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26. Juni 2009

Von Bill Gates' Vision bis zum Cloud Computing und Virtual Personal Assistants


Im Jahr 1990 formulierte ein gewisser Bill Gates seine Visionen von der Zukunft der IT:
"... he declared the PC industry would produce advances within a few years that would put information at people's fingertips. To get there, Gates said, the world needed three things: a more "personal" personal computer, more powerful communications networks, and easy access to a broad range of information."
Bekanntlich sind Personal Computer, Note- /Netbooks und PDA's heute breit und kostengünstig verfügbar und gehören privat wie beruflich zum Alltag, ebenso verfügen zumindest die entwickelten Länder über relativ kostengünstigen, breitbandigen Internetzugang - auch wenn es etwas mehr als 'a few years' waren. Und am dritten Aspekt wird fleissig gearbeitet.

Unter dem Titel "Cloud Computing's Big Bang for Business" thematisiert der Autor Steve Hamm in der Printausgabe der BusinessWeek vom 15. Juni 2009 Potentiale des Clud Computing für die Unternehmen. Der entsprechende Artikel ist auch Online mit dem Titel "How Cloud Computing Will Change Business" verfügbar.

Im Beitrag werden Beispiele der Firmen Avon, Serena Software, Genentech, Cocoa Cola, OptumHealth und Komatus mehr oder weniger ausführlich beschrieben.

Zum Verständnis von CloudCOmputing schreibt Hamm:
"Cloud computing means that information is not stranded on individual machines; it is combined into one digital "cloud" available at the touch of a finger from many different devices."
Der Autor vermutet, dass diese Entwicklungen die grössen Wachstumsoptionen seit dem Internetboom bieten werden. Und Gartner liefert die Zahlen dazu:
"Gartner predicts the market for cloud products and services will vault from $46.4 billion last year to $150.1 billion in 2013."
Aber es wird auch deutlich gemacht, dass viele Firmen die Folgen der Entwicklungen noch nicht richtig abschätzen und einordnen können. Und für das Dauerthema in der IT, die Integration, ist auch zukünftig genug Arbeit vorhanden:
"It won't be easy for companies to make good on the opportunities. There is still a great deal of work to be done to get all these technologies functioning seamlessly and reliably."
Für Chip- und Mobiltelefonhersteller und Softwarehäuser identifiziert der Autor neue Herausforderungen.
"And startups are coming out with technologies that reorganize our digital worlds. Silicon Valley's Xoopit, for instance, has built a specialized search engine capable of finding bits of information scattered among e-mail systems, sales management programs, blogs, and online news sites."
Als ein besonders vielversprechender Aspekt des Cloud Computing werden die Virtual Personal Assistants genannt:
"One of the most promising aspects of cloud computing is that it enables the creation of so-called virtual personal assistants. These software confections know people's interests and needs and go off and do useful things for them on the Internet, like suggesting a restaurant for a client meeting or offering reminders of where you have taken the client before. With GPS in smartphones, computing systems know where we are. And with artificial intelligence software, computers can be taught what we expect of them and how to anticipate our needs."
Eine alte Vision wird endlich Realität?

"Silicon Valley startup Siri last month introduced a service that puts sophisticated artificial intelligence in an easy-to-use form. The first applications are designed to help people arrange travel and entertainment, but the founders anticipate developing powerful tools specifically for business. [...] "The goal is simple and practical: to help people perform tasks in their lives faster, easier, and in a more personalized way," says Adam Cheyer, Siri's vice-president for engineering."

Links zu den einzelnen Fallbeispielen:


Weitere Beiträge in der BusinessWeek zum Thema Cloud Computing findet man hier.


Bildquelle: flickr.com/
mansikka




13. Juni 2009

Kultur, Bildung und Technologie - Culture Technologies

Auf dem Jahreskongress der Initiative D21 im November 2008 präsentierte Gunter Dueck, Chief Technologist (und vieles mehr) bei IBM, eine (seine) originelle Sicht auf die Dinge im alllgemeinen, Internet und Bildung im besonderen.

Basierend auf dem Vortrag ist in der Februar 2009 Ausgabe des Informatik Spektrum ein entsprechender Beitrag erschienen: "Culture Technologies - Dreimal mehr in Herz und Kopf!" (DOI:10.1007/s00287-008-0311-8).

Darin fordert Dueck die wesentlich intensivere aber auch kreativere Nutzung der (Internet-) Technologie für die Bildung, und wird sehr deutlich in seiner Wortwahl, u.a. darüber was er von den Traditionalisten, den Bewahrern hält. Ein lesenswerter Artikel, der zuweilen zynisch und bissig ist, bewusst überzeichnet uind provoziert und (hoffentlich) zum Nachdenken anregt.

Es folgen einige Kernaussagen aus dem Artikel, zunächst die Definition von Culture Technologies:
"Culture Technologies ist für mich die Gesamtheit der technologischen Anstrengungen, um die Bildung und dasWissen derMenschheit eine ganze
Stufe höher zu schrauben. [...]

Ich möchte, dass wir aufhören, dasWissen ganz unverändert nur ins Internet zu stellen.Wir müssen zu Bildung 2.0 oder 3.0, zu einer höheren Stufe eben."
Und seine zentrale Forderung nach Innovation, Kreativität und globalen Visionen:

"Muss das heute alles noch so antiquiert zugehen? Können wir nicht die ganze IT, die Mathematik, die Informatik, das Web 2.0, die Multi-Media-Technik mit den Naturwissenschaften zusammenpacken und die Bildung auf ein ganz neues Niveau heben? Diesen meinen Gedanken, der von den Bananensteckern und den Logarithmentafeln ausging, möchte ich hier zu einer Vision ausbreiten,
wie wir in Deutschland eine ganze mittelständische Industrie entstehen lassen, vergleichbar mit einer wie Hollywood, die eben Bildung für die ganze Welt produziert. [...]

Deshalb ist ,,Culture Tech“ natürlich global."
Und er teilt kräftig aus, vor allem adressiert an die 'Älteren':
"Es ist so schwer, Ihnen klar zu machen, dass Sie sich nur am Alten festklammern, warum auch immer."
Und als ein Beispiel dazu:
"Das BUCH ist heilig. Nichts in html oder pdf ist dem Buche gleich, heißt es! Ich stelle mir die Konservativen zur Lutherzeit vor, die damals wetterten, dass man die Bibel nun unglücklicherweise lesen kann und nicht mehr im Herzen auswendig mit sich trägt. Gott hat des MenschenHerz verlassen und ist in das Bücherregal umgezogen! Pfui – zum Teufel mit dem Buch! Und der Teufel selbst sagt: ,,Denn was man schwarz auf weiß besitzt, kann man getrost nach Hause tragen.“ Genau deshalb ist das Buch Teufelswerk, weil der eigentliche Inhalt des Menschen in gedruckter Form außerhalb von ihm vorliegt. Haben Sie das vergessen? Es war um 1500 herum. Heute liegt der eigentliche Kern des Menschen nicht mehr gedruckt vor, sondern online. Na und? Wollen Sie vor 1450 zurück? Zu Homer? Zu Gesängen? [...]

Immer, wenn eine neue Kulturtechnik das Lernen erleichtert, entrüsten sich alle Älteren. Sie sehen das Erlernen des Basiswissens in Gefahr, das sie für heilig und unantastbar halten. ,,Niemand kann mehr Kopfrechnen und Gedichte aufsagen.“ [...]

Sollten wir einmal einen Pisa-IQ für Ältere erheben? Ich finde diese Diskussionen so ätzend! [...]

Hey, sehen Sie als Ältere denn nicht, wie die Zeit Sie alle überrollt? [...]

Wie Sie als Ältere das Internet als Schund verdammen, selbst aber nach gesicherten Statistiken vier Stunden am Tag solche TV-Programme anschauen, die Marcel Reich-Ranicki zum Aufschäumen bringen?"
Anschliessend beschreibt Dueck dann seine Ideen, seine Wünsche, formuliert Fragen aber verspricht kein lückeloses konsistentes Modell:
"Was ich beim Nachdenken über solche Einzelbeispiele erträume, ist eine ganz neue Bildungsform, bei denen wir wirklich dreimal mehr, zehnmal mehr lernen als heute."
"Ich wünschemir so viel. Ich wünsche mir einWikipedia, in dem es sehr verschiedene Antworten gibt: Für den Kindergarten, für Experten, für Jauch-Show-Spicker, für jeden Wissensbedarf eben. [...]

Ich wünsche mir das Projekt Gutenberg der Bücher auch in Formvon Hörbüchern. Alles soll auch vorlesbar vorliegen. [...]

Ich wünsch mir alle Dramen wie auch alle Opern als ,,podcast“ oder ähnlich. Bald geht die gesamte Bildung derWelt auf einen Stick! [...]

Wie bei Facebook stellen alle Schüler und sonstigenMenschen ihre Malereien als Albumins Internet und kommentieren die Bilder gegenseitig. Gegenseitiges Notengeben statt Lehrergeschmacksdiktat. Trauen wir uns einen Sprung in Evaluation 2.0 zu? Oder ist Bildergutschlechtfinden eine Sache der Lehrer-Allmacht, so wie imFußball, wo nur Günter Netzer wirklich sagen kann, wer unabhängig vomErgebnis gut gespielt hat? [...]

Ist eine Supervideo-Vorlesung von Albert Einstein nicht besser als eine normal schlechte Vorlesung eines normal mittelmäßigen Professors ...?
[...]

Die Schüler sollten schöpferischer werden. Mit Computern kann manmalen und sich dann von anderen coachen lassen. Mit Computern kann man Songs komponieren, instrumentieren. [...]

Ich möchte, dass die Verlage aufhören, normale Fachbücher dümmlich als pdf noch einmal ohne eigene Kosten zu verkaufen, was ja kaum jemand will.Was wir brauchen, sind elektronische Bücher, aus denen man die Bilder, Tabellen etc. in verarbeitbaren Form in Powerpoints oder andere Bücher herausnehmen kann. Man muss auch Bilder und Tabellen ,,zitieren“ können, nicht nur Sätze. [...]

Warum gibt es so wenige Mathefilme? [...]

Warum gibt es keine Filme, wie Computer innen funktionieren? Was Befehle wie Save, Load etc. tatsächlich in der Physik bedeuten?Warum gibt es keine Filme, wie der Prozessor arbeitet? Wie multipliziert er?
Abschliessend geht Dueck auf die neuen notwendig werdenden Infrastrukturen ein: Lehrpläne, Unterrichtsmittel, aber auch breitbandiges Internet und Netbooks für jeden Studierenden.
"Deutschland sollteWeltbildungsproduzent werden. Aus dem Land der Dichter und Denker wird ein Exportland für Culture Tech."
Das Video zum Vortrag gibts hier.

Bildquelle und ©: pixelio/RainerSturm

10. Juni 2009

Social Networks - was ist eine Freundschaft wert?

"What's a friend worth?" - das ist die Cover Story der BusinessWeek vom 1. Juni 2009 (die Online Version weicht leicht von der gedruckten Ausgabe ab). Der Autor Stephen Baker geht der Frage nach, wie sich die Beziehungen in Social Networks kommerziell, z.B. für die Werbung, nutzen lassen:
"A question: If you have 347 followers on the Twitter microblogging service, what are the chances that they'll click on the same online ad you clicked on last night? Advertisers are dying to know."
Die Begriffe wie 'Freundschaften' oder 'Freunde' verändern sich in Social Networks, sie entstehen ganz einfach per Klick:
"Friendships aren't what they used to be. [...]
What do these relationships say about us and the people in our networks?"
Da wir von Informationen überflutet werden, ist die Aufmerksamkeit (attention) eine zentrale und äusserst knappe Ressource. Aber wie adressiert sie man möglichst zielgenau? Indem man die Beziehungen in Social Networks, also die Beziehungen zu Freunden, analysiert.
"The easiest way is to get tips from friends. They're our trusted sources. At least a few of them know us better than any algorithm ever could. Little surprise, then, that the companies most eager to command our attention are studying which friends we listen to. Online friendship is a hot focus for Facebook, Google, and Yahoo. They joust to hire leading sociologists, anthropologists, and microeconomists from MIT, Harvard, and Berkeley. Microsoft just established a research division focused on social sciences in Cambridge, Mass. [...]

But it raised lots of questions. Which types of friends have the most meaningful correlations with each other? [...]

By studying patterns of interactions on networks—often scrutinizing us only as anonymous bits of data—researchers are working to predict which friends we trust and which we pay attention to in each area of our lives. The data can be hard to interpret, says danah boyd, a Berkeley PhD who just signed on at Microsoft Research. "
Und offensichtlich funktioniert dies grundsätzlich:
"Tailoring offers based on friends' responses helped lift the average click rate from 0.9% to 2.7%. Although 97.3% of the people surfed past the ads, the click rate still tripled. "
Wer also Freundschaften pflegen will, ohne dass diese systematisch analysiert und kommerziell ausgebeutet werden, muss wohl oder übel auf Social Networks verzichten:
"All of networked humanity mingles in this vast marketplace, trading information, creating alliances, doing favors. We may not think of our connections in such mercantile terms. But for business and individuals alike, the value in online friendship is poised to grow."
Bildquelle: BusinessWeek.com

5. Juni 2009

Warum twittere ich eigentlich?

"Warum twittere ich eigentlich?" Diese Frage sollte man sich durchaus einmal stellen.

Der “
WissensWert Blog Carnival Nr. 5″ fordert die Twittergemeinde auf, die Frage "Warum twitterst Du eigentlich?" zu beantworten. Also, warum twittere ich eigentlich? Der Versuch einer Antwort.

Zunächst, ich (twitter.com/hdzimmermann) bin sicher kein Power Twitterer, ab und zu Mal ein Tweet, 145 bisher, eher unregelmässig, und im Moment 143 Followers, immerhin, aber wie viele davon lesen wirklich mein Gezwitscher?

Einerseits twittere ich ganz einfach aus (professioneller) Neugier. Mich interessiert, wie sich die neuen Medien auf Wirtschaft, Gesellschaft und Kommunikation auswirken. Ohne es auszuprobieren kann man sich kaum ein Urteil bilden, also deswegen twittere ich unter anderem. Die mobile Kommunikation, Textnachrichten (SMS), Chat, soziale Netzwerke u.a. haben das (Kommunikations-) Verhalten durchaus bereits verändert, Twitter et al. sind weitere Tools - man wird sehen, welche sich davon nachhaltig durchsetzen.

Und sonst?
Im Laufe der letzten Jahre habe ich viele interessante Menschen kennengelernt, als Arbeitskollegen gehabt. Wenn sich die Wege trennen, gibt es zwar immer noch genug Möglichkeiten in Kontakt zu bleiben, aber die spontane Kommunikation an der Kaffeemaschine - wie z.B. 'hast du das gelesen?' oder 'kennst du den link schon?') fällt trotzdem weg. Twitter ist eine Möglichkeit, genau diese Art von Kommunikation wieder zu erleben. Man hat die Möglichkeit mit Menschen, die und deren Meinung man persönlich schätzt, so in Verbindung zu bleiben, ohne sich im Büro gegenüber sitzen zu müssen.

Oder es gibt Menschen, die ich zwar nicht persönlich kenne, aber deren Meinung mich einfach interessiert. Howard Rheingold ist beispielsweise so einer. Ich bin mir nicht ganz sicher, aber sein Buch "Virtual Community" von 1993 war wohl eines der ersten, die ich in diesem Themenbereich gelesen habe. Ich finde es durchaus spannend zu lesen, was bestimmte Menschen gerade für wichtig halten, welche Gedanken sie haben oder welche Links sie empfehlen.

Gerade die gezwitscherten Links finde ich immer wieder sehr hilfreich und ich bin nicht selten erstaunt, wer da wieder was in den Tiefen des Webs entdeckt hat. Und ich selbst versuche natürlich ebenfalls, vermeintlich interessante Links zu twittern.

Spannend finde ich auch ab und zu das Gezwitschere zu aktuellen Fernsehfilmen oder TV-Sendungen aller Art wie z.B. Talkshows zu verfolgen. Das kann durchaus lustig sein, oder man kann sich wunderbar im über das Netz verteilten Kollektiv der Zuschauer über Dinge aufregen.

Was mich dagegen nun wirklich nicht interessiert sind Nachrichten wie z.B. "Bin gerade aufgestanden, schöner Tag heute" oder "sitze jetzt im Zug nach Hause, war stressig heute", etc. pp. Wenn davon zu viel kommt, dann ist der unfollow-Button schnell geklickt. Sorry Folks.

So hat wohl jeder Twitterer seine eigene Vorstellung von dem, was er Lesen und Mitteilen möchte - und das ist auch gut so.

Bildquelle: Blog Carnival



AMCIS und Bled eConference: Konferenzprogramme sind Online verfügbar

An dieser Stelle habe ich auf die beiden wissenschaftlichen Konferenzen in Bled, Slowenien, und San Francisco, USA, bereits hingewiesen. Seit wenigen Tagen sind die Programme Online verfügbar.

Vom 14.-17. Juni 2009 findet in Bled, Slowenien die 22nd Bled eConference mit dem ThemaeEnablement: Facilitating an Open, Effective and Representative eSociety” statt. Das Programm ist hier abrufbar.


Und vom 6.-9. August 2009 findet in San Francisco, USA, die Americas Conference on Information Systems AMCIS statt. Das gesamthafte Conference Program ist hier abrufbar.

Der von Ian MacInnes von der School for Information Studies, Syracuse University, USA, und mir organisierte Minitrack "Business Models for the Digital Economy" präsentiert insgesamt 9 Papers. Die Übersicht der akzeptierten Beiträge sind hier zu finden. Die Präsentationen beginnen am Freitag, 6. August, um 08:30 und sind in drei Sessions organisiert.


Bildquellen: AMCIS, Bled eConference



3. Juni 2009

Die moderne Informationsgesellschaft in China - oder die Angst vor der Kraft des Internet

Zum 20. Jahrestag des Massakers auf dem Tiananmem Platz in Peking gibt es unzählige Pressemitteilungen zur Internetzensur in China.

ZEIT ONLINE spricht vom "Web 0.0 in China", die NZZ titelt "China sperrt Twitter zum Tiananmen-Jahrestag" und berichtet wie viele andere Medien von der Sperrung von Twitter und Co. in China.

Die
South China Morning Post (SCMP) ist "Hong Kong's only officially audited English-language newspaper" laut eigenem Impressum und schreibt über sich selbst: "we strive to maintain the highest standards and are proud to rank among the world's best-known quality newspapers".

In der Printausgabe vom 2. Juni 2009 berichtet die SCMP über Internetzensur in einem Artikel und einem Kommentar, aber nicht im Kontext des Tiananmem Jahrestages: "
Officials criticised for failing to censor Web public opinion", der Kommentar dazu: "Let all views be heard, not suppressed in media" (die Artikel sind nur nach einer kostenlosen Registrierung abrufbar).

Dabei bezieht sich der Artikel auf einen Artikel in dem Magazin "Outlook Weekly", dass (
ausschliesslich in Chinesisch) in Xinhua erscheint.

Auch der Forbes.com Artikel "
China To Netizens: Shut Up" beschäftigt sich mit diesem Artikel, ebenso der WSJ Blogeintrag "Local Officials Urged to Get Savvy on Internet PR".

In dem Artikel "
Officials criticised for failing to censor Web public opinion" der SCMP wird - bezugnehmend auf den Outlook Weekly Artikel - eindringlich vor der Macht des Internets zur Organisation von mass incidents oder Smart Mobs, wie wohl Howard Rheingold sagen würde, gewarnt und gleichzeitig wird den lokalen Regierungsbehörden fehlendes Verständnis des Internet in diesem Zusammenhang und die Unfähigkeit zur Überwachung der Netizens vorgeworfen:
"Local governments have come under fire for their failure to understand the power of the internet to stir up protests and have been urged to harness the latest technologies to control public opinion.The Xinhua-run Outlook Weekly magazine published a detailed report yesterday on the internet's role in creating "mass incidents".Quoting internet censors and government and party officials, the magazine warned the internet "has become a major mobilisation tool and communication channel for some mass incidents" and was another obstacle preventing officials dealing effectively with protests. The article urged local officials to develop new political and technical approaches to tackle such incidents.
Internet users have been the driving force behind a string of campaigns. Most recently, the case of a hotel pedicurist in Hubei province who killed a government official who was allegedly trying to rape her sparked outrage online and eventually forced the authorities to gag the media and seal off the county where the incident took place.
"In the past, mass incidents usually took place in one location, so the amount of information was limited and its spread was limited," the article said. "However, with a skyrocketing netizen population, some local cases have expanded in scope due to the interaction in cyberspace."
Experts said the authorities needed to step up training and reduce dependence on traditional propaganda channels.
A former official from Shanghai's Internet News Administration Office, Zhang Xiaoyu, was quoting as saying that "in the current transitional period of society, people are highly sensitive about how public powers participate in the allocation of social interests".
"Misconduct by an official, once disclosed and publicised on the internet, can trigger huge criticism among netizens," he said, and could "radically change the public's opinion on the party and government".
The article criticised officials for "depending solely on internet police and propaganda officials" to quell anger triggered by online discussion.
An internet official in Anhui province complained that there was no good way to control cyberspace. "On the internet the enforcement territory is boundless," the official said. "And in real life, it's a big challenge for the police to respond to online incidents if the participants are all over the place."
As if to underscore the problems outlined in the article, it was swiftly picked up and criticised by netizens, who fear it is the prelude to strict new controls.
"The appearance of such an article in the official media means a new internet crackdown is about to take place," an entry on the popular Cat898.com forum said.
The article could not have been released at a more sensitive time, as blogs and chat rooms have been blocked in a bid avoid trouble during this week's 20th anniversary of the Tiananmen Square crackdown."
Dazu der Kommentar "Let all views be heard, not suppressed in media":

"The mainland is no exception to the information revolution wrought by the internet. What sets it apart though is that the internet increasingly fills a gap created by official curbs on what newspapers, radio and television can publish. Despite a sophisticated online monitoring system, the internet remains difficult to police and netizens have proved bold and resourceful at circulating news and comment.As a result, controversial issues that might have been contained locally have gone national online. The potential this creates for mass dissent in a year of politically sensitive anniversaries understandably troubles the authorities. But it will continue to trouble them as long as they try to prevent legitimate issues of public interest being openly debated and addressed.

As we report today, the hottest topic in chat room discussions yesterday was an article in the official magazine Outlook Weekly that has sparked fears of a fresh online crackdown. It called for more support for internet monitors and propaganda officials in tackling netizens' ability to mobilise protests and criticism about official corruption, legal and administrative injustice, and disputes between the rich and poor. The article accused local officials of lacking understanding of the power of the internet to create "mass incidents".
Publication of the article follows online and media outrage over a murder charge against a pedicurist in Hubei province after she stabbed an official who demanded sex. The uproar forced the release of the woman and the sacking of two colleagues of the official present at the time. The lesson here is that rather than focusing on how to crack down more effectively on netizens and their rights of freedom of information and expression, the authorities should divert resources to devising a more transparent and accountable system for dealing with grievances and injustices.
The internet would soon cease to be a hotbed of dissent and a platform for organised protest if a wide range of views were allowed to be expressed and debated in the media."

Bei meinem Aufenthalt in China vom 29.5. bis 2.6.2009 erfuhr ich selbst, wie die Internetzensur funktioniert: So waren in dieser Zeit - zumindest in meinem Hotel in Wuhan - alle blogger.com und wordpress.com Blogs nicht erreichbar, incl. diesem Blog.

Bildquelle: flickr.com/steele_chas (CC Lizenz)