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27. Februar 2011

Wissenschaftliches Arbeiten mit der Wikipedia ?!

Die Zeitschrift Forschung & Lehre ("Alles was die Wissenschaft bewegt") hatte wohl mit ihrer Februar-Ausgabe den richtigen Riecher: Sie publizierte einen Artikel zum Thema Plagiateerkennungssoftware sowie ein Pro und Contra zum Thema Wikipedia & wissenschaftliche Arbeiten.

Der Pro-Artikel Gegen ein Anti-Wikipedia-Dogma an Hochschulen von Johannes Becher (Doktorand an der Bucerius Law School, Hamburg) und Viktor Becher (wissenschaftlicher Mitarbeiter, Uni Hamburg) will mit drei zentralen Vorurteilen über die Wikipedia aufräumen: mangelnde Qualität, "Wikipedia ist chaotisch", mangelnde Verlässlichkeit. Die Autoren wehren sich gegen ein pauschales Wikipedia-Zitierverbot, das es an vielen Hochschulen gibt und plädieren für den reflektierten Umgang mit der Wikipedia.

Maren Lorenz vertritt die Contra-Position im Beitrag Der Trend zum Wikipedia-Beleg. Sie thematisiert die drei Aspekte Qualität, Transparenz, Autorenschaft. Und sie ist der Aufassung, "dass  Zitate aus Wikipedia in wissenschaftlichen Arbeiten nichts zu suchen haben".

25. Februar 2011

Causa Guttenberg - es gibt nur Verlierer

Zum Wochenausklang habe ich mich entschlossen - auch wenn schon vieles von so vielen gesagt wurde - meine Gedanken - eben meine two cents -  zur Causa Guttenberg, die mir durch den Kopf gehen, subjektiv und als Nicht-Jurist, aber als jemand, der seit fast 20 Jahren im internationalen Wissenschaftsbetrieb tätig ist, aufzuschreiben.

Zwei Aspekte beschäftigen mich dabei: 1. Die politische (Un-) Kultur und 2. die Rolle der Gutachter bzw. der Uni Bayreuth.

In meinem Beitrag vom 17. Feb. hatte ich die leise Hoffnung, dass nun endlich eine sachliche Diskussion in der breiten Öffentlichkeit über Themen wie den Diebstahl geistigen Eigentums und dem Urheberrecht im digitalen Zeitalter stattfindet. Weit gefehlt (... wie insgeheim befürchtet).

17. Februar 2011

Plagiate - weder ein Kavaliersdelikt noch nur ein Problem der Wissenschaft

Etwas Gutes hat die Diskussion um den Plagiatsverdacht beim deutschen Minister zu Guttenberg schon jetzt, unabhängig vom Ausgang: Das Thema plagiieren und Plagiate ist plötzlich in der breiten Öffentlichkeit! Und das ist auch gut so! Denn es ist ein gesellschaftliches Thema! 
Auf wie vielen Websites finden sich beispielsweise Texte oder Bilder, die man irgendwo im Netz gefunden hat, ohne dass man sich um eine korrekte und faire Quellennennung bzw. Verlinkung kümmert?

Bisher haben es kaum Plagiatsfälle in die breite (Medien-) Öffentlichkeit geschafft. Und der breiten Öffentlichkeit war wohl bis vor ein paar Tagen die Begriffe Plagiat bzw. plagiieren kaum wirklich geläufig. 


In der Wirklichkeit der Hochschulen und der Wissenschaft beschäftigt uns dieses Thema schon lange wie z.B. auch die Tagung „Wissensklau, Unvermögen oder Paradigmenwechsel?“ im September 2009 in Chur gezeigt hat. (vgl. ausführliche Dokumentation in diesem Blog)

12. Februar 2011

Social Media und die neue Macht der Kunden - wie sollen Unternehmen reagieren?

Nein, nicht jeder enttäuschte Kunde schreibt gleich einen Song über seine unerfreulichen Erlebnisse so wie es der kanadische Musikers David Carroll tat.
Sein Video auf Youtube "United Breaks Guitars" hat knapp 10 Millionen Klicks (Stand heute). Und natürlich gibt es auch einen Wikipediaeintrag dazu, und auch eine entsprechende Website.

Dieses sicher extreme Beispiel zeigt, welche Lawine ein unzufriedener Kunde auslösen kann, und zwar mit Hilfe der Social Media. Viele Unternehmen stellen sich heute - z.T. immer noch relativ hilflos - die Frage, wie man mit diesen neuen Möglichkeiten umgeht, wie man sie nutzt, wie man auf Kundenreaktion in den Social Media reagiert.
"Whereas until a few years ago the damage of negative word of mouth was limited to a fairly small audience, now online reports can go viral, reach millions of people within a short period of time and tarnish a company’s brand". (Quelle)

3. Februar 2011

Studie: Wie deutsche Abgeordnete Facebook nutzen - oder eben nicht

Deutsche Abgeordnete: Offline Facebook
Nationalratswahlen in der Schweiz, Superwahljahr in Deutschland - da könnte man meinen, dass im Jahr 2011 die Nutzung von Social Media auch in der Politik etwas Normales sein sollte.
Weit gefehlt - wie jetzt eine Bachelorarbeit von Linette Heimrich an der TU Ilmenau bei Prof. Schweiger ans Licht brachte
(vgl. zum Thema auch hier und hier in diesem Blog).

Untersucht wurde die Facebook-Kommunikation von Bundes- und Landtagsabgeordneten. Klares Ergebnis:

"Die Wähleransprache über soziale Netzwerke ist bisher die Ausnahme. Nur ein kleiner Teil der Politiker kommuniziert aktiv mit seinen Anhängern in Facebook." (Quelle)

Gerade einmal 23% der Bundestagsabgeordneten haben ein offizielles Facebook-Profil. In den untersuchten Landtagen sieht es noch düsterer aus: So haben in Schleswig-Holstein nur 6% der Abgeordneten ein Account auf Facebook.

1. Februar 2011

Gibt es eine Social Media Revolution? #egypt

Immer wieder wird in diesem Tagen davon gesprochen und geschrieben, dass Social Media die Revolutionen in Nordafrika auslösen.
Stürzen Twitter, Facebook und Mobiltelefone Mubarak?“ schrieb gestern die Basler Zeitung.

Die Antwort ist klar wie einfach: Nein!

Wenn jemand in diesem Tagen jemanden stürzt oder ein Regime zum einstürzen bringt, dann sind es Menschen, die nach Freiheit verlangen. Und um sich zu informieren, zu artikulieren, zu organisieren, zu koordinieren und um ihre Botschaften in die Welt hinauszutragen nutzen sie Medien jeder Art – das taten schon Revolutionäre vor ihnen so. Und heute eben auch elektronische Medien und insbesondere Social Media.