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5. März 2012

Pinterest als Mittel zur Ideensammlung zur Zukunft des Bibliothekwesens

Ankündigung des Contest auf der Facebookseite
der School for Information Studies
Das Bibliothekswesen hat gemeinhin einen eher verstaubten Ruf und gilt nicht gerade als Treiber von Innovation im Bereich neuer Medien.

Da fällt ein Beispiel der School for Information Studies an der Syracuse University, USA, äussert positiv auf:

Hier macht man sich im Rahmen eines Wettbewerbs Gedanken um die Zukunft des Bibliothekswesen - und setzt dabei komplett auf Social Media.


8. September 2009

Wissensklau, Unvermögen oder Paradigmenwechsel? - Block 4, 2. Teil: Die Verantwortung der wissenschaftlichen Bibliotheken

Der letzte inhaltliche Vortragsteil der Tagung 'Wissensklau, Unvermögen oder Paradigmenwechsel?' beschäftigt sich mit der Verantwortung der wissenschaftlichen Bibliotheken in diesem Kontext.

Zusammenfassung der Kurzvorträge:

Die Einbindung der Informationskompetenzvermittlung in Hochschulcurricula in der Schweiz. Eine Momentaufnahme
Nadja Boeller, HTW Chur, Schweizerisches Institut für Informationswissenschaft (abstract)
Nadja Boeller diskutiert zunächst die Informationskompetenz als Schlüsselqualifikation. Anschliessend berichtet sie über die durchgeführte Erhebung in der Deutschschweiz, die im Rahmen eines Seminars durchgeführt wurde.
Anhang der Big6Skills nach Eisenberg/Berkowitz wurden die Curricula der Universität Zürich analysiert. Mit Hilfe der ACRL Standards wurden verschiedene Fachhochschulen untersucht.
Die Pädagogische Hochschule Zentralschweiz wurde anhand der DYMIK Begriffe zusammen mit dem UNESCO KIT analysiert. Hier war der pädagogische Aspekt besonders wichtig.

Als Fazit stellt Boeller fest, dass das Thema Informationskompetenz weitgehend integriert wurde in die FH Curricula, oft aber nicht verpflichtend. Anschliessend gibt sie einen Ausblick auf weitere Untersuchungen, z.B. Vergleiche zwischen Hochschulen und mit dem Ausland. Eine Arbeit hierzu wird demnächst bei den Churer Schriften zur Informationswissenschaft publiziert.


«Zitat und Plagiat» – eine Veranstaltung zur Vermittlung von Informationskompetenz an der UB Stuttgart und ihre Integration in die Lehre an der Universität
Markus Malo, Universitätsbibliothek Stuttgart (abstract)
Der Autor berichtet über konkrete Erfahrungen zur Informationskompetenz-Vermittlung an der UB Stuttgart. Neben den Einführungskursen werden Kurse angeboten zu Literaturverwaltungsprogrammen, zu diversen Publikationsmöglichkeiten incl. Open Access sowie zum korrekten Umgang mit Quellen gemäss urheberrechtlichen Bestimmungen ('Zitat und Plagiat'). Bis auf die Einführungskurse sind alle Angebote fakultativ. Der Kurs 'Zitat und Plagiat' wird ausführlich vorgestellt.


Bibliothekarische Beiträge zu einem präventionsorientierten Umgang mit studentischem Plagiarismus an Hochschulen
Samuel Weibel, Hochschule der Künste Bern, Musikbibliothek (abstract)
Der Referent präsentiert die Plagiatsthematik aus Sicht der Hochschule der Künste Bern. Er betont u.a. vor allem die Schulung von Dozierenden u.a. zur Sensibilisierung zum Thema Plagiate. Er versteht Bibliotheken als "Plagiarism Advisory Services".


Nach der Mittagspause folgen vier weitere Kurzvorträge mit verschiedenen konkrten Lösungsansätzen:

Was Informationskompetenz mit wissenschaftlichem Arbeiten zu tun hat und wie Universitäts- und Hochschulbibliotheken ihre Aufgabe als Informationsvermittler wahrnehmen: der kooperative Ansatz im Bibliotheksverbund Bayern
Fabian Franke, Universitätsbibliothek Bamberg (abstract)
Der kooperative Ansatz des Bibliotheksverbundes Bayern ('kollegiale Beratung') steht bei Frank im Zentrum seines Beitrages. Der Verbund betreibt die Plattform www.informationskompetenz.de, u.a. mit einer Materialiendatenbank mit über 1000 Materialien und weiteren Informationen. Darüber hinaus betreibt der Verbund gemeinsame e-learning Angebote.

Zu Beginn fragt er nach der Legitimation der Bibliothekare in Zukunft in Anspielung u.a. auf die umstrittenen Thesen von Reuss oder auch einiger provokanter Formulierungen im call for papers zur Lernenden Bibliothek 2009.


Die Universitätsbibliothek Regensburg als wissenschaftliche Universalbibliothek im Spannungsfeld von Wissenschaftsdiskurs und Informationskompetenz
Naoka Werr, Universitätsbibliothek Regensburg (abstract)
Seit dem Sommer 2006 gibt es an der Uni Regensburg einen Studieneinheit 'Informationskompetenz', die z.B. als Nebenfach auf Bachelor- und Masterstufe gewählt werden kann. Die Studienenheit wird kooperativ von der Bibliothek und dem Lehrstuhl für Informationswissenschaft betreut und ist so in die Forschung eingebunden. Zum Abschluss stellt sie die Frage 'Plagiieren sie noch oder sind sie schon informationskompetent?'. Damit soll u.a. auch der Mehrwert die Studieneinheit aufgezeigt werden.


Auch geistiges Eigentum ist als Eigentum geschützt. Ein Praxisbericht von der Universitätsbibliothek der TU Chemnitz
Bernd Juraschko, Technische Universität Chemnitz, Universitätsbibliothek (abstract)
Der Jurist fokussiert auf rechtlichen Aspekte und zeigt auf, wie diese in Informationskompetenzkurse an der TU Chemnitz (Beispiel IK Online) integriert werden.
Dann erläutert er den Kurs 'Recht des Geistigen Eigentums für Naturwissenschaftler' (pdf). Schwerpunkt ist hier u.a. das Patentrecht (Patentinformationszentrum).


Wissenschaftliches Arbeiten im Wandel aus der Sicht von Online-Repositorien
Christian Fuhrer, Hauptbibliothek Universität Zürich (abstract)
Der Autor berichtet über Open Access an der Uni Zürich und das zürcher Online Repository ZORA. Seit 2008 werden ALLE Publikationen in ZORA erfasst. Dann thematisiert er den Zusammenhang OA, Repositories und Plagiarismus. Er weisst vor allem auf die bestehenden Nutzungsbedingungen und Leitlinien hin. Abschliessend zeigt er beispielhaft die Plagiatsprüfung einer naturwissenschaftlichen Sammel-Dissertation. Fuhrer schliesst mit dem Fazit: "Repositorien erhöhen die Transparenz wissenschaftlicher Publikationen".

Damit bestätigt er die Forderung nach 'radikaler Öffentlichkeit' von Fröhlich, die er im Eröffnungsvortrag aufgestellt hat.

Wissensklau, Unvermögen oder Paradigmenwechsel? - Block 4, 1. Teil: Die Verantwortung der Bibliothek allgemein

Der vierte und letzte Teil der Tagung 'Wissensklau, Unvermögen oder Paradigmenwechsel?' beschäftigt sich mit der Rolle der Bibliotheken in diesem Kontext.

Im ersten Teil wird die Perspetive der Bibliotheken allgemein eingenommen, davon berichtet dieser Blogbeitrag.
Im folgenden Blogbeitrag wird dann von der Verantwortung der wissenschaftlichen Bibliotheken berichtet.

Im Folgenden werden die fünf Kurzvorträge zusammengefasst:

Mediotheks-Führerschein
Margit Aschbacher, Andrea Baumgartner und Frieda Oberhofer, Handelsoberschule Bruneck, Mediothek KiWi (abstract)
Die drei Autorinnen vom KiWi - Kommunikation, Information, Wirtschaft, Informatik - stellen den Mediotheks-Führerschein vor. Die Teilnahem daran ist verpflichtender Teil im Lehrprogramm. Die Verbesserung der Informations-, Recherche- und Medienkompetenz ist das Ziel dieses Projektes. U.a. ist auch der korrekte Umgang mit Quellen Inhalt der Kurse. Verantwortet werden die entsprechenden Kurse vom Mediotheksteam. "Aus der Praxis für die Praxis" ist eines der zentralen Konzepte. Die Erwartungen an den Mediotheks-Führerschein wurden voll erfüllt.


Kurse zur Erstellung der Examensarbeit, direkt in der Bibliothek oder an einem anderen Ort
Patricia Luperi, Università di Pisa, Biblioteca di Lingue e letterature moderne 1, Sede di Filologia romanza e iberistica (abstract) [Vortrag in italienischer Sprache]
Die Bibliothek der Universität Pisa wird als Zentrum für informelles Lernen verstanden. Die Referentin stellt einige der Kurse vor, z.b. zur Information Literacy, die als e-learning - Kurse angeboten werden. Im Zusammenhang mit der Plagiatsvermeidung steht vor allen die Bewusstseinsbildung im Mittelpunkt. Sie hebt auch die Ausbildung der Mitarbeitenden der Bibliothek hervor, um auf dem Stand der aktuellen Entwicklungen zu bleiben.

Wie können die Universitäts- und Schulbibliotheken zum Umdenken bei der Verwendung von Texten beitragen?
Piero Cavaleri, Università Carlo Cattaneo – LIUC, Castellanza, Biblioteca «Mario Rostoni» (abstract) [Vortrag in italienischer Sprache]
Die Bibliothek bietet Kurse an, welche den bewussten Umgang mit Texten und immer komplexer und vielfältiger werdenden Informationen incl. der Recherche zum Ziel hat. Eine enge Betreuung der Studierenden durch die Bibliothek ist ein wichtiger Bestandteil.


«Das kurze Leben des S. B. Preuss» oder: Zitieren und Belegen in Bibliothekskursen
Detlev Dannenberg, Hochschule für Angewandte Wissenschaften, Hamburg, Fakultät Design, Medien, Information (abstract)
Das Thema Plagiate ist ist fester Bestandteil der Informationskompetenzkurse der Bibliothek. Anhand von drei konkreten Fragen, die vermeintlich einfache Zusammenhänge bzw. anerkanntes Wissen zeigen (z.B. war Einstein wirklich ein schlechter Schüler?), macht er auf die Wichtigkeit des Prüfens von Informationen aufmerksam: "Glaube nicht alles, was du liest!". Anschliessend zeigt er sehr plastisch die wunderliche Mutation einer Originalquelle - eine Vortrag von A. Einstein - durch die falsche Zitation verschiedener Autoren im Laufe der Jahre.


Information Literacy in der Bibliothek und freier Zugang zu Informationen: Die Qualität von Quellen einschätzen, neue Methoden des Information Retrieval anwenden und Kurse für mehrsprachige Nutzer planen
Ilaria Miceli, Libera Università di Bolzano, Biblioteca (abstract) [Vortrag in italienischer Sprache]
Die Autorin berichtet über die Rolle und Verantwortung der Bibliothek im Zusammenhang mit der Informationskompetenz-Ausbildung. Eine Herausforderung ist die vertrauensvolle Zusammenarbeit der Bibliothek mit den Dozierenden, beide Gruppen ergänzen sich in ihren Kompetenzen. Weiter berichtet sie über die Information-Literacy - Kurse ihrer Bibliothek, in denen auch Plagiate und die Plagiatsprüfung sowie der Umgang mit Literaturverwaltungssystemen thematisiert werden. Interessant ist die Simulation Examensprüfung im Sinne einer Generalprobe, in der z.B. Studierende die Rolle des Prüfers übernehmen. Zum Schluss weisst sie auf die Notwendigkeit der Weiterbildung auch für die Bibliothekare hin.

28. Februar 2009

Standards zur Informationskompetenz - Diskussion im Hapke-Weblog

In seinem Weblog "Hapke-Weblog" setzt sich Thomas Hapke von der Universitätsbibliothek Hamburg-Harburg schwerpunktmässig mit dem Thema Informationskompetenz bzw. Information Literacy auseinander.

Der Eintrag vom 27. Feb. 2009 "Standards zur Informationskompetenz werden zu wichtig genommen" beschäftigt sich mit der Diskussion nationaler Standards zur Informationskompetenz in Deutschland. Ausführlich Stellung nimmt Hapke zu dem Vorschlag, eine Kurzform der “Standards der Informationskompetenz für Studierende” des Netzwerkes Informationskompetenz Baden-Württemberg (2006) als nationale Standards zu präsentieren.

Für Alle, die sich für das Thema Information Literacy interessieren, ist der Hapke-Weblog mit dem Untertitel "About information literacy, history, philosophy, education and beyond" eine wertvolle Ressource.