Seiten

Posts mit dem Label wissenschaftliches Arbeiten werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label wissenschaftliches Arbeiten werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

10. August 2013

Plagiate - eine never ending Story !?

Copy Culture (by Will Lion)
Das Thema des Umgangs mit fremden Quellen beschäftigt immer wieder die Gemüter, wie aktuelle Beiträge z.B von Adrienne Fichter und Martin Weigert und im Tagesanzeiger zeigen.

Dabei ist es doch eigentlich ganz einfach: Wenn wir das Wissen, das andere erarbeitet, aufbereitet und dokumentiert haben, für unsere eigene Arbeit als Autor, Journalist, Blogger, Studierender oder Wissenschaftler nutzen, dann gehört es sich schlichtweg, dies zu referenzieren.
Das hat nichts zu tun mit Analog oder Digital.

Und Wissen soll uns helfen, Fortschritte in allen Bereichen unseres Lebens zu generieren. Genau deswegen wird Wissen häufig - nicht immer - publiziert. Es soll anderen für ihre Arbeit zur Verfügung stehen, z.B. in Form einer Idee oder Faktenrecherche, auf die man selbst aufbaut oder sie diskutiert, oder in Form einer wörtlichen Übernahme einer gelungenen Formulierung. Es ist sogar das grundlegende Prinzip gerade wissenschaftlicher Arbeiten wie Seminar-, Bachelor-, Master- oder Doktorarbeiten oder Zeitschriftenartikel, auf Erkenntnisse anderer aufzubauen. Der Bezug der eigenen Arbeit zum existierenden Body of Knowledge ist ein zentrales Kriterium für die Evaluation dieser Arbeiten. Ohne diesen Bezug werden die arbeiten in aller Regel sogar zurück gewiesen. Deswegen haben sich gerade im Wissenschaftsbereich entsprechende Regeln des Zitierens etabliert.

Aber er hat's getan, und sie auch, oder auch er, und einen Schweizer Fall gibt's auch. Sie alle haben plagiiert, oder zumindest wird es ihnen vorgeworfen. Die genannten Fälle - und es gibt noch so viele mehr - sind alle sehr verschieden, aber die Nichtbeachtung fremden, geistigen Eigentums - und das bedeutet Plagiat - ist und bleibt ein Vergehen, ethisch, und auch juristisch. Und genauso wenig wie man ein bisschen schwanger sein kann, kann man auch nur ein bisschen plagiiert haben. Plagiat ist und bleibt Plagiat, 0 oder 1.

Plagiate hat es schon immer gegeben; Menschen, die sich mit fremden Federn schmücken, ohne dies entsprechend zu referenzieren. Nur das Handwerk des Plagiierens hat sich verändert: In der analogen Welt musste ein Autor ein Werk erst einmal identifizieren, finden und intellektuell erschliessen, bevor er sich daraus  bedienen oder abschreiben konnte. In der digitalen Welt ist dies viel einfacher geworden: eine geschickte Web-Recherche, Suche mit Schlagworten in Dokumenten, vielleicht eine maschinelle Übersetzung, Copy & Paste und fertig. Aber Plagiat beibt Plagiat.

Und was lernen wir daraus?
  • Plagiieren lohnt sich nicht.
    Vor 10 oder gar 20 Jahren konnte man sich schwerlich vorstellen, welche Möglichkeiten der Plagiatserkennung es heute gibt. Und wer in 10 oder 20 Jahren Wirtschaftsführer oder Politiker oder sonst jemand sein wird/ sein will, der in der Öffentlichkeit steht, sollte es sich gut überlegen, inwieweit er sich auf das Abkupfern einlässt. Denn welche Möglichkiten es dann geben wird, ist heute nicht wirklich abzusehen. 
  • Plagiat ist kein Kavaliersdelikt.
    ... weder in der Wissenschaft noch im Journalismus noch sonst wo. Dazu habe ich mich hier schon einmal geäussert. 
  • Roller der Gutachter.
    Auch dazu habe ich mich bereits einmal geäussert.
    Im Bereich der Wissenschaft müssen sich die Betreuer von entsprechenden Arbeiten an die eigene Nase fassen, das zeigen auch wieder die aktuellen Fälle. Viele der bekannt gewordenen Plagiatsfälle mit der Folge der Titelaberkennung hätten gar nicht erst als Arbeit akzeptiert werden dürfen. Die - meist - mehreren Gutachter hätten die Plagiate im Rahmen der sorgfältigen Begutachtung entdecken müssen. Gründe dafür, dass es oft nicht geschieht, gibt es viele, und sie sind vielschichtig.

    Aber ein Grund sind auch die verfügbaren Ressourcen: So stehen mir z.B. als Referent einer Bachelorarbeit an der FHS St. Gallen max. 15 Stunden für Betreuung einschliesslich  Begutachtung zur Verfügung; als Korreferent sind es gar nur vier (!) Stunden...

Weitere Beiträge zum Thema Plagiat in diesem Blog.

Bildquelle: flickr.com/Will Lion (CC Lizenz)

2. April 2011

Auf dem Weg zur Hochschule 2.0

Das Web 2.0 bzw. die Social Media haben längst auch die Hochschulen und die Wissenschaft erreicht.

Allerdings sind immer noch viele Kollegen eher zurückhaltend bei der aktiven Nutzung, häufig gehörte Argumente reichen von "hab´keine Zeit dafür", "ist doch nur Zeitverschendung" bis zu "ja ich sollte, weiss aber nicht genau wie".

Im Blog Wissenschaft und neue Medien veröffentlicht Wenke Richter (@DigiWis) eine Liste zum Thema Wofür können Wissenschaftler Web 2.0/Internet nutzen?  Diese Liste umfasst Aspekte von der Recherche, der Lehre über das Peer Review bis zum Ersatz der Teeküche. Diese Übersicht ist sicher für diejenigen, die Social Media nutzen wollen, aber nicht recht wissen wo und wie, ein guter erster Einstieg.

13. März 2011

Selbstplagiate in der Wissenschaftskommunkation - ein konkreter Fall

Es ist schon erstaunlich, wie selbst erfahrene Autoren die Regeln des wissenschaftlichen Publizierens verletzen und dabei ganz offensichtlich entweder kein Unrechtsbewusstsein empfinden und/oder naiv genug sind zu glauben, dass der Regelverstoss nicht entdeckt wird. Ob dies beabsichtigt geschieht oder aus Nachlässigkeit, sein dahingestellt.

In diesem Beitrag habe ich bereits ein Beispiel aus der Praxis als Mitherausgeber des wissenschaftlichen Journals Electronic Markets aufgezeigt, in dem es um die Entdeckung von Plagiaten geht. Autoren, die Beiträge für ein wissenschaftliches  Journal wie Electronic Markets einreichen, sind definitiv keine Anfänger in ihrem Fach. Desto erstaunlich ist es, dass Plagiate und auch Selbstplagiate  immer wieder vorkommen.

Aktuell musste ich mich mit einem Fall von Selbstplagiat oder auch Autoplagiat beschäftigen. Der Autor einer Einreichung hat mehr als 2000 Wörter - in einem Beitrag von rund 7000 Wörtern - aus einem von ihm als Koautor mit verfassten Konferenzbeitrag wörtlich kopiert, ohne diesen Beitrag in irgendeiner Form als Referenz zu nennen.
"Im  universitären  Kontext  ist  unter  einem „Selbstplagiat“ die Wiederverwertung eigener wissenschaftlicher Arbeiten ohne Hinweis auf die Originalarbeit zu verstehen." (Gamper 2009)

27. Februar 2011

Wissenschaftliches Arbeiten mit der Wikipedia ?!

Die Zeitschrift Forschung & Lehre ("Alles was die Wissenschaft bewegt") hatte wohl mit ihrer Februar-Ausgabe den richtigen Riecher: Sie publizierte einen Artikel zum Thema Plagiateerkennungssoftware sowie ein Pro und Contra zum Thema Wikipedia & wissenschaftliche Arbeiten.

Der Pro-Artikel Gegen ein Anti-Wikipedia-Dogma an Hochschulen von Johannes Becher (Doktorand an der Bucerius Law School, Hamburg) und Viktor Becher (wissenschaftlicher Mitarbeiter, Uni Hamburg) will mit drei zentralen Vorurteilen über die Wikipedia aufräumen: mangelnde Qualität, "Wikipedia ist chaotisch", mangelnde Verlässlichkeit. Die Autoren wehren sich gegen ein pauschales Wikipedia-Zitierverbot, das es an vielen Hochschulen gibt und plädieren für den reflektierten Umgang mit der Wikipedia.

Maren Lorenz vertritt die Contra-Position im Beitrag Der Trend zum Wikipedia-Beleg. Sie thematisiert die drei Aspekte Qualität, Transparenz, Autorenschaft. Und sie ist der Aufassung, "dass  Zitate aus Wikipedia in wissenschaftlichen Arbeiten nichts zu suchen haben".

25. Februar 2011

Causa Guttenberg - es gibt nur Verlierer

Zum Wochenausklang habe ich mich entschlossen - auch wenn schon vieles von so vielen gesagt wurde - meine Gedanken - eben meine two cents -  zur Causa Guttenberg, die mir durch den Kopf gehen, subjektiv und als Nicht-Jurist, aber als jemand, der seit fast 20 Jahren im internationalen Wissenschaftsbetrieb tätig ist, aufzuschreiben.

Zwei Aspekte beschäftigen mich dabei: 1. Die politische (Un-) Kultur und 2. die Rolle der Gutachter bzw. der Uni Bayreuth.

In meinem Beitrag vom 17. Feb. hatte ich die leise Hoffnung, dass nun endlich eine sachliche Diskussion in der breiten Öffentlichkeit über Themen wie den Diebstahl geistigen Eigentums und dem Urheberrecht im digitalen Zeitalter stattfindet. Weit gefehlt (... wie insgeheim befürchtet).

6. September 2009

'Wissensklau, Unvermögen oder Paradigmenwechsel?' - Die Tagung 'Lernende Bibliothek 2009' wird eröffnent

In wenigen Stunden, heute Abend um 18:30, wird die Fachtagung Lernende Bibliothek 2009 in Chur offiziell eröffnet (Programm).

Insgesamt werden 200 Teilnehmer aus Deutschland, Liechtenstein, Österreich, den Niederlanden und der Schweiz erwartet.
Das zweisprachige (dt. und ital.) Fachprogramm beginnt morgen, Montag, und umfasst knapp 30 Präsentationen.

Durch das gesamte Tagungsprogramm zieht sich die Frage nach den Chancen und Risiken des Internets für den wissenschaftlichen Arbeitsprozess. Dabei kommen Themen zur Sprache wie die Glaubwürdigkeit von Wikipedia-Inhalten oder der Nutzen und die Grenzen von Software zur Erkennung von Plagiaten. Mehrere Referenten stellen Initiativen zur Plagiatsprävention vor, die nicht erst im Hochschulunterricht, sondern bereits in der Ausbildung an Mittel- und Berufsfachschulen beginnt.
Der Tagungsband zur Lernenden Bibliothek erscheint als Nr. 33 der Churer Schriften zur Informationswissenschaft und ist ab 1. Oktober 2009 kostenlos als Download verfügbar.
Die Printversion ist an der Tagung zum Vorzugspreis von CHF 20/ EUR 15 erhältlich. Der Band kann auch via Books on Demand bezogen werden.
Weitere Informationen zur Tagung sind hier zu finden:

13. Februar 2009

Qualitätsjournalismus - Wikipedia - Online-Medien

Sicher, es ist eine Bagatelle, aber der Fall zeigt doch auf, wie einfach es sein kann, die Medien und damit notabene die Öffentlichkeit mit nicht korrekten Informationen zu versorgen – und auch, wie schnell es geht, bis dass der Sachverhalt aufgeklärt wird (BetaBlog auf NZZ Online, 12. Feb. 2009: „Wilhelm und die Wikipedia - Wie deutsche Medien auf eine Fälschung hereinfielen“)*. Und der Fall zeigt auch auf, wie wichtig der Umgang mit Quellen ist, dass man Quellen immer hinterfragen und natürlich auch selbstverständlich angeben sollte.

Damit ist das ein wenn auch harmloser Showcase der Berichterstattung im digitalen Zeitalter.

Was war passiert? Ein Autor hat in der Wikipedia beim Eintrag des neuen deutschen Wirtschaftsministers von Guttenberg einen zusätzlichen elften Vornamen hinzugefügt. Dieser falsche, elfte Vorname wurde dann von den Medien weitgehend übernommen:

„Der Folgefehler legitimierte damit den ursprünglichen Fehler - ein verzwickter Kreislauf.“ (BetaBlog NZZ Online 12. Feb. 2009) Klar, eine Bagatelle. Aber sie zeigt durchaus den Mechanismus auf.
„Natürlich wäre es zu begrüssen, wenn Online-Medien mit einem Qualitätsanspruch nicht einfach jeden Quatsch von Wikipedia abschreiben würden, aber wenn sich da ein elfter Vorname in eine Liste von zehn einschleicht, dann erregt das halt in der Hitze des Gefechts nicht sofort Misstrauen. Schliesslich ist es ja nicht so, dass die Journalisten einer digitalen Fälschung der Hitler-Tagebücher aufgesessen wären.“ (ebd.)
Andere Medien kommentieren hier mit Überschriften wie "Recherche Chaos" oder "Miserable Recherchen ...".

Aber selbst wenn Journalisten in kritischeren Fällen genauer hinschauen und misstrauisch werden, dann reicht es womöglich, wenn nur ein oder wenige Journalisten doch nicht so genau hinschauen, genügend andere dann ‚abschreiben‘, und man trotzallem eine falsche Nachricht um die Welt verbreitet. Und selbst wenn dieser Fehler genau so schnell wieder korrigiert werden würde, (politische, wirtschaftliche, militärische, persönliche) Entscheidungen, die aufgrund dieser Meldung getroffenen werden würden, liessen sich möglicherweise nicht mehr rückgängig machen.
Wir sind also wieder beim Thema: „Die neue Macht der Online-Medien“.

Spiegel Online entschuldigte sich bei seinen Lesern:
"Doch hat der Autor beim Schreiben des Textes den Namen leider nur bei Wikipedia verifiziert - und Wikipedia ist bekanntlich keine hundertprozentig verlässliche Quelle. [...] Wir bitten den Fehler zu entschuldigen. SPIEGEL ONLINE wird künftig noch sorgfältiger recherchieren. Wikipedia bleibt für uns eine wichtige Quelle, darf aber für journalistische Arbeit nie die einzige Quelle sein."(Spiegel Online, 11.2.2009)
Und was lernen wir daraus? Der Umgang mit Quellen muss im digitalen Zeitalter noch sorgfältiger stattfinden als im analogen. Und selbstverständlich sind Quellen jeglicher Art – On- wie Offline – korrekt zu zitieren.

An dieser Stelle sei nochmals auf die zum Thema „Wissensklau, Unvermögen oder Paradigmenwechsel?“ im September 2009 in Chur stattfindende Tagung ‚Lernende Bibliothek 2009‘ hingewiesen.
Bildquelle und ©: freeday/PIXELIO


 * weitere Artikel zum Thema:

29. Januar 2009

Wissensklau, Unvermögen oder Paradigmenwechsel?

"Wissensklau, Unvermögen oder Paradigmenwechsel? Aktuelle Herausforderungen für die Bibliothek und ihre Partner im Prozess des wissenschaftlichen Arbeitens" -

das ist das Rahmenthema der Konferenz Lernende Bibliothek 2009, die vom 6. bis 8. September 2009 in Chur stattfindet und vom Schweizerischen Institut für Informationswissenschaft SII der HTW Chur ausgerichtet wird. Im Zentrum der Konferenz steht die Veränderung des wissenschaftlichen Arbeitens mit Information durch die Digitalisierung. Was ist wissenschaftliches Arbeiten? In der Welt der digitalen Information stellt sich diese Frage unter neuen Vorzeichen. Die Informationsproduktion verändert sich grundlegend. Etablierte Mittlerinstanzen der Wissenschaft werden in Frage gestellt. Sie suchen nach neuen Rollen und neue Mittler kommen hinzu. Besteht noch Konsens darüber, was wissenschaftliches Arbeiten bedeutet? Die ethische Frage danach, was wissenschaftliches Arbeiten meint und wie es unterstützt werden kann, betrifft auch wissenschaftliche Bibliotheken und Schulbibliotheken jeden Typs. Die Herausforderungen, die sich hier stellen, teilen die Bibliotheken mit ihren Partnern: den Verlegern, Gesetzgebern, Hochschulen und voruniversitären Bildungseinrichtungen mit deren Lehrkräften. Die Fachtagung „Die Lernende Bibliothek“ lädt die Bibliotheken und ihre Partner zur Standortbestimmung und zum Dialog über zukünftige Entwicklungen ein. Die Tagung richtet sich an die folgenden Zielgruppen, welche sowohl zur Eingabe von Beiträgen als auch für die Teilnahme besonders eingeladen sind:
  • Bibliothekarinnen und Bibliothekare (u.a. an universitären und voruniversitären Ausbildungsinstitutionen)
  • Dozierende an Pädagogischen Hochschulen, welche künftigen Lehrkräften Informations- und Medienkompetenz vermitteln
  • Dozierende an Universitäten und Fachhochschulen, die Studierende im Bereich „Wissenschaftliches Arbeiten“ ausbilden
  • Forschende im Themenbereich der Fachtagung
  • E-Learning- und Software-Spezialisten (u.a. für Spezialsoftware im Bereich Literaturverwaltung und Plagiatserkennung)
  • Interessierte Lehrkräfte aus allen Ausbildungsstufen
  • Rektorate, Stabsstellen und Rechtsdienste an Hochschulen
  • Wissenschaftliche Buch- und Zeitschriftenverlage
  • Wissenschaftsverbände, Fachgesellschaften und Akademien.
Das Tagungsthema wird in vier thematischen Blöcken vertieft:
Block 1 ("Was ist das Problem?") fragt nach einer genauen Definition des Problems und seiner Ursachen: Wie haben sich die Rahmenbedingungen des wissenschaftlichen Arbeitens durch die Digitalisierung verändert? Was wissen wir über Relevanz und Verbreitung von fehlerhaftem, unethischem Verhalten in der Wissenschaft?


Block 2 ("Wer trägt die Verantwortung?") konzentriert sich auf einige zentrale Akteure (u.a. Ausbildungsinstitutionen, Verlage und wissenschaftliche Suchmaschinen) und deren unterschiedliche Verantwortlichkeiten im Prozess des wissenschaftlichen Arbeitens.


In Block 3 ("Wie kann man das Problem behandeln?") werden Lösungsmöglichkeiten aus den Bereichen wissenschaftliche Ausbildung sowie Erkennung und Sanktion von unethischem wissenschaftlichem Verhalten vorgestellt.


Block 4 ("Die Verantwortung der Bibliothek") fokussiert auf die Bibliotheken als bedeutsame Akteure im Prozess des wissenschaftlichen Arbeitens, deren traditionelle Verantwortung für den Bestandsaufbau und die Benutzerschulung in einer digitalisierten Welt durch neue Fragen und Herausforderungen geprägt ist.
Weitere Informationen zur Konferenz sind der Konferenzhomepage www.lernendebibliothek2009.ch zu entnehmen. Den Call for Papers mit weiteren Angaben finden Sie unter der Adresse www.lernendebibliothek2009.ch/programm. Die Eingabefrist für Beiträge ist der 15. März 2009.

Wir freuen uns auf zahlreiche Einreichungen!

23. November 2008

'x 2.0' - jetzt auch 'Studieren 2.0' ?!

Inzwischen heisst ja Alles irgendwie '2.0', (also 'x 2.0', wobei x = *.*), was mit dem 'neuen Web', oder besser dem sogenannten 'Web 2.0', zu tun hat. Und jetzt taucht ein Begriff auf, den ich bisher noch nicht vernommen habe: Studieren 2.0.
Das HIS - Hochschul‐Informations‐System GmbH - hat dazu im November 2008 eine Studie veröffentlicht: "Studieren im Web 2.0". (Pressemitteilung, Kurzinformation zur Studie (pdf-Datei)). Man liesst dort zur Studie selbst: "Dies sind Ergebnisse einer repräsentativen HISBUS-Online-Umfrage, die im September und Oktober dieses Jahres unter mehr als 4.400 deutschen Studierenden durchgeführt worden ist."


Die Zahlen zur zeitlichen Nutzung des Internet sind sicher kaum überraschend. Bei der Untersuchung der genutzten Internetangebote kommt mir unweigerlich die Frage in den Sinn "Studieren 2.0 = Wikipedia + Social Networks"?. Immerhin ist die Wikipedia das am häufigsten genutzte Internetangebot gefolgt von Social Communities bzw. Networks. Bei der Frage nach der studiumsbezogenen Nutzung der Social Networks steht die Kontaktpflege an erster Stelle, danach folgen dann Aspekte wie Klärung von Fragen für das Selbststudium, die Prüfungsvorbereitung und der Austausch von Dokumenten und Literatur.


Wikipedia ist aber nicht nur die am meisten genutzte Wissens- und Informatiionsplattform - sie geniesst bei den Studierenden auch das höchste Vertrauen! Eine Mehrheit hält die Informationen der Wikipedia für sehr verlässlich bis verlässlich, bei den anderen abgefagten Angeboten (Microsoft Encarta, Meyers, Lexikon online, Wissen.de, Spiegel Wissen, Zeit Online) geben die Studierenden dagegen mehrheitlich an, die Verlässlichkeit der Informationen nicht beurteilen zu können. Gründe liefert die Studie hierzu leider nicht. Bei der Frage nach der Verlässlichkeit erhalten 'Meyers Lexikon Online' und die 'Encyclopedia Britannica' gerade einmal die Hälfte der Bewertung im Vergleich zur Wikiperdia. Mich hat dieses Ergebnis durchaus überrascht, sehr sogar! Wenig überraschend ist, dass zwar die passive Nutzung sehr hoch ist, aber die Wenigsten auch aktiv Artikel (mit-) verfassen. Nur 0.3% der Befragten geben an, neue Artikel zu verfassen.
Weitere Fragen in der Studie betreffen das E-Learning und weitere studienbezogenen Informationen im Internet oder Intranet einer Hochschule. Online Lernplattformen kommen hier nicht besonders gut weg.


Der Untertitel der Studie lautet übrigens "Studienbezogene Web‐ und E‐Learning‐Dienste". In der Einleitung heisst es u.a.: "... welchen Einfluss die aktuelle Generation des Internet mit ihren Anwendungen – besser bekannt als „Web 2.0“ – auf die Entwicklung netzgestützter Lehr‐ und Lernformen an den Hochschulen hat."


Interessant wäre in diesem Zusammenhang natürlich auch zu wissen, in welcher Form z.B. 'Bibliothek 2.0' - Angebote, die inzwischen von Hochschulbibliotheken angeboten werden - z.B. angereicherte Bibliothekskataloge - oder als Webanwendung verfügbar sind - z.B. CiteULike, BibSonomy, Connotea, zotero, etc. - von Studierenden genutzt werden. Auch das sind 'Web 2.0' - Anwendungen!


Auch wenn es nicht im Focus der Studie ist, mich würde sehr auch ein Vergleich bzgl. der Nutzung und Einschätzung von Fachdatenbanken wie elektronischen Zeitschriftenkatalogen interessieren. Vielleicht ist das ja dann der Inhalt der nächsten Studie!

19. November 2008

Google Scholar vs. Fachdatenbanken

In einem Beitrag mit dem Titel "Google Scholar als Alternative zu wissenschaftlichen Fachdatenbanken", erschienen in B.I.T. Online, 4/2008, wird mit Hilfe von unterschiedlichen Suchanfragen in unterschiedlichen Disziplinen die Qualität von Google Scholar im Vergleich zu ausgewählten Fachdatenbanken untersucht. Gemäss dem Ergebnis dieser Untersuchung ist zwar ist die Bedienung von Google Scholar wesentlich einfacher und intuitiver, die Ergebnisse der Testrecherchen sprechen aber in allen Fällen für die Fachdatenbanken.
Es wäre Interessant zu prüfen, welche Ergebnisse die gleichen Recherchen in alternativen Fachdatenbanken ergeben hätten. Neben den oft komplizierten und wenig intuitiven Benutzungsschnittstellen stellt sich bei der Nutzung von Fachdatenbanken vor der Recherche das Problem der Auswahl einer geeigneten Quelle. Wer hier eine falsche Wahl trifft, hat im Zweifel wesentlich schlechtere Ergebnisse zu erwarten.Trotzdem: Google Scholar ist keinesfalls eine Alternative zu Fachdatenbanken!