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30. November 2011

Studie zeigt grosse Skepsis zur digitalen Demokratisierung in der Schweiz

Verschiedentlich habe ich über die Nutzung von Social Media bei Abstimmungs- und Wahlkämpfen berichtet (hier, hier) oder mit dazu geäussert.

Immer wieder habe ich  - und nicht nur ich - in diesem Zusammenhang festgestellt, dass eine echte, inhaltliche Interaktion mit Bürgern oder Wählern nicht oder nur in geringem Umfang stattfindet.

Die gestern vorgestellte Studie Die Schweiz im Internet 2011 liefert jetzt einen Erklärungsansatz zur Zurückhaltung bei der inhaltlichen, politischen Diskussion via Social Media. Zwar sind
"Internet-Nutzer generell politisch aktiver sind als Nicht-Nutzer", 

aber:
"Die politischen Aktivitäten im Internet sinken jedoch, wenn die Anforderungen an die politische Aktivität steigen. So wird das Internet beispielsweise mehr für die Informationssuche gebraucht als für politische Diskussionen. Nach wie vor diskutieren auch zwei Drittel der Onliner politische Themen ausschliesslich offline."
Und weiter:
"Nur ein Fünftel (22 Prozent) der Schweizer Bevölkerung glaubt, dass es im Internet sicher ist zu sagen, was immer man über Politik denkt.
Erstaunlich ist für mich auch die Skepsis bezüglich der Potentiale der digitalen Demokratisierung, Stichwort eParticipation:
"Auch gibt es eine starke Skepsis hinsichtlich positiver Wirkungen des Internet-Einsatzes auf  Demokratisierung: An eine digitale Demokratisierung glaubt nur eine kleine Minderheit in der Schweiz. Am ehesten (20 Prozent Zustimmung) wird angenommen, dass Politik besser verstanden werden kann. Nur 11 Prozent glauben an mehr Mitsprache.
(Quelle: Pressemitteilung)
Ganz anders sieht die Nutzung von Social Media für das politische Engagement offenbar in den USA aus, wie dieser Beitrag zeigt.

In der Schweiz gibt es also Nachholbedarf. Politik wie Verwaltungen sollten mehr Mut zeigen, die neuen Medien aktiv und innovativ zu nutzen.

Bildquelle: flickr.com/opensourceway (CC Lizenz)

1 Kommentar:

Hans-Dieter Zimmermann hat gesagt…

Auf die Frage, warum Social Media nicht für den Dialog mit Parteien oder Politikern genutzt werden, antworteten Studierende in einer Diskussion mit "es ist mir zu heikel". Zu heikel deswegen, weil man nicht weiss, was mit Äusserungen geschieht, wie sie ggf. 'zerredet', 'zerrissen' oder falsch verstanden werden oder wie sie weiter geteilt und somit an weitere Empfänger verbreitet werden.