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2. Januar 2010

Die App Economy - ein Phänomen nimmt 2009 Gestalt an

Die App Economy - in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres häuften sich die Meldungen über dieses neue Phänomen. 
Und ganz aktuell greift Stefan Betschon (S.B.) (die gesammelten Kolumnen aus der digitalen Welt von S.B.) in seinen Beiträgen über die besten Gadets 2009 das Thema der App Economy wieder auf: "Eine Sturmwelle der Kreativität überrollt die Handy-Plattform", erschienen in der NZZ vom 31. Dez. 2009 im Bund Mobil - Digital


Betschon thematisiert die rasanten und radikalen Veränderungen im Gesachäftsmodell der Mobilfunkindustrie. Bis vor kurzem waren es die Mobilfunknetzbetreiber, die definierten, was für uns Kunden gut war und was nicht. Dazu Betschon:
"Der Wettbewerbsdruck in der Mobiltelefonie hat sich in jüngster Zeit durch den Markteintritt von Apple und Google stark erhöht. Doch es sind nicht einfach neue Wettbewerber angetreten – die Spielregeln haben sich verändert. Bis vor kurzem haben die Mobilnetzbetreiber den Gang der Dinge diktiert. Diese oft aus ehemaligen staatlichen Monopolbetrieben hervorgegangenen Unternehmen legten fest, welche Endgeräte, welche Funktionen und welche Dienstleistungen ein Abonnent erwarten konnte. Weil der Grossteil der Handys durch die Mobilnetzbetreiber verkauft wurde, mussten sich selbst grosse Anbieter wie Nokia dem Diktat der Mobilnetzbetreiber unterordnen. Nicht der Endverbraucher, sondern die Mobilnetzbetreiber bestimmten den Funktionsumfang eines Handys. [...] 
Apple und Google haben nun die Spielregeln verändert. Für das Recht, das iPhone zu verkaufen, müssen die Mobilnetzbetreiber Apple an den damit generierten Umsätzen beteiligen. [...]
Eine Folge dieser geänderten Machtverhältnisse ist das Entstehen einer sogenannten App economy im vergangenen Jahr, eines schwunghaften Handels mit billigen Progrämmchen für das Handy."

Auch wenn es inzwischen die App Stores für verschiedene mobile Plattformen gibt, gibt Apple hier eindeutig den Pace vor. Eröffnet im Juli 2008, bietet der Apple App Store gegenwärtig bereits über 100'000 Apps, also Programme und Progrämmchen für das iPhone. Die offizielle Meldung vom 4. Nov. 2009 dazu: "Apple Announces Over 100,000 Apps Now Available on the App Store", bereits am 27. Okt. 2009 meldetet masahble.com: "WOW: iPhone Reaches 100,000 Approved Apps". 
In zahlreichen Beiträgen wurde die App Economy in den letzten Monaten diskutiert, es folgt eine Auswahl:
Und ganz aktuell von heute dazu Andreas Göldi (@agoeldi) auf netzwertig.com: "Der Kampf um die nächste Generation digitaler Inhaltskanäle": Dank der Apps mutieren Smartphones zu Kanälen digitaler Inhalte - so eine zentrale Aussage. 
Die Ankündigungen, Diskussionen und Aufgeregtheiten z.B. rund um die BILD-iPhone-App oder die geplante App der ARD Tagesschau machen deutlich, dass die App Economy längst eine Wirkung auf andere Wirtschaftsbereiche und deren Geschäftsmodelle hat. Es bleibt also spannend abzuwarten, wie sich die App Economy in 2010 entfaltet. Stefan Betschon dazu in der NZZ:
"..., die Schleusen sind geöffnet, eine Sturmwelle der Kreativität dürfte hier im kommenden Jahr für manche Überraschung sorgen."
Bildquelle: flickr.com/Cristiano Betta

Kommentare:

M. Laeng hat gesagt…

Das Phänomen ist aber nicht wirklich neu, wenn man bedenkt, dass schon seit Jahren Software, also Apps, für Windows und Co von jeder fähigen Person entwickelt und übers Netz verkauft werden kann. Sogar vor dem Internet gabs ja immer diese Shareware-Hefte und Disketten, die kursierten. Da konnte man sich dann per Postkarte eine App, bzw. eine Software bestellen, wenn man Gefallen daran gefunden hatte... Im Grunde also nichts Neues, ausser dass der Weg zum Kunden durch die telefoninternen AppStores und -Markets extrem kurz ist.

Hans-Dieter Zimmermann hat gesagt…

Nachtrag: Lesenswerter Beitrag von Marcel Weiss auf Carta: Einführung in die App-Ökonomie: Wie funktionieren zweiseitige Märkte? (Folge I)