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25. Dezember 2008

Mediennutzung - Zeitungen vs. Internet in den USA

Quelle: people-press.org
Vor ein paar Tagen habe ich hier über den Niedergang der Zeitungen in den USA im Zusammenhang mit der Mediennutzung berichtet.

Dazu passend berichtet Heise Online heute über eine aktuelle Untersuchung aus den USA: "Internet konkurriert mit TV als primäre Nachrichtenquelle". Zitiert wird eine Untersuchung des Pew Research Center for the People & the Press mit dem Titel "Internet Overtakes Newspapers As News Source".

Danach steht das Internet als primäre Nachrichtenquelle an zweiter Stelle nach dem TV, aber erstmals vor den Zeitungen. Während in diesem Zusammenhang TV und Zeitungen kontinuirlich an Bedeutung abnehmen, steigt die Releavanz des Internet rapide an: Von 24% 2007 auf 40% 2008.

Bei den Jugendlichen zwischen 18 und 28 ist die Aussage noch deutlicher: Mit je 59% stehen Internet und TV auf gleicher Höhe, die Nutzung der Zeitungen ist mit 28% weit abgeschlagen - auch wenn hier eine Zunahme von 2007 auf 2008 zu verzeichnen ist.


[Quelle der Grafik: http://people-press.org/report/479/internet-overtakes-newspapers-as-news-source]

23. Dezember 2008

The Next Five in Five - IBM's Blick in die Zukunft der IT

"The Next Five in Five" - das ist eine Liste von Innovationen, die gemäss den IBM Forschern das Potenzial haben, in den kommenden 5 Jahren die Art und Weise wie wir arbeiten, leben und spielen zu verändern. Ende November hat IBM zum dritten Mal diese Trends veröfentlicht: "IBM Reveals Five Innovations That Will Change Our Lives in the Next Five Years". Sie wurden im IBM Forschungslabor in Rüschlikon vorgestellt; die NZZ berichtet in ihrer Ausgabe vom 23. Dez. darüber, ein entsprechendes Video ist ebenfalls verfügbar.

Folgende 5 Trends werden uns also gemäss IBM in den kommedne Jahren beschäftigen:

  1. "Energy saving solar technology will be built into asphalt, paint and windows
  2. You will have a crystal ball for your health
  3. You will talk to the Web . . . and the Web will talk back
  4. You will have your own digital shopping assistants
  5. Forgetting will become a distant memory".
Mindestens bei den Trends 2 bis 5 sind nicht nur (Wirtschafts-) Informatiker gefragt, sondern auch die Informationswissenschaft, sie betreffen soziale Systeme. Hier werden nämlich Themenfelder angesprochen, die weit über die reine Technologie und den Bau von Informationssystemen hinaus gehen. Der Mensch als Nutzer steht hier im Zentrum, seine Art und Weise zu Leben, zu Arbeiten oder sich zu Vergnügen wird hier in direkter Weise betroffen. Die durchaus beeindruckenden Leistungen der IBM Forscher in allen Ehren, aber bei der Arbeit an diesen Trends müssen Informationswissenschaftler beteiligt sein, denn es geht nicht nur um Mensch-Maschine-Schnittstellen, sondern auch um gesellschaftliche und gesellschaftspolitische Fragestellungen. Am deutlichsten wird dies sicher am 2. Trend - die Kristallkugel für die Gesundheit - bei dem sich die IBM-Forscher eine persönliche genetische Landkarte einer Person vorstellen, mit der einem der Arzt die Wahrscheinlichkeit konkreter Erkrankungen voraussagen und Ratschläge zu deren Prävention geben kann - und das alles für weniger als 200$. Das erinnert doch stark an das umstrittene Google Health Projekt.

Etwas harmloser is da sicher der Trend Nummer drei, das 'gesprochene Internet', zu bewerten. Mit dieser Technik sollen Menschen, die nicht schreiben können, Zugang zum Internet erhalten.

Der vierte Trend scheint eine Fortsetzung vieler Versprechungen des E-Commerce zu sein, die wir seit dessen Anfängen immer wieder hören. Die Idee ist hier, dass wir als Konsumenten beim Shoppen in der physischen Welt einen entsprechenden digitalen Assistenten bei uns haben, der weiss, was gut für uns ist. Hier setzt man offensichtlich auf die RFID Technologie.

Der fünfte Trend betrifft ebenfalls klar ein Thema der Informationswissenschaft: Es soll mit Hilfe der Technik der zunehmenden Informationsüberflutung begegnet werden - klingt zunächst sehr positiv: "In the next five years, it will become much easier to remember what to buy at the grocery store, which errands need to be run, who you spoke with at a conference, where and when you agreed to meet a friend, or what product you saw advertised at the airport. That's because such details of everyday life will be recorded, stored, analyzed, and provided at the appropriate time and place by both portable and stationary smart appliances. To help make this possible, microphones and video cameras will record conversations and activities."

Das Vorhaben bedeutet ganz sicher nicht nur eine technische Herausforderung ...

19. Dezember 2008

Mediennutzung - Zeitungen in den USA

Über die Mediennutzung haben ich hier bereits berichtet. Dass Tageszeitungen es gegenwärtig in der Schweiz und auch in Deutschland nicht leicht haben, ist auch bekannt. Die Auflagen gehen zurück (vgl. z.B. „Auflagen: 30% runter bis 2018“). Dass die Entwicklungen aber auch ganz anders verlaufen können, zeigt das Beispiel aus Japan (link), hier legen Qualitätszeitungen sogar zu.

In der Ausgabe vom 19. Dez. 2008 berichtet nun die Neue Zürcher Zeitung NZZ in ihrem Medienteil über aktuelle Entwicklungen aus den USA, genauer genommen aus Kalifornien: „Der Niedergang beschleunigt sich - Die Presse-Entwicklung im Grossraum San Francisco als Blick in die Zukunft?“. In Kalifornien, mit 6 Millionen Einwohnern fast so gross wie die Schweiz, stellt sich die Entwicklung der Tageszeitungen offensichtlich sehr drastisch dar, auch drastischer als in anderen Ballungsräumen in den USA. Dort existieren offensichtlich keine nennenswerten Blätter mehr, die den Namen Qualitätszeitung verdienen würden. Der Beitrag zeigt an konkreten Beispielen den Niedergang einzelner Objekte auf. So verliert der San Francisco Chronicle in vier Jahren 30% seiner Auflage. Aber was sind die Ursachen? Einerseits werden falsche strategische Entscheide, Rechtsstreitigkeiten und Übernahmen als Ursachen angeführt. Aber auch hier in Kalifornien – der Wiege vieler Internet Firmen - wird die Schuld beim Internet gesucht: „«Die Bay Area ist eine sehr innovative Region»,[…], technische Neuerungen schlügen hier «stärker und schneller» durch – soll heissen: Internet und Web 2.0.“ So wird Phil Bronstein zitiert, ein Zeitungskenner aus der Region. Aber wie ist dies gemeint? Heisst das als eine mögliche Schlussfolgerung, dass die überdurchschnittlich verdienenden und ausgebildeten Bewohner des Grossraums San Francisco schneller sich von der traditionellen Zeitung abwenden? Wenn man die Beobachtungen aus Deutschland für die USA hochrechnet, mag dies wohl eine zutreffende Annahme sein. (hierzu ein Beitrag des Netzökonom:
Akademiker informieren sich meist im Internet).

Wie weit die Qualität gesunken ist, macht die Schlusspassage des NZZ Beitrags deutlich:

„Theodore Glasser, Journalismusprofessor an der Stanford University, findet die Zeitung «grässlich». Seine Kollegin Dawn Garcia, die früher selbst einmal als leitende Redaktorin bei den «Mercury News» gearbeitet hat, überlegt sich, ob sie das Blatt nicht abbestellen soll – eigentlich sei es überflüssig geworden. Aber ganz so weit ist es noch nicht: «Ich bin hier aufgewachsen. Und ich lese die Nachrufe!», sagt sie mit schwarzem Humor. Und: «Das Beste ist inzwischen die Heim-und-Garten-Beilage.»“

18. Dezember 2008

'Es fällt uns schwer, nicht an das Gute zu glauben' - zur Ethik beim Publizieren von medizinischen Studien

Im Zusammenhang mit dem wissenschaftlichen Publizieren lesen wir immer häufiger von Plagiaten, Betrugsfällen, Fälschungen, 'unethischem Verhalten', etc. Gerade in der Medizin kommen immer mehr Betrugsfälle ans Licht.

Zu einem aktuellen Fall einer manipulierten Studie aus Innsbruck (
" 'Lancet' zieht manipulierte Innsbrucker Studie zurück", "Forschungsskandal in Innsbruck"), die im "Lancet" erschienen war, nimmt ein Redakteur der Zeitschift in einem in der Neuen Zürcher Zeitung NZZ am 17. Dezember 2008 publizierten Interview Stellung:

"'Es fällt uns schwer nicht an das Gute zu glauben' - Der Lancet Redaktor Stuart Spencer zur Ethik zum Publizieren von medizinischen Studien"

- leider ist das Interview bisher nicht frei Online verfügbar.


Spencer versucht zu erklären, warum sich solche Fälle nicht ganz vermeiden lassen. Eine Aussage gleich zu Beginn ist auch in vielen anderen Disziplinen anwendbar: "Zweifellos hat in den vergangenen Jahren der Publikationsdruck der Forscher zugenommen." Für die Medizin folgert er daraus: "Parallel dazu ist auch mehr wissenschaftliches Fehlverhalten entdeckt worden. Dennoch: Diese Fälle machen einen extrem kleinen Anteil an den publizierten Arbeiten aus."* Müssen wir also zunehmendes Fehlverhalten als gegeben akzeptieren? Ist das die neue Ethik des wissenschaftlichen Publizierens? Oder ist es schlichtweg ganz pragmatisch gedacht? Interessant ist, dass in dem betreffenden Fall es offensichtlich Anzeichen von Ungereimtheiten gab, aber welche das waren, will Spencer nicht sagen. Hat man also zu wenig sorgfältig gearbeitet? Entschuldigt wird das Verhalten mit dem Glauben an das Gute im Menschen (bzw. Wissenschaftler): "Wir haben den Forschern vertraut und sind davon ausgegangen, dass sie ehrlich und wahrheitsgetreu ihre Studienresultate rapportieren."
Würde man alle Kontrollmöglichkeiten der Redaktion ausschöpfen wollen, dann kommt Spencer zum Schluss: "Solche Kontrollen aber würden das Publizieren unmöglich machen." Zentral für die Redaktion sind die Peer Reviews: "Ihre Einschätzung der Studienqualität ist für uns entscheidend".


Spencer macht auch deutlich, dass auch unfertige Beiträge publiziert werden, sofern das Thema hohe Aktualität hat und z.B. Krankheiten wie Sars somit möglicherweise früher bekäpft werden können.


Auch äussert sich Spencer zu Open Access:
"Nur in einer idealen Welt wäre der Zugang zu allen Publikationen frei. Aber das ist unrealistisch, denn alle Fachzeitschriften müssen bezahlt sein. Auch 'open access' - Journale sind nicht gratis. Statt von den Lesern werden sie einfach von den Forschern, die darin publizieren, bezahlt. Für mich ist das eine seltsame Anomalie, werden doch Dienstleistungen üblicherweise von den Nutzern und nicht von den Anbietern bezahlt."



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* Zu den quantitativen Verhältnissen wird folgendes festgehalten: Von jährlich 800 eingereichten Beiträgen werden 350 gedruckt, das macht 4.3%. Und in den letzten 15 Jahren wurden 4 oder 5 Beiträge bzw. Studien zurückgezogen.

15. Dezember 2008

Demographie und Mediennutzung - Zeitungen in Japan

"Das Internet wird zum Leitmedium", das war der Titel eines Posts in diesem Blog vom 3. Dezember 2008. U.a. wird hier auch erwähnt, dass Zeitungen an Bedeutung verlieren, während die Internetnutzung rasant ansteigt. Der Auflagenrückgang von Zeitungen wird in Europa wie in den USA allenthalben konstatiert.
Dass dies aber nicht ein globales Phänomen ist, lehrt uns ein Artikel im Feuilletion der NZZ vom 13./14. Dezember 2008: "Die Treue der Senioren". Auch Japans Gesellschaft altern, und auch in Japan nutzen die Älteren COmputer und das Internet: "Japan zählt, was die Nutzung von Computern durch ältere Menschen betrifft, zur Weltspitze." Dann lesen sie doch sicher auch weniger Zeitung? Nein: "Dessen ungeachtet zeigt sich beim Medienkonsum, dass die überwiegende Zahl der älteren Japaner die Zeitung dem Bildschirm vorziehen. Japans Senioren sind sehr treue Zeitungsleser."

Nicht nur bei den Älteren, sonder insgesamt hält Japan die weltweite Spitzenstellung bei den Zeitungslesern: "Hier werden täglich 624 Tageszeitungen pro 1000 Erwachsene verkauft. Dies ist zweieinhalbmal mehr als in den USA." Und während man bei uns bei den auflagenstärksten Zeitungen an Blick oder Bild denkt: Die auflagenstärkste Zeitung der Welt ist eine japanische Qualitätszeitung der Meinungspresse mit dem Titel "
Yomiuri Shimbun" (englische Version). Auf Platz sechs der Liste der auflagenstärksten Zeitungen der Welt erscheint die Bild, die Ränge zwei bis fünf sind ebenfalls japanische Zeitungen. (World's 100 Largest Newspapers) Und Yomiuri Shimbun ist kein Aussreisser: "..., konnten alle fünf grossen nationalen Qualitätszeitungen ihre Auflage halten."
Ein Grund dafür sieht der Autor des NZZ Artikel, Urs Schoettli, im grundsätzlichen Medien- und Kommunikationsverhalten der Japaner, der u.a. durch einen hohen Informationsanspruch charakterisiert sei: "Der Leser, sei er nun Baseball-Fan oder Kleinanleger an der Börse, will in seinem Fachgebiet bis ins kleinste Detail und auf jeden Fall seriös informiert werden."

Indirekt wird allerdings auch die Problematik angesprochen, dass Jugendliche offensichtlich weniger eifrige Zeitungsleser sind wie ihre Eltern und Grosseltern.

6. Dezember 2008

Net Geners - Millennials - Digital Natives


Die (Net-) Generation, die irgendwann nach 1980 geboren wurde, beschäftigt diejenige Generation, die deren Mütter und Väter, Lehrer und Lehrerinnen, Ausbilder und Ausbilderinnen, sind, also die Digital Immigrants, offensichtlich immer stärker. Offensichtlich scheint der Bedarf wissen zu wollen, was diese Generation beschäftigt, wie sie 'tickt', sehr gross zu sein.
In jüngtster Zeit sind - nebne vielen anderen - die folgenden drei Bücher erschienen, die sich mit dieser Generation der nach 1980 Geborenen auseinandersetzt. Die drei Autoren haben entsprechend auch drei verschiedenen begriffe entwickelt.

John Palfrey und Urs Gasser, beide Rechtsprofessoren, der eine in den USA, der andere in der Schweiz, haben Ende August das Buch "Born Digital: Understanding the First Generation of Digital Natives" veröffentlicht, das inzwischen auch auf Deutsch verfügbar ist: "Generation Internet. Die Digital Natives: Wie sie leben - Was sie denken - Wie sie arbeiten". In 13 Kapitelen werden Themen von Identitäten über Privatspähre und Sicherheit bis Overload, Agession und Lernen behandelt. Das Buch basiert dabei vor allem auf Erkenntnissen aus ca. 250 Interviews.
Die zugehörige Website http://www.digitalnative.org stellt vielfältige Informationen und Links zum Buch bzw. den Digital Natives zur Verfügung, von Podcasts bis hin zu diversen Links, z.B. zur entsprechenen Facebook Gruppe oder zu Videos auf YouTube.

Seit wenigen Wochen auf dem Markt ist das Buch "Grown Up Digital: How the Net Generation is Changing Your World" von Don Tapscott. Die BusinessWeek hat hierzu in der Ausgabe vom 8.12.2008 eine aktuelle Besprechung publiziert: "The Influence of the Net Generation". Tapscott nennt die Vertreter der Net Generation 'Net Geners' und hat für das Buch Daten aus mehr als 10'000 Interviews mit Net Geners verarbeitet.
Der Autor hat sich schon früher mit dieser Thematik beschäftigt: Bereits 1998 erschien sein Buch 'Growing Up Digital: The Rise of the Net Generation'.

Ebenfalls seit wenigen Wochen auf dem Markt ist das Werk "" von Ron Alsop.

Der Blogbeitrag "Is this the future? Don't bet on it." werden die Bücher von Alsop und Tapscott kritisch besprochen.

Etwas grundsätzlichere Diskussionen zu Digital Natives und Digital Immigrants findet man z.B. hier von Marc Prensky (2001) oder hier von Timothy VanSlyke (2003).

Bevor wir als Digital Immigrants also voreilig den Schluss ziehen, dass das Internet bzw. das 'Web 2.0' dumm macht ('Macht Web 2.0 dumm?' Handelsblatt, 10.11.2008) ist es sicher ratsam, sich intensiv mit den Digital Natives, den Net Geners, den Millennials auseinander zu setzen.


Zumindest das Buch von Palfrey und Gasser liegt bei mir schon bereit zum Lesen, vielleicht schaffe ich es ja über den Jahreswechsel.

4. Dezember 2008

Wissenschaftliche Konferenzen mit informationswissenschaftlichen Themen

An dieser Stelle möchte ich auf zwei wissenschaftliche Konferenzen hinweisen, die auch für Alle an informationswissenschaftlichen Themen Interessierte relevant sind:

22nd Bled eConference,14.-17. Juni 2009, Bled, Slovenien.

Das Thema der Konferenz lautet:

“eEnablement: Facilitating an Open, Effective and Representative eSociety”.

Die Frist für die Einreichung von Beiträgen ist der 13. Februar 2009.

Die Bled eConference ist eine Konferenz mit hoher internationaler Reputation, die ausser von Wissenschaftlern aus aller Welt auch von Vertretern von Regierungen, aus der Politik und der Industrie besucht wird. Der Dialog zwischen diesen verschiedenen Interessensgruppen in Workshops, Panels und Arbeitsgruppen charakterisiert die Bled eConference.

Weitere Informationen zur Konferenz und der Call for Papers sind Online verfügbar.

2. Zum zehnten Mal findet im Rahmen der Americas Conference on Information Systems (AMCIS) in August 2009 der Minitrack


statt. Dieser Minitrack wird von Ian MacInnes von der School of Information Studies an der Syracuse University in den USA und mir organisiert. Inhaltlich thematisiert dieser Minitrack vor allem neue und innovative Formen der Wertschöpfung in der Digital Economy.


Wir möchten alle informationswissenschaftlich Interessierte explizit aufrufen auch Arbeiten aus den Bereichen eScience, Open Access, elektronisches Publizieren, Online Medien, Web 2.0, etc. bis zum 20. Februar 2009 einzureichen. Die bisher im Rahmen des Minitracks publizierten Paper sind Online verfügbar (link).

3. Dezember 2008

Das Internet wird definitiv zum Leitmedium


Der Netzökonom berichtet von einer Umfrage des europäischen Online-Werbeverbandes EIAA. Ein Ergebnis für Deutschland: Während der Fernsehkonsum stagniert, wächst die Internetnutzung stetig an. Auch in der Altersgruppe der 25 bis 34 Jährigen hat das Internet das Fernsehen nahezu in der Nutzungsdauer überholt. Dabei stieg die Internet Nutzungszeit um 25% gegenüber dem Vorjahr. Weiterhin wird festgestellt, dass das TV zunehmend parallel zu anderen Medien genutzt wird, dass TV wird zum Begleitmedium. Zahlen aus der Schweiz wurden in der Untersuchung leider nicht erhoben.

In einer ebenfalls in diesem Beitrag zitierten Untersuchung von Allensbach wird festgestellt, dass das Internet als Informationsmedium den klassischen Medien den Rang abläuft. Während die klassischen Medien wie Zeitung, TV oder Zeitschriften in der Bedeutung abnehmen, steigt das Internet massiv an. Dies betrifft vor allem die Altersgruppe der 20-29 Jährigen.

Im Grundsatz sind diese Entwicklungen nicht wirklich überraschend; aber sie belegen die Geschwindigkeit, aber auch die Nachhaltigkeit der Veränderungen im Bereich der Medien und Mediennutzung. Unweigerlich kommen einem - neben vielen anderen Fragen - auch die Frage der Informations- und Medienkompetenz in den Sinn. Während die etwas Älteren unter uns mehr oder weniger allmählich an die klassischen Medien wie Zeitung oder TV herangeführt wurden - ich selbst bin mit drei TV Kanälen aufgewachsen, die um werktags ab 17:00 gesendet haben, die Tageszeitung war eine Selbstverständlichkeit -, sind Kinder und Jugendliche dem Internet oft 'ungeschützt' ausgesetzt, da Eltern wie auch Lehrer oft selbst den Umgang mit dem Internet und seiner Möglichkeiten nie gelernt haben und im Wissen um das Internet den Kindern oft hinterher hinken.