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21. November 2017

Kundenorientierung sieht anders aus: Wie Twint seine Kunden vergrault und bevormundet

(flickr/Mike Mozart CC BY 2.0)
Über mobiles Bezahlen in der Schweiz und insbesondere Twint wurde in den letzten Tagen so einiges geschrieben. Das Transaktionsvolumen über Mobile Payment liegt in der Schweiz bei einem Marktanteil von ca. 0.2 Prozent. Immerhin, Markführer in diesem noch sehr kleinen Segment ist die Schweizerische Lösung Twint mit einem Anteil von 40% bei denjenigen Kunden, die eine mobile Payment App eines Drittanbieters, also nicht die eines Händlers, nutzen. Sicher, Twint hat seine positiven Seiten; drüben bei Carpathia.ch kam man kürzlich zum Schluss: TWINTs wahrer Wert oder das Bankkonto wird endlich online «handlungsfähig».

Als Kunde erwarte ich, dass ich auch über die mobile Zahlungsapp gemäss meiner Zahlungspräferenzen zahlen kann. Als UBS-Kunde und Nutzer der UBS Twint App musste ich aber leider feststellen, dass Kundenorientierung beim Service Design offenbar nicht an vorderster Stelle stand.

Ich nutze (besser nutzte) Twint primär zum bezahlen, im Onlinehandel, wenn angeboten, und auch ab und zu Offline, aber kaum für Peer-to-Peer Zahlungen. Sicher, der Zahlungsvorgang am POS dauert relativ lange im Vergleich zur NFC-fähigen Kreditkarte, aber immerhin ist beim Coop dann gleich die Supercardnummer erfasst, wenigstend etwas. Da ich seit Jahren die Zahlung per Kreditkarte bevorzuge, habe ich diese auch bei Twint hinterlegt, und nicht mein UBS Konto.

Aber dann die Überraschung: Irgendwann im Laufe eines Monats heisst es, dass die Kreditlimite erreicht sei. Diese liegt bei der UBS Twint App bei 500 Franken. Es wird angeboten die Limite zu erhöhen - aber nur, wenn ich das Bankkonto hinterlege! Liebe UBS, was soll das? Ich empfinde dies schlichtweg als Bervormundung!

Ich habe meinen Unmut per Twitter geäussert und bei der UBS per email nachgefragt. Die Antworten blieben leider mehrt als unbefriedigend:

Antwort der UBS eBaning Hotline per email vom 17.11.2017

Wiebitte? Entwickler legen die Limite fest?
"Das festgelegte Limit von CHF 500.- bei Hinterlegung einer Kreditkarte als Belastungskonto ist ein Entscheid der Entwickler."

Nach erneuter Nachfrage nach detaillierteren Informationen erhielt ich folgende Antwort:

Antwort der UBS eBaning Hotline per email vom 21.11.2017
"Diese Limite für Kreditkarten wird aus Sicherheitsgründen so festgesetzt."
Warum denn das? Wovor will mich die UBS genau schützen? Für mich ist das schlichtweg nicht nachvollziehbar. Die Kreditkarte ist keine Karte der UBS, der Kartenherausgeber hat mir eine Limite eingeräumt, die über der Limite für die UBS Twint App mit hinterlegtem UBS Konto von 3000 Fr. liegt. Was sind das also für Sicherheitsgründe? Warum kann die Limite für Kreditkarten nicht gleich hoch sein wie die für ein UBS Konto? Was habe ich hier nicht verstanden? Darauf gab's bisher leider keien Antwort.

Schade. Aber als Kunde fühle ich mich nach wie vor bevormundet und ich werde das Gefühl nicht los, man will mich dazu drängen, mein UBS Konto zu hinterlegen. Wenn ich das aber nicht will? Egal aus welchen Gründen? Nein, jetzt erst recht nicht.

Mit der NFC-fähigen Kreditkarte habe ich am Offline POS und mit Kreditkarte oder Paypal beim Onlinehandel zum Glück einfach funktionierde Alternativen.





8. Januar 2016

Digitale Transformation bei Konsumentenprodukten: "Produkte mit Zusatznutzen dank App"

Die digitale Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft ist aktuell in aller Munde, der Begriff wird inzwischen inflationär gebraucht und könnte bald zum Unwort werden. Unabhängig von Begriffen finden tatsächlich grundlegende Veränderungen statt.

Mich selbst beschäfitgt das Thema ebenfalls bereits seit jetzt mehr als zwei Jahrzehnten.
In meinen Lehrveranstaltungen zum eBusiness und eCommerce diskutiere ich die Implikationen der Digitalisierung und die sich daraus ergebenden Herausforderungen anhand der Teilaspekte

  • der (inter-organisatorischen) Wertschöpfungsstrukturen,
  • der (inter-organisatorischen) Wertschöpfungsprozesse,
  • der Produkten und Dienstleistungen und
  • der Infrastrukturen, verstanden im Sinne der technischen Infrastruktur, aber auch der notwendigen Marktplattformen und Marktdienste.
Alle vier Aspekte haben jeweils wechselseitige Einflüsse. 
Mit Hilfe dieser Betrachtungsweise lassen sich sowohl die grundlegenden Veränderungen sichtbar machen und einordnen als auch die konkreten Herausforderungen für das einzelne Unternehmen ableiten. 

Bei der täglichen Lektüre im Web wie auch Online bin ich natürlich immer auf der Suche nach aktuellen Beispielen, die ich in der Lehre einsetzen kann. 

Im Bereich der Produkte und Dienstleistungen haben 2015 die mit dem WLAN verbundene Barbiepuppe oder der die privaten Gespräche mithörende smarte TV-Apparat für einigen Gesprächsstoff gesorgt; und es sind nur zwei Beispiele für die neuen Möglichkeiten - und Herausforderungen - der Verschmelzung der Online- mit der Offlinewelt bei Produkten für uns Konsumenten. 

Bei der gestrigen Lektüre der NZZ - via App auf dem Tablet - habe ich auch die Beilage von Galaxus.ch durchgeblättert. Und auf den Seiten 20 und 21 habe ich weitere wunderbare Beispiele für Konsumentenprodukte gefunden, welche das Zusammenwachsen von On- und Offline deutlich machen: Produkte mit Zusatznutzen dank App. 

Dass unsere Digitalkamera, die Fitnessuhr und das Babyfon mit dem Netz bzw. einer App kommunizieren kann, wissen wir längst. 

Aber es gibt noch mehr: den Staubsauger, die Waschmaschine, den Schnellkochtopf oder das drahtlose Pflanzenüberwachungsgerät.

Welcome to the smart home!


Prospekt von galaxus.ch, Januar 2016





18. Dezember 2015

Technologie im stationären Handel: Das interaktive Schaufenster bei Zollibolli

Die Zollibolli App
Der Einzelhandel ächzt unter dem Druck des Onlinehandels. In den letzten Wochen und Monaten gab es nicht wenige Meldungen über Pleiten, ob Bernie's oder Companys, nicht wenige Experten sprechen bereits vom Auslaufmodell Detailhandel.

Die Ladenschliessungen sind ein untrügliches Zeichen, andere Läden verkleinern ihre Verkaufsfläche nach und nach, seien es z.B. Buchhandlungen, die auch zum Cafe werden, oder Papeterien, die zum Lebensmittelhändler werden.

Dabei werden die neuen Technologien, insbesondere der Informations- und Kmmunikationstechnik, immer noch allzu oft als Feinde des stationären Einzelhandels betrachtet. Dabei zeigen erfolgreiche Multi- und Onmi-Channel Konzepte, das es nicht um ein Entweder-Oder, sondern um ein Sowohl-Als auch geht. Wie moderne Technologie das Einkaufserlebnis im stationären Handel revolutionieren kann zeigt u.a. das Beispiel von Hointer, das inzwischen bei Macy's in den USA eingesetzt wird.

Das Spielwarengeschäft Zollibolli in St. Gallen, das es bereits seit 1856 gibt, zeigt nun in diesen Tagen, wie man  das Einkaufserlebnis im stationären Handel mit moderner Technologie verknüpfen kann: Mittels App kann der Nutzer Spielzeuge im Schaufenster von aussen in Bewegung setzen. Das Smartphone verbindet sich mittels Bluetooth mit dem System im Schaufenster. Es gibt sowohl eine App für IOS als auch für Android. Weitere Details wurden am 1.12.2015 bei 20 Minuten publiziert: App macht Schaufenster zum Spielplatz. Und: Es funktioniert wunderbar!

Auch wenn die Möglichkeiten dieses Beispiels beschränkt sind, so zeigt es doch auf, wie Technologie durchaus auch im stationären Handel kreativ eingesetzt werden und somit das Kundenerlebnis gesteigert werden kann.

Das interaktive Zollibolli Schaufenster (18.12.2015)
Die Eisenbahn kann via App in Bewegung gesetzt werden
(18.12.2015)
Die Kugel im Labyrinth kann via App bewegt werden
(18.12.2015)





17. Oktober 2011

Randnotiz: Onlinebuchung eines grenzüberschreitenden Bahntickets

Tickets please!
Gestern fuhr ich mit der Bahn von Stuttgart nach St. Gallen - und musste einmal mehr erleben, wie umständlich internationaler eCommerce sein kann.

Da ich nicht am Schalter anstehen wollte und gerne vorzeitig einen Platz im erwartungsgemäss vollen Abendzug von Stuttgart nach Zürich reservieren wollte, versuchte ich wie gewohnt mit meinem Smartphone ein Ticket einschl. Platzreservation zu buchen.

Das Ergebnis: