in ZORA erfasst. Dann thematisiert er den Zusammenhang OA, Repositories und Plagiarismus. Er weisst vor allem auf die bestehenden Nutzungsbedingungen und Leitlinien hin. Abschliessend zeigt er beispielhaft die Plagiatsprüfung einer naturwissenschaftlichen Sammel-Dissertation. Fuhrer schliesst mit dem Fazit: "Repositorien erhöhen die Transparenz wissenschaftlicher Publikationen".

Damit bestätigt er die Forderung nach 'radikaler Öffentlichkeit' von Fröhlich, die er im Eröffnungsvortrag aufgestellt hat.

Wissensklau, Unvermögen oder Paradigmenwechsel? - Block 4, 1. Teil: Die Verantwortung der Bibliothek allgemein

Der vierte und letzte Teil der Tagung 'Wissensklau, Unvermögen oder Paradigmenwechsel?' beschäftigt sich mit der Rolle der Bibliotheken in diesem Kontext.

Im ersten Teil wird die Perspetive der Bibliotheken allgemein eingenommen, davon berichtet dieser Blogbeitrag.
Im folgenden Blogbeitrag wird dann von der Verantwortung der wissenschaftlichen Bibliotheken berichtet.

Im Folgenden werden die fünf Kurzvorträge zusammengefasst:

Mediotheks-Führerschein
Margit Aschbacher, Andrea Baumgartner und Frieda Oberhofer, Handelsoberschule Bruneck, Mediothek KiWi (abstract)
Die drei Autorinnen vom KiWi - Kommunikation, Information, Wirtschaft, Informatik - stellen den Mediotheks-Führerschein vor. Die Teilnahem daran ist verpflichtender Teil im Lehrprogramm. Die Verbesserung der Informations-, Recherche- und Medienkompetenz ist das Ziel dieses Projektes. U.a. ist auch der korrekte Umgang mit Quellen Inhalt der Kurse. Verantwortet werden die entsprechenden Kurse vom Mediotheksteam. "Aus der Praxis für die Praxis" ist eines der zentralen Konzepte. Die Erwartungen an den Mediotheks-Führerschein wurden voll erfüllt.


Kurse zur Erstellung der Examensarbeit, direkt in der Bibliothek oder an einem anderen Ort
Patricia Luperi, Università di Pisa, Biblioteca di Lingue e letterature moderne 1, Sede di Filologia romanza e iberistica (abstract) [Vortrag in italienischer Sprache]
Die Bibliothek der Universität Pisa wird als Zentrum für informelles Lernen verstanden. Die Referentin stellt einige der Kurse vor, z.b. zur Information Literacy, die als e-learning - Kurse angeboten werden. Im Zusammenhang mit der Plagiatsvermeidung steht vor allen die Bewusstseinsbildung im Mittelpunkt. Sie hebt auch die Ausbildung der Mitarbeitenden der Bibliothek hervor, um auf dem Stand der aktuellen Entwicklungen zu bleiben.

Wie können die Universitäts- und Schulbibliotheken zum Umdenken bei der Verwendung von Texten beitragen?
Piero Cavaleri, Università Carlo Cattaneo – LIUC, Castellanza, Biblioteca «Mario Rostoni» (abstract) [Vortrag in italienischer Sprache]
Die Bibliothek bietet Kurse an, welche den bewussten Umgang mit Texten und immer komplexer und vielfältiger werdenden Informationen incl. der Recherche zum Ziel hat. Eine enge Betreuung der Studierenden durch die Bibliothek ist ein wichtiger Bestandteil.


«Das kurze Leben des S. B. Preuss» oder: Zitieren und Belegen in Bibliothekskursen
Detlev Dannenberg, Hochschule für Angewandte Wissenschaften, Hamburg, Fakultät Design, Medien, Information (abstract)
Das Thema Plagiate ist ist fester Bestandteil der Informationskompetenzkurse der Bibliothek. Anhand von drei konkreten Fragen, die vermeintlich einfache Zusammenhänge bzw. anerkanntes Wissen zeigen (z.B. war Einstein wirklich ein schlechter Schüler?), macht er auf die Wichtigkeit des Prüfens von Informationen aufmerksam: "Glaube nicht alles, was du liest!". Anschliessend zeigt er sehr plastisch die wunderliche Mutation einer Originalquelle - eine Vortrag von A. Einstein - durch die falsche Zitation verschiedener Autoren im Laufe der Jahre.


Information Literacy in der Bibliothek und freier Zugang zu Informationen: Die Qualität von Quellen einschätzen, neue Methoden des Information Retrieval anwenden und Kurse für mehrsprachige Nutzer planen
Ilaria Miceli, Libera Università di Bolzano, Biblioteca (abstract) [Vortrag in italienischer Sprache]
Die Autorin berichtet über die Rolle und Verantwortung der Bibliothek im Zusammenhang mit der Informationskompetenz-Ausbildung. Eine Herausforderung ist die vertrauensvolle Zusammenarbeit der Bibliothek mit den Dozierenden, beide Gruppen ergänzen sich in ihren Kompetenzen. Weiter berichtet sie über die Information-Literacy - Kurse ihrer Bibliothek, in denen auch Plagiate und die Plagiatsprüfung sowie der Umgang mit Literaturverwaltungssystemen thematisiert werden. Interessant ist die Simulation Examensprüfung im Sinne einer Generalprobe, in der z.B. Studierende die Rolle des Prüfers übernehmen. Zum Schluss weisst sie auf die Notwendigkeit der Weiterbildung auch für die Bibliothekare hin.

7. September 2009

Wissensklau, Unvermögen oder Paradigmenwechsel? - Block 3: Wie kann man das Problem behandeln?

In der zweiten Session am Nachmittag des ersten Konferenztages beschäftigen sich die Präsentationen mit der Frage "Wie kann man das Problem behandeln?"

Plagiatsprävention an den Mittel- und Berufsfachschulender Schweiz
Martin Ludwig, Bildungsdirektion Kanton Zürich, Mittelschul- und Berufsbildungsamt (abstract)
Massnahmen zur Plagiatsprävention an Mittelschulen im Kanton Zürich stellt Martin Ludwig vor. Er sieht hier v.a. die Lehrpersonen in der Pflicht. Als Prüfsoftware wird docoloc genutzt. Zusätzlich werden bei der Prüfung auch alte Arbeiten als Datenbasis herangezogen. Für Lehrpersonen wurde dazu ein spezielles Webinterface geschaffen: www.copy-stop.ch. Ludwig zeigt den konkreten Prozess der Plagiatsprüfung auf. Bisher wurden knapp 13'000 Prüfungen vorgenommen, ca. 3000 Lehrpersonen haben einen Zugang.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt aber auf der Prävention, indem z.B. Schüler darüber informiert wird, was mit Plagiaten geschieht. Ein weiteres Element ist www.digithek.ch; hier erhalten Schüler Zugang zu professionellen (Fach-) Datenbanken. Weiterhin wird auch die Methodenkompetenz der Schüler gefördert, indem z.B. Methoden der empirischen Forschung gelehrt werden.
Im Fall eines Plagiats setzt Ludwig auf pädagogische anstatt juristischer Massnahmen.


Plagio, ergo sum – Dowjerai, no prowjerai, od´r? Plagiatserkennung und Plagiatsbekämpfung als Lehrinhalt curricular verankerter Seminare zur Vermittlung von Informationskompetenz
Jens Renner, Hochschule Ansbach, Bibliothek (abstract)
"Vertrauen, aber auch Kontrolle", das ist Renners Lösungsansatz. Studierende sollen gefördert und gefordert werden. Auch Renner macht deutlich, dass das Bewusstsein bei Studierenden nur teilweise vorhanden ist. Bereits seit Herbst 2000 bietet die Bibliothek der Hochschule Ansbach curricular verankerte Angebote an. Am Beispiel des Studiengangs Betriebswirtschaft wird dies detailliert erläutert. U.a. werden die Studierenden mit den Thesen von Weber konfrontiert oder es werden konkrete, echte Plagiatsfälle besprochen. Darüber hinaus werden Einzelbetreuungen für Diplomanden angeboten. Die Konzepte müssen aber für andere Disziplinen angepasst werden. Basis ist eine vertrauensvolle Zusammenarbeit der Lehrenden mit der Bibliothek. Renner nennt als Kern des didaktischen Konzepts: "Steter Tropfen hölt den Stein".

Die anschliessende Diskussion zeigt, dass oft administrative oder budgetäre Rahmenbedingungen solche Umsetzungen an Hochschulen wie in Ansbach unmöglich machen.


Wie gehen Schweizer Hochschulen mit Plagiaten von Studierenden um?
Urs Dahinden, HTW Chur, Schweizerisches Institut für Informationswissenschaft (abstract)
Von einer Online-Befragung Schweizerischer Hochschulen im Rahmen eines Projektkurses berichtet Urs Dahinden. Bei allen Hochschulen sind Plagiate ein Thema. Im Rahmen der Prävention bieten ein Fünftel ein eigenens Modul in den Curricula an, ca. 60% thematisieren das in anderen Moduln. Etwa ein Viertel halten die Massnahmen für nicht ausreichend.
90% der Hochschulen verfügen über entsprechende Reglemente, die meisten existieren aber erst seit drei Jahren. Die Repressionsmassnahmen an den Hochschulen sind aber relativ milde gemäss der Studie. Dahinden stellt fest, dass Präventionsmassnahmen kaum vorhanden sind, dagegen die Repressionsmassnahmen, wenn auch milde, flächendeckend implementiert sind.

Fazit: Das Thema ist noch sehr jung an Schweizer Hochschulen, die Prävention kommt wesentlich zu kurz. Hier empfiehlt Urs Dahinden denn auch anzusetzen in Form von Ausbildung und entsprechender Betreuung. Dabei müssen auch die Hochschulen sich entsprechend weiterentwickeln betreffend Kultur, technischer und organisatorischer Infrastrukturen sowie didaktischer Konzepte.


Plagiatserkennungssoftware: Einsatz, Nutzen und Grenzen
Bernard Bekavac, HTW Chur, Schweizerisches Institut für Informationswissenschaft (abstract)
Ebenfalls Ergebnisse aus dem bereits genannten Projektkurs präsentiert Bernard Bekavac. Zunächst wird die intellektuelle Plagiatserkennung diskutiert, anschliessend die automatische Erkennung sowie deren Grenzen. Insbesondere müssen gefundene Übereinstimmungen intellektuell geprüft werden.
Auf dem Markt sid insgesamt über 30 Plagiatserkennungssoftware-Systeme verfügbar. Bekavac zeigt die grundsätzlichen Charakteriska der Systeme auf. Zum Schluss thematisiert er die Selektionskriterien für entsprechende Systeme im Hochschulbereich, denn letztendlich hat jede Hochschule differenzierte Anforderungen. Empfohlen wird der Test in Frage kommender Systeme durch eine Hochschule.
Zum Schluss werden noch einige Einsatzszenarien von Plagiatserkennungssoftware an Hochschulen vorgestellt und diskutiert: Überprüfung aller Arbeiten an einer Hochschule (incl. der von Lehrenden), Überprüfen nur studentischer Arbeiten, Überprüfen nur wichtiger Arbeiten, Überprüfen zufälliger Stichproben, Überprüfen nur auf Verdacht, angeordnete Selbstkontrolle durch Studierende, freiwillige Selbstkontrolle durch Studierende.



Damit ist der erste Tag der Tagung beendet, wir freuen uns auf spannende Vorträge und Diskussionen morgen!
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Über den Social Event der Tagung am Abend wird an dieser Stelle nicht gebloggt, wer nicht dabei ist, ist selber Schuld :-). En Guete!

Wissensklau, Unvermögen oder Paradigmenwechsel? - Block 2: Wer trägt die Verantwortung?

Die folgenden Vorträge beschäftigen sich mit der zweiten Kernfrage der Tagung: Wer trägt die Verantwortung?

Glaubwürdigkeit von Wikipedia-Inhalten: Bibliotheken sind gefragt
Nando Stöcklin, Pädagogische Hochschule Bern, Zentrum für Bildungsinformatik (abstract)

Stöcklin stellt fest, dass die Wikipedia äusserst häufig von Schülern und Studierende genutzt wird - die 14-19 Jährigen sind die grösste Nutzergruppe - und fragt sich, wie man dieser Nutzergruppe den vernünftigen Umgang mit der Wikipedia beibringen kann, z.B. im Hinblick auf die Qualität. Er sieht hier v.a. die Bibliotheken in der Pflicht. Die PH Bern hat mit www.wikibu.ch einen Dienst entwickelt, der Aussagen zur Verlässlichlkeit der Wikipediaeinträge macht.

Stöcklin wünscht sich zum Schluss zukünftig folgende Feedbacks von Schülern und Studierenden: "Ohne meine Bibliothek hätte ich die Wikipedia nicht sinnvoll genutzt!"


Folksonomy und die Auswirkungen auf die Bibliotheken
Diana Jurjevic, Pädagogische Hochschule Bern, Zentrum für Bildungsinformatik (abstract)

Das Video einer Strassenumfrage zeigt, dass viele Menschen mit dem Begriff 'Tag' nicht viel anfangen können - obwohl sie Tags oft nutzen, z.B. bei Social Media Sites. Jurjevic ordnet Tags in die Systematik der Erschliessung ein. Anschliessend berichtet sie über ein Projekt welches Erschliessungsmechanismen untersucht. Erste Ergebnisse zeigen, dass die Relevanzwerte der Suchergebnisse der beiden untersuchten Systeme vergleichbar sind, der Suchende mit Tag-basierten Systemen 'weiter kommt' als mit Index-basierten Systemen.


Sacherschliessung als Schnittstellenproblem (Folien)
René Schneider, Haute Ecole de Gestion, Carouge (abstract)
Die Redewendung bzw. die Metapher "zwischen Skylla und Charybdis" leitet den Vortrag von Schneider, der sich mit der Problematik und den Herausforderungen für die Sacherschliessung beschäftigt. Bedroht wird die klassische Sacherschliessung demnach durch Folksonomies, Ontologien und Mashups. Nach Schneider wird die Zukunft der Sacherschliessung zum Ontology-Engineering - mit entsprechenden Herausforderungen für das Profil der Fachreferenten.


Intelligenz im Chaos: Collaborative Tagging als neue Form der Sacherschliessung
Christof Niemann, Universitätsbibliothek Mannheim (abstract)
Ergebnisse aus einem Forschungsprojekt präsentiert Niemann. Ausgangsbasis ist das Problem des Information Overloads, collaborative tagging soll hier Abhilfe schaffen. Niemann diskutiert dazu die Konzepte der Schwarm- und kollektiven Intelligenz und die Herausforderung, die Eigendynamiken zu 'zähmen' und dem 'Chaos' Herr zu werden. Eine Massnahme dazu ist das sog. 'tag gardening': Massnahmen zur Editierung und zur Organisation von tags.
Das aktuelle Projekt an der Uni Mannheim nutzt BibSonomy mit ca. 100'000 tags. Diese wurden drei Vokabularen gegenübergestellt, die zwischen 2.26% und 17.9% der tags enthalten.
Nach Niemann ist das Potential der Tagging-Systeme zur Aktualisierung kontrollierter Vokabulare durchaus vorhanden.

Wissensklau, Unvermögen oder Paradigmenwechsel? - Block 1: Was ist das Problem?

Zu Beginn des ersten Tages begrüsst Rektor Jürg Kessler die Teilnehmer. Er wünscht den Teilnehmern, dass sie "Lösungen finden für ein unangenehmes Problem". An einem Beispiel aus dem Kloster Disentis macht er darauf aufmerksam, dass die Themen Plagiat, Ideenklau oder Inspiration schon immer ein Thema waren - und sein werden.


Die ersten Vorträge am Montagmorgen thematisieren zunächst die Frage "Was ist das Problem?" Die Links zu den abstracts sind jeweils angegeben.

Vom Fehlverhalten zum Plagiator – fördert das Internet den Wissensklau?
Roland Greubel, Hochschule für angewandte Wissenschaften, Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt, Bibliothek (abstract)

In seinem Einführungsvortrag erläutert Greubel zunächst den Begriff und die Formen des Plagiats. Er stellt fest, dass auch die Biblithekare zum Plagiieren beitragen, indem sie Texte elektronisch verfügbar machen. Aber Schuld ist das Internet nicht am Plagiieren, der Schuldige sitzt vor dem Bildschirm - so Greubel. Er geht von einem Anteil von 30-50% plagiierter Arbeiten aus. Ursachen dafür sind vor allem ein fehlendes Unrechtsbewusstsein, aber auch eine entsprechende Prägung im Kindes- und Jugendalter; hier weisst er auf die Generation der Digital Natives hin. Im Zusammenhang mit kollektiven Autorenschaften, z.B. in Wikis, bei denen Einzelautoren kaum mehr explizit sicjhtbar werden, stellt Greubel einen Paradigmenwechsel fest. Ein Beispiel aus der Praxis einer Hochschule zeigt, dass Kompetenzgerangel eine konsewunte Plagiatserkennung verhindern kann. Zur Vorbeugung fordert er neben organisatorischen und rechtlichen Rahmenbedingungen seitens der Hochschulen vor allem auch die Information und Schulung der Studierenden - dies als wichtige Aufgabe der Bibliotheken.

Die kurze Diskussion zeigt durchaus grosse Unsicherheiten im Umgang mit Plagiaten und die Ambivalenz von Literaturverwaltungssystemen.


Irrwege und Abwege wissenschaftlichen Publizierens
Heinz Hauffe, ehem. Universitätsbibliothek Innsbruck (abstract)

Hauffe beschäftigt sich in seinem Vortrag mit der Frage danach, was Wissenschaft und wissenschaftliches Publizieren und eine entsprechende Qualitätskontrolle eigentlich ist. Er äussert sich sehr kritisch über die Impact-Faktoren zur Qualitätsmessung z.B. von Journals. Zur Illustration bemüht Hauffe bekannte und weniger bekannte Fälle aus Gegenwart und Vergangenheit, von Galileo bis Putin.


Andere Disziplinen, andere Sitten: Fälschung, Kopieund Aneignung in der Kunst
Susanne Schreiber, Handelsblatt, Düsseldorf (abstract)

Einen Blick aus dem Bereich der Kunst auf das Thema Wissensklau thematisiertr Susanne Schreiber. Im Mittelalter war die Verwendung existierender Grafiken anderer Künstler kein Vergehen, sondern Ausdruck von Modernität einer Malerwerkstatt. "Die Kopie dient der Verbreitung einer bereits im Umlauf befindlichen Bild-Erfindung". Aber auch in der Gegenwart dient die Kopie der Verbreitung von Kunst. Als Beispiel dient die Künstlerin Elaine Sturtevant, die u.a. Andy Warhol und andere kopiert - mit deren Einverständnis. Man spricht hier von Appropriation Art. (vgl. z.B. 'Freundliche Übernahme', DIE ZEIT 42/2004) (Sturtevant Bilder bei Google)

Schreibers Resumée: "In der Kunst werden Kopien zu Originalen". Und: "Das strategische Faken ist ein Insinderspiel mit Wissen des Betrachters".


Ein wirklich spannender Perspektivenwechsel!

Zusammenfassend zeigt der erste Vortragsblock sehr deutlich, wie vielschichtig und komplex das Thema Wissensklau sich darstellt.

6. September 2009

Eröffnung der Fachtagung 'Wissensklau, Unvermögen oder Paradigmenwechsel?' - 'Lernende Bibliothek 2009'

Die Fachtagung 'Wissensklau, Unvermögen oder Paradigmenwechsel?' - 'Lernende Bibliothek 2009' ist eröffnet!

Hier folgt eine Zusammenfassung des Eröffnungsabends:

Robert Barth, Schweizerisches Institut für Informationswissenschaft (SII), Program Chair der Tagung und Studienleiter des Bachelorstudiengangs Informationswissenschaft an der HTW Chur, begrüsst im Namen des Programmkommitees die Anwesenden auf deutsch und italienisch.

Anschliessend heisst
Regierungsrat Claudio Lardi, Vorsteher des Erziehungs-, Kultur- und Umweltschutzdepartements des Kantons Graubünden ('Kultusminister') die Gäste willkommen. 'Vom Spickzettel zum Plagiat' überschreibt er seinen Ausflug in die Zeiten des Spickens als Schüler und erinnert an die diversen Tricks der Schüler. Z.B. an den Schüler, der das Etikett einer Flasche gekonnt mit Formeln ersetzte. Lardi betont, dass die heutigen Möglichkeiten des Abschreibens weit weniger harmlos sind als zu seinen Zeiten als Schüler. Insbesondere weisst er auch auf die Notwendigkeit politischer Antworten auf das Problem des zunehmenden Plagiierens hin.

Es folgen die Grussworte der die Tagung tragenden Berufsverbände:

Gabi Schneider, Vorstandsmitglied Bibliothek Information Schweiz (BIS), und wissenschaftliche Projektleiterin am Schweizerischen Institut für Informationswissenschaft (SII), betont, dass die Lernende Bibliothek als Think Tank des Bibliothekswesens dient und jeweils aktuelle Fragen aus der Szene diskutiert und behandelt. Sie weisst auf die fundamentalen, aber dennoch sehr jungen, Veränderungen durch die Digitalisierung für die Bibliotheken hin. Dabei sind die Bibliotheken ein wichtiger Partner - dies ist der zentrale Ansatzpunkt der aktuellen Tagung.

Gerlinde Schmiedhofer, Vorsitzende bibliotheks verband südtirol (BVS), weisst auf die Besonderheiten des Verbandes im dreichsprachigen Südtirol hin. Schmiedhofer betont die Zusammenarbeit mit den deutschsprachigen und den italienischen Verbänden, welche die Basis der Lernenden Bibliothek sind. Sie bietet an, die Tagung 2011 wieder in Bozen durchzuführen.

Johannes Andresen,
Il web dell'Associazione italiana biblioteche (AIB), begrüsst die Anwesenden in italienisch.

Harald Weigel, Präsident der Vereinigung österreichischer Bibliothekare (VÖB), spricht die 'Orige der Grussworte' an, die aber dennoch sinnvoll und notwendig seien. Er dankt vor allem dem lokalen Organisationskommittee in Chur für die Organisation der Tagung.

Jens Renner, Mitglied des Vorstands des Berufsverbands Information Bibliothek e.V. (BIB), vergleicht die fränkische Geschichte seiner Heimat mit der Graubündens - und schlägt mit dem Beispiel der Recherche für diesen Vergleich und der Unsicherheit, inwiewiet die genutzten Online-Quellen tatsächlich zuverlässig sind, den Bogen zum Tagungsthema.

Ulrich Hohoff, Vorsitzender des Vereins Deutscher Bibliothekare e.V. (VDB), erwähnt vor allem die Tradition der Lernenden Bibliothek und weisst auf die Wichtigkeit des fachlichen Austausches anlässlich der Tagung hin. Er erhofft sich von der Tagung Antworten auf die vielen offenen Fragen, die im Umgang mit wissenschaftlichen Quellen im digitalen Zeitalter entstanden sind und weiter entstehen. Er weisst auch auf die Pflicht der Lehrenden hin, Lernende entsprechend auszubilden und zu schulen - angesichts eines offensichtlichen Wissensdefizits z.B. bei Studierenden in Hinblick auf die rechtlichen Rahmenbedingungen.


Der wissenschaftliche Eröffnungsvortrag wird gehalten von
Gerhard Fröhlich, Institut für Philosophie und Wissenschaftstheorie, Johannes Kepler Universität Linz, und trägt den Titel "Plagiat als Massenphänomen? Gegenstrategien von Informationswissenschaft und Bibliothekswesen" (Abstract).



Ist das Plagiieren wirklich ein Massenphänomen? Fröhlich relativiert die in der Presse kursierenden Zahlen, die behaupten, dass bis zu einem Drittel der Wissenschaftler plagiieren. Er verneint zwar das Massenphänomen, weisst aber auf die grossen Gefahren hin.

Das klassische Textplagiat ist für Fröhlich eher harmlos. Viel gravierender sind aber z.B. Plagiate bei Forschungsanträgen aufgrund der Geheimhaltung in diesem Bereich. Der Klau von Ideen ist wesentlich schwerer zu identifizieren als z.B. einfache Textplagiate. Sonderfälle sind für ihn Bildplagiate und 'Auto-' Plagiate; letztere sind eigentlich keine Plagiate im Sinne des Wortes.

'Wozu die Aufregung?' fragt Fröhlich provozierend. Er betont die Wichtigkeit der Währung in der Wissenschaft - die Publikation - und thematisiert den drohenden Verfall des Wissenschaftsethos' durch Plagiieren in diesem Zusammenhang.

Im Zusammenhang mit dem aktuellen Skandal in Deutschland um 'gekaufte' Doktorarbeiten fordert Fröhlich, dass auch Suchmaschinen keine 'wissenschaftszersetzenden' Inserate - z.B. solche von Promotionsberatungsfirmen - mehr schalten dürfen.

Zur Anti-Plagiats-Software sagt er, dass sie eigentlich ziemlich dumm ('dümmlich') ist und es immer noch erhebliche intellektuelle Arbeit benötigt, um tatsächlich ein Plagiat zu erkennen. Er spricht von einer 'Aufrüstung' der Schreibunwilligen, indem es immer neue Mittel und Wege zur Erschleichung von wissenschaftlichen Arbeiten und Titel gibt. Er fordert, dass die Softwarelösungen z.b. linguistische Programme adaptieren, um Plagiate zuverlässig zu erkennen.

Was sind nun die Gegenstrategien?
Er fordert u.a. Wissenschafts- und Informationsethikkurse für Studierende - die allerdings ambivalente Effekte haben, da Studierende dadurch möglicherweise auf Fälschungsmöglichkeiten hingewiesen werden. In Linz wird konsequent auf diesen Weg der Betreuung und Schulung gesetzt sagt Fröhlich.

Darüber hinaus fordert er 'Informationskompezentsteigerung' anstatt eher formaler Einführungen und Trainings in Datenbanken und Suchmaschinen.

Eine konsequente Veröffentlichung aller Abschlussarbeiten ist ebenfalls nötig als Gegenstrategie einschliesslich einer konsequenten Open Access - Publikation dieser Arbeiten. 'Radikale Öffentlichkeit' als (fast) perfekte Gegenstrategie gegen Betrug jeglicher Art. Fröhlich fordert explizit die Gründung von Open Access - Journalen und - Servern.

Er verweist zum Schluss nochmals auf die Vorbildwirkung und Betreuung der Studierenden.

Fröhlichst statements werden sicher anlass zur Diskussion für den Verlauf der Tagung unhd insbesondere auch das abschliessende Panel geben!



Musikalisch umrahmt wird der Eröffnungsabend von Carlo Schöb, Tenorsax.



'Wissensklau, Unvermögen oder Paradigmenwechsel?' - Die Tagung 'Lernende Bibliothek 2009' wird eröffnent

In wenigen Stunden, heute Abend um 18:30, wird die Fachtagung Lernende Bibliothek 2009 in Chur offiziell eröffnet (Programm).

Insgesamt werden 200 Teilnehmer aus Deutschland, Liechtenstein, Österreich, den Niederlanden und der Schweiz erwartet.
Das zweisprachige (dt. und ital.) Fachprogramm beginnt morgen, Montag, und umfasst knapp 30 Präsentationen.

Durch das gesamte Tagungsprogramm zieht sich die Frage nach den Chancen und Risiken des Internets für den wissenschaftlichen Arbeitsprozess. Dabei kommen Themen zur Sprache wie die Glaubwürdigkeit von Wikipedia-Inhalten oder der Nutzen und die Grenzen von Software zur Erkennung von Plagiaten. Mehrere Referenten stellen Initiativen zur Plagiatsprävention vor, die nicht erst im Hochschulunterricht, sondern bereits in der Ausbildung an Mittel- und Berufsfachschulen beginnt.
Der Tagungsband zur Lernenden Bibliothek erscheint als Nr. 33 der Churer Schriften zur Informationswissenschaft und ist ab 1. Oktober 2009 kostenlos als Download verfügbar.
Die Printversion ist an der Tagung zum Vorzugspreis von CHF 20/ EUR 15 erhältlich. Der Band kann auch via Books on Demand bezogen werden.
Weitere Informationen zur Tagung sind hier zu finden: